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Batman: The Brave and the Bold

Zack! Peng! Bap!

Ah, Batman. Der dunkle Ritter. Der Antiheld, der in Gothams Straßen so richtig aufräumt. Ein getriebener Außenseiter und sicher einer der düstersten Superhelden im amerikanischen Comic-Kosmos. Aber halt... so war Batman nicht immer! Bevor Tim Burton und Frank Miller den Verbrechensbekämpfer im Fledermaus-Kostüm komplett auf die "dunkler Rächer"-Schiene führten, kannte die große Öffentlichkeit Batman vor allem als sprücheklopfenden Adam West, der gemeinsam mit Burt Ward und viel Peng, Paff und Zapp alte Antagonisten wie den Joker, den Pinguin oder den Riddler vermöbelte, sich regelmäßig aus aberwitzigen Todesfallen befreien musste und irgendwie so gar nichts von seiner heutigen, düster-dunklen Inkarnation in sich trug.

Batman ist eben wandlungsfähig und wie fast alle amerikanischen Superhelden ebenso sehr dem herrschenden Zeitgeist wie der Interpretation seiner aktuelle Autoren unterworfen. Und die haben vor kurzem mal wieder beschlossen, dass Batman sich doch erneut von seiner etwas humorigeren Seite zeigen könnte. Das Ergebnis heißt Batman: The Brave and the Bold, eine TV-Zeichentrickserie, die sich vom Tonfall her irgendwo zwischen den Adam-West-Eskapaden der 60er Jahre und der Animated Series aus den 90ern bewegt. Kurz gesagt: Eine tolle Mischung, die mit ihren herrlich stilisierten Figuren und den tollen Hintergründen so einiges hermacht und nicht zuletzt dank unzähliger Gastauftritte prominenter DC-Helden bestens unterhält.

Die Spieleumsetzung einer solchen Serie könnte nun schnell schwer daneben gehen. Aber zum Glück fassten die Entscheider bei Warner Bros. Games den klugen Beschluss, den Versoftungsauftrag an das kleine, aber feine Team WayForward Entertainment zu geben.

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Große Sprites und tolle Hintergründe - so mögen wir unsere 2D-Grafik!

Die sorgten erstmals Anfang des Jahrtausends mit dem exzellenten GameBoy-Color-Jump'n'Run Shantae für Aufsehen, beglückten die Fans ein paar Jahre später mit dem herausragenden Contra 4 für den Nintendo DS und versetzten im letzten Jahr die Wii-Spieler mit dem wunderschönen A Boy and his Blob in Verzückung. Keine Frage, WayForward ist genau das richtige Team, um den neuen Zeichentrick-Batman adäquat auf die Wii zu versetzen.

Dabei macht die WayForward-Truppe das, was sie am besten kann: Ein todschickes 2D-Abenteuer, das mit flüssigen Animationen und stilisierten Hintergründen auftrumpft und Polygone nur in Ausnahmefällen einsetzt - und schon ist die technische Unterlegenheit der Wii wettgemacht. Nintendos kleine Hardware bringt die einfach gehaltenen, aber toll animierten Figuren und die in klassischer Low-Key-Manier ausgeleuchteten, stets etwas körnig wirkenden Hintergründe ohne Abstriche auf den Bildschirm.

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Batman und Robin stellen sich dem Riesengorilla, Batmite kommt mit einem XXL-Ambos zu Hilfe.

Da saubere Technik zumindest in den meisten Fällen auch zu sauberem Gameplay führt, ist es kein Wunder, dass Batman nicht nur grafisch, sondern auch spielerisch richtig gut ausgefallen ist. Grob beschrieben ist Batman: The Brave and the Bold zu 70% ein typischer Brawler und zu 30% ein Jump'n'Run. Ihr rennt im Idealfall gemeinsam mit einem zweiten Spieler durch die umfangreichen Levels, hüpft über Hindernisse und Abgründe und haut dabei die Handlanger eurer Gegenspieler aus den Latschen.

Illustre Verbrecher wie Catman oder Clock King haben zahllose Untergebene, die sich euch mit blanken Fäusten oder gezogener Waffe in den Weg stellen. Batman und seine verschiedenen Helfer treten den Gegnerhorden mit überlegener Kampftechnik und ein paar nützlichen Gadgets wie den allseits beliebten Baterangs entgegen. In den Kämpfen sind Wiimote und Nunchuk voll belegt. Ihr springt, schlagt zu, führt Uppercuts und Fußfeger aus, vollführt beeindruckende Luft-Kombos, werft eure Gegner quer durch die Level, blockt wenn nötig ein paar gegnerische Attacken und zieht euch per Seil zu hochgelegenen Vorsprüngen hinauf. Die Manöver sind vielfältig, aber schnell erlernt.

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