F1 2010 - Vorschau

Vollgas voraus

Mit Vollgas rausche ich über die Piste, passiere Kurve um Kurve, bis ich zur nächsten Gerade komme und wieder das Pedal durchdrücken kann. Plötzlich taucht vor mir ein anderer Rennwagen auf, mitten auf der Strecke und er steht genau in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Ich kann nicht mehr reagieren, nicht bremsen und auch nicht ausweichen und krache mit Höchstgeschwindigkeit hinein. Räder, Aufhängungen und selbst das andere Auto fliegen durch die Luft und für mich ist das Rennen vorbei.

Moment, eigentlich doch nicht, denn auch F1 2010 verfügt glücklicherweise über die praktische Rückspulfunktion, mit der ihr mehrfach die Zeit ein paar Sekunden zurückdrehen und Fehler ausbügeln könnt. Aber nun gut, man will diese Option ja eigentlich auch nicht ständig einsetzen, sondern sein Fahrzeug möglichst gut beherrschen und fehlerfrei fahren. Ganz abgesehen davon, dass diese Art der Fehlerkorrektur je nach gewählter Einstellung nur begrenzt zur Verfügung steht.

Auf jeden Fall verdeutlicht diese Szene eines: Ihr braucht Konzentration. Formel-1-Wagen sind durchaus etwas anfälliger als die Boliden, mit denen ihr es in einem GRID oder DiRT zu tun habt, deswegen müsst ihr schnell reagieren und solltet nicht allzu viele Kollisionen riskieren. Ein weiterer Grund, die Augen aufmerksam auf den Bildschirm zu richten, ist das geniale Geschwindigkeitsgefühl, das F1 2010 bietet. Zugegeben, ich kenne nicht die F1-Titel der jüngeren Jahre, aber im Vergleich zu früher liegen doch Welten dazwischen. Man hat hier wirklich das Gefühl, in rasant hohem Tempo über die jeweiligen Pisten zu düsen, die Umgebung fliegt nahezu an einem vorbei.

'F1 2010' Screenshot 1

Im Regen solltet ihr besonders vorsichtig fahren.

Ein Glück, dass die Steuerung ebenfalls unglaublich direkt auf eure Eingaben reagiert, alles andere wäre bei dieser hohen Geschwindigkeit auch nicht wirklich zufriedenstellend. Selbst wenn ihr den Stick nur ein kleines bisschen bewegt, lenkt der Wagen schon ordentlich in die jeweilige Richtung ein.

Das Ganze ist so direkt, dass man sich anfangs erstmal ein paar Minuten beziehungsweise Runden lang daran gewöhnen muss, deswegen lief mein erstes Rennen mit der Preview-Version auch alles andere als erfolgreich. Je länger man aber fährt, desto mehr geht die Steuerung ins Blut über und man freut sich, eine dermaßen präzise Steuerung zu haben. Punktgenau fahrt ihr durch die Kurven und es hilft ebenfalls dabei, schnell anderen Fahrzeugen bei über 200 km/h auszuweichen, wenn jemand plötzlich zur Seite zieht, oder wenn sich einer der Vorausfahrenden mal wieder gedreht hat und mitten auf der Strecke steht.

Denn auch die KI-Fahrer agieren in F1 2010 alles andere als perfekt, zumindest was diesen Aspekt betrifft. Sie kämpfen verbittert um Positionen, rutschen von der Strecke oder krachen in andere Fahrzeuge hinein. Das macht sie gewissermaßen menschlich. Sie sind nicht fehlerfrei, aber das heißt nicht, dass sie euch einfach so gewähren lassen.

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Jeder einzelne Fahrer verfügt über drei Charaktereigenschaften, die ihn beispielsweise aggressiver auftreten lassen als andere – selbstverständlich orientiert man sich dabei auch an der Realität. Aber generell stecken die Konkurrenten nicht zurück, nur weil ihr sie vielleicht gerade überholt. Begebt ihr euch nicht wieder auf die Ideallinie oder setzt euch unmittelbar vor sie, starten sie meistens einen direkten Konterversuch und gelangen so unter Umständen wieder vor euch. Ebenso nutzen sie Fehler von euch aus und sie blitzschnell vorbei, wenn ihr in einer Kurve mal etwas zu spät bremst und etwas zu weit nach außen geratet.

Verständlicherweise gibt es im Spiel selbst auch mehr packende Positionskämpfe und es ist mehr los als in der Realität. Wie anfangs gesagt, müsst ihr praktisch in jeder einzelnen Sekunde aufmerksam sein. Außerdem solltet ihr euch natürlich an die Regeln halten. F1 2010 ist schließlich ein offizielles Lizenzprodukt und dementsprechend legt die FIA Wert darauf, dass ihr nicht ständig eure Widersacher von der Piste drängelt. Wer mit anderen Autos kollidiert, in einer Gelbphase überholt oder Kurven abkürzt, wird erstmal verwarnt. Übertreibt ihr es hingegen und es landen zu viele Verstöße auf eurem Punktekonto, führt das über Zeitstrafen bis hin zur Disqualifikation im jeweiligen Rennen. Gleiches gilt natürlich für die KI-Fahrer, die nicht vor Bestrafungen sicher sind.

Abseits davon präsentiert sich F1 2010 im Allgemeinen als sehr anpassungsfreundlich. Ob ihr es nun knallhart realistisch mögt oder eher arcadig, stellt es einfach entsprechend ein und habt euren Spaß damit. Alleine die zahlreichen flexiblen Einstellungsoptionen in puncto Realismus bieten quasi alles, was das Herz begehrt. ABS, Traktionskontrolle, Gangschaltung, Geschwindigkeitsbegrenzung und automatisches Einlenken in der Boxengasse, die zur Verfügung stehende Zahl an Rückspulmöglichkeiten und so weiter und so fort. Ich könnte sicher noch einen weiteren Absatz damit füllen, also seid versichert, dass es eine ganze Menge ist.

Kommentare (14) Latest comment vor 2 Jahren

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  • schaerd #1 vor 2 Jahren

    ohmann.. ich hoffe dass es so geil wird wie ich mir das vorstelle..! :)))
  • TPNAmeke #2 vor 2 Jahren

    ...mir macht die im Bericht erwähnte KI Sorge! Da kann ein Spiel noch so schön aussehen, aber wenn Monaco zum Destruction Derby ausartet, weil die KI nicht mitspielt , dann geht schnell der Frust umher!
    Ist auch sichergestellt, das ich als Fahrer immer weiß wo der Gegner sich gerade befindet Stichwort : Toder Winkel! In einem Video gab es diesen genialen Pfeil aus Toca 1! Anhand der Farbe und Richtung des Pfeils, konnte so mancher Crash verhindert werden!

  • Bongstar #3 vor 2 Jahren

    monaco wird doch regelmäßig zum destruction derby.
    ich fänds auch nicht schlecht wenn es zumindets einmal in 4 saisons passiert das sich das halbe feld beim rennstart zerlegt. passiert in wirklichkeit doch auch. und dann selbst das pech haben mittendrin zu sein fänd ich auch nicht schlecht. das ist pech, aber das gibts in wirklichkeit auch.
    wo wir bei zufällen grade sind: wenn ich in einen redbull steige, hab ich dann das pech als spiel auch ständig wegen motorpannen auszuscheiden ob wohl ich alles in grund und boden fahre?
    wie siehts mit platten reifen und appen nasen aus die sich noch retten lassen?
  • chrisrock0025 #4 vor 2 Jahren

    also was ich da lese ist nicht gerade überzeugend wenn ich lese es gibt mehr als im echten f1 zirkus überholmanöver. das ganze sieht dan bestimmt so aus wenn man drei sekunden vorsprung hat vor dem gegner das der inerhalb einer halben runde wieder dran ist so ist das bei nfs schift auch gewesen naja ab warten..

    was mich mal interresiert ist wie sieht das schadens model aus reifen fliegen umher in echt nur bei 300 wenn man in eine wand fährt ... ich lass mich überraschen aber ich denke das es eine art grid ist..

    lieber auf rfactor 2 warten dann weiß man was referenz ist ...
  • Bongstar #5 vor 2 Jahren

    reifen sollten eigentlich gra nicht umher fliegen. höchstens sprungfedern. die reifen sind doch alle "angekettet"
  • f1r3storm Bestätigt Redakteur, Eurogamer Deutschland #6 vor 2 Jahren

    Wenn du mit 250 km/h in einen stillstehenden Wagen reinrast, dann fliegt so einiges. :p
  • Bongstar #7 vor 2 Jahren

    welche strecke außer monaco hat denn noch richtige betonwände an stellen wo keine sein sollten?
  • chrisrock0025 #8 vor 2 Jahren

    tja vieleicht canada vieleicht singapur vieleicht valencia aber immer einen schlauen spruch...
  • Bongstar #9 vor 2 Jahren

    ok ok ich halt die klappe :)
  • TPNAmeke #10 vor 2 Jahren

    ich denke auch, das es grafisch überzeugen wird, spielerisch wird es halt für eine grosse Zielgruppe produziert und somit weniger simulationslastig sein! Die PC Gemeinde wird es wahrscheinlich passend modden!
  • Bongstar #11 vor 2 Jahren

    steht doch im text, dass es von arcade bis simulation alle einstellungmenüs gibt. warum also sollte sich das auto nicht woe "echt" fahren, zumal das hier eh keiner beurteilen kann, wie sich sone karre fährt
  • schaerd #12 vor 2 Jahren

    es ist unglaublich - jetzt gibts seit einem gefühlten jahrhundert endlich mal ein vernünftig aussehendes F1-Spiel und alle stänkern rum.. ihr seid schon komisch
  • TPNAmeke #13 vor 2 Jahren

    Ich hab es ja bereits vorbestellt, und freue mich auch riesig ... ! Frage gibt es einen brauchbare Rückspiegel in der Cockpitansicht?
  • Jenson #14 vor 2 Jahren

    Was ich bislang gesehen hat gefällt mir sehr gut. Codemasters legt eine 1a Präsentation des Sports hin und schafft das, was Sony und viele andere nie geschafft haben. Ich war ein großer Kritiker des Spiels (spätestens seit es die tolle Wii-Version von F1 09 letztes Jahr gab, siehe die Eurogamer Sport-Spiele 2010 Vorschau...) aber mittlerweile bin ich sehr, sehr guter Dinge. Das wird was. Natürlich wird es keine Hardcore-Sim, aber hat das jemand erwartet? Mit diesen Vorstellungen darf man nicht an das Spiel rangehen. Das ist kein GTR, das sich nur an eine bestimmte Spielernische wendet. Und ja, Codemasters erzählt was von sowohl für Arcade- wie auch Sim-Fans, aber wir alle wissen, dass es ein entweder und oder in diesem Falle nicht geben wird. Es wird einen starken Sim-Touch geben, der aber nie die Qualität echter Hardcore-Sims wie zum Beispiel iRacing eine ist erreichen wird. Aber das war ja von Anfang an klar, und nie anders hat Codemasters das Spiel angekündigt. Das darf man nicht vergessen!