Schafer: "Koticks Konter ist traurig"

Persönliche Attacke wäre ihm lieber

Nachdem Kotick, wie wir gestern berichteten, Schafers Arbeitsmoral und die Qualität von Double Fines letztem Spiel – Brütal Legend – kritisierte, kontert nun der Ex-Lucas-Arts-Mann wieder:

„Es ist traurig, dass er, anstatt einfach mich persönlich zu beleidigen, sich stattdessen gegen das Produkt meines hart arbeitenden Teams wendet – eine Gruppe von Menschen, denen er vor einer Weile beinahe den Job gekostet hat", so Schafer gegenüber Eg.net.

„Aber es ist noch trauriger, dass er zwei Monate gebraucht hat, um sich eine Retourkutsche auszudenken", fügt er hinzu.

Kotick hatte jüngst sein Vorgehen im Fall Double Fine damit gerechtfertigt, dass das Studio keinen Meilenstein eingehalten hätte und das Spiel nicht besonders gut gewesen sei.

Kommentare (19) Latest comment vor 2 Jahren

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

  • crackajack #1 vor 2 Jahren

    Brutal Legend ist imo sehr gelungen für das das es eig. eine Spielidee ist die wohl 99,99% aller anderen Entwickler völlig in den Sand gesetzt hätten. Das EA sich das Ding geleistet hat um ihr Image aufzupolieren... Kudos Jungs... aber Schafer sollte sich der Realität stellen das er zwar geniale Spieleuniversen erschaffen kann, die eigentlichen Spiele dann aber finanziell mindestens riskant sind und er daher eig. was falsch macht um auch weiterhin tätig sein zu können. Das seine Jungs knapp arbeitslos wurden ist zwar traurig, aber eine Firma die eben zwar lieb und nett ist, aber das ihr größter Erfolg ist, ist als Firma eig. suboptimal tätig.
    Gegen Kapitalismus zu sein und dabei als einzige Waffe "Kotick ist doof" zu bringen ist ziemlich dürftig.
    Editiert von crackajack um 28/09/10 @ 10:19
  • KleinerMrDerb #2 vor 2 Jahren

    Das Konzept von Brütal Legend war genial, ebenso wie die Story und der Soundtrack aber das wars dann schon.

    Das Gameplay war unausgereift, vorallem der Strategiepart den man innerhalb weniger Stunden 4 mal absolvieren musste war langweilig und die Steuerung (grad vom Auto) war eine Katastrophe.

    Ohne die anfangs erwähnten Punkte wäre das Spiel komplett in der Bedeutungslosigkeit versunken denn das wichtigste eines Spiels, nämlich das Gameplay ist alles andere als gut... es ist sogar richtig schlecht.

    Tim Schafer mag ein toller Geschichtenerzähler sein aber für ein Spiel brauch es eben mehr als das, wie Brütal Legend beweist.
    Editiert von KleinerMrDerb um 28/09/10 @ 10:48
  • S-Markt #3 vor 2 Jahren

    @crackajack
    wenn jeder so uninspiriert wie du und kotick denken würde, gäbe es nur noch wow und cod. erfolg für programmierer ist, gute neue spiele zu schaffen, erfolg für manager ist, das neue erfolgreich zu verkaufen, nicht da zu hocken und zu sagen: das wollen wir nicht, das bringt nichts ein. gute manager sind keine kapitalisabschöpfer, sondern kapitalschöpfer. leider wird das immer wieder vergessen, weil sich so viele nieten wie bk in der führungsetage rumtreiben.

    Schafer muß sich nicht der realität stellen, weil er nichts falsch gemacht hat. Im gegenteil, er hat neue ideen geschaffen. "kotick ist doof" weil er nicht in der lage ist solche ideen zu verkaufen.
  • Braincrack #4 vor 2 Jahren

    Also ich fand Brütal Legend sehr gut von der Idee - von der Umsetzung war es eher dürftig, hat zwar Spaß gemacht aber wurde recht eintönig, hätte man vllt. etwas mehr Arbeit hingesteckt bzw. mehr Zeit dem Titel gegeben wär es sicherlich fast eingeschlagen wie eine Bombe.....aber naja, kann man ja mittlerweile über viele Spiele sagen^^

    Hm könnts mir eigentlich nochmal für die Xbox holen, damals auf der PS3 hab ichs leider net wirklich durchgezockt.....

  • crackajack #5 vor 2 Jahren

    Solche Ideen verkaufen? Soll Kotick nun auch das Spiel besser programmieren?
    EA hat's probiert und BL 2 eingestampft weil sie ebenso kein Licht am Ende des Tunnels sahen. Schafer bleibt nun nur mehr der Weg in den Indiebereich mit kleinen Budgets, kleine Spieleperlen zu machen. Aus Frust muss er nun aber nicht so tun als ob Kotick sich überhaupt um ihn scheren würde. Der hatte es einfach nicht nötig sofort zu antworten, wahrscheinlich gar nicht, nur wurde er danach gefragt und hat eine imo sehr gute Antwort gegeben. Die Meinung das er ein Arschloch wäre hat er Schafer gelassen, Meinungen darf eben jeder haben, und eben was konkretes kritisiert: die Qualität seines Spiels, seiner Arbeit, seiner Führungsarbeit. Und alles was Schaffer dazu einfällt ist sich weiterhin kindisch aufzuführen und zu schmollen.
  • KleinerMrDerb #6 vor 2 Jahren

    "erfolg für programmierer ist, gute neue spiele zu schaffen, erfolg für manager ist, das neue erfolgreich zu verkaufen, nicht da zu hocken und zu sagen: das wollen wir nicht, das bringt nichts ein"

    FALSCH

    Manager sollen dafür sorgen das richtige Produkt zur richtigen Zeit an möglichst viele Kunden zu bringen.

    Sie sollen nicht auf biegen und brechen versuchen jeden Scheiss zu verkaufen sondern nur das was sich auch verkaufen lässt und von dem man überzeugt ist, dass es erfolgreich sein könnte.

    Auch gehört es zu den Aufgaben eines Managers eine laufendes Projekt zu stoppen wenn man der Meinung ist, dass man dadurch keine Erfolg erzielen kann.

    Activision war nunmal der Meinung, dass Brütal Legend nicht das richtige Produkt sei.
    Und damit hatten sie wohl nicht unrecht denn Brütal Legend hat sich alles andere als gut Verkauft
    Wenn man sich in der Vergangenheit das ein oder andere Spiel so anschaut könnten ruhig mehr Manager so handeln und uns vor der einen oder andere Software-Katastrophe beschützen.
    Editiert von KleinerMrDerb um 28/09/10 @ 12:28
  • S-Markt #7 vor 2 Jahren

    @kleinermrderb
    nö, da ist falsch. gute manager verkaufen alles, egal zu welchem zeitpunkt.
    beste beispiele hierfür sind der smart, swatch, ms-dos und sämtliche dsds-musik. alles dinge, die eigentlich keiner brauchte und die mit dem richtigen marketing erfolgreich waren. das machen gute manager. den mist mit nein sagen und den richtigen zeitpunkt abwarten, das kann jeder. würde wirtschaft danach funktionieren hätten wir aber keinen fortschritt. von daher liegst du genauso falsch wie crackhead
  • KleinerMrDerb #8 vor 2 Jahren

    Auch ein DSDS und ein Smart sind nicht aus dem nichts gekommen sondern haben sich nach der Masse gerichtet.

    Die Menschen wollten kleine und spritsparende Autos und dann hat sich daraufhin wer den Smart ausgedacht.
    Die leute hatten die schnauze voll von den unzähligen 90er Abendserien also hat jemand diese Castingsshows erfunden.

    Diese Dinge sind nicht aus dem nichts gekommen und haben von heute auf morgen alles geändert sondern sie sind zu einem perfekt gewählten Zeitpunkt erschienen.

    Deswegen haben die meisten Entwickler div. Patente in warteposition um diese erst zu veröffentlichen wenn der richtige zeitpunkt gekommen ist.

    Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel aber würde jede Firma ständig maximales Risiko fahren und jeden scheiss auf dem markt bringen den sich ein Entwickler ausgedacht hat dann würde sich keine Firma lange am Markt halten können.

    Denn dann wäre die Wirtschaft ein pures Glückspiel und man müsste ständig hoffen, dass die Kunden das Produkt annehmen oder nicht.

    Marktanalyse ist das Zauberwort
    Man muss wissen wie sich der Markt verhält und was einen neuen Trend auslösen könnte.
  • Roland_D11 #9 vor 2 Jahren

    Ich kann den Ärger von Tim Schafer verstehen. Die Aussage von Bobby Kotick war, dass er "in einem Meeting berichtet bekommen hat, dass Double Fine den Zeitplan nicht einhält". Wenn das nicht der Wahrheit entspricht (was keiner von uns beurteilen kann), ist das eine Beleidigung für das Team bei Double Fine. Nach dem Wechsel zu EA sind die Meilensteine scheinbar eingehalten worden, der Veröffentlichungstermin 13.10.09 stand ziemlich lange fest.

    Und dass Schafer sagt, Bobby Kotick hätte eben diesem Team fast den Job gekostet beziehe ich auf den völlig unnötigen Versuch von Activision, die Veröffentlichung von Brutal Legend zu verhindern. Das war unnötig (vor allem, wenn das Spiel zu schlecht für Activision selbst war).
    Editiert von Roland_D11 um 28/09/10 @ 13:20
  • KleinerMrDerb #10 vor 2 Jahren

    Zeit ist nunmal Geld und die Vergangenheit lehrt uns, dass sehr viele Entwickler dies nicht so ganz ernst nehmen.
    Wenn man seinen Zeitplan nicht einhalten kann dann muss man unter Umständen damit rechnen, dass einem auch die weiteren Gelder gestrichen werden und das gesamte Projekt eingestellt wird.

    Wir wissen wie immer leider nicht genug um die Situation vernünftig zu bewerten.

    Klar sollte nur sein, dass selbst ein B.Kotick eine laufende Entwicklung nicht aus einer Laune heraus einstellt.
    Das wird schon eine Vorgeschichte gehabt haben und man wird sich bei Activision auch Gedanken darüber gemacht haben.
  • Roland_D11 #11 vor 2 Jahren

    Natürlich ist es klar, dass ein CEO eine Entwicklung nicht "einfach so" einstellt. Ich bezweifle im Fall Brutal Legend sogar, das Kotick maßgeblich an der Entscheidungsfindung beteiligt war. Man muss aber von den Informationen ausgehen, die man hat. Und nach der "Fusion" mit Vivendi hat Activision öffentlich gesagt, dass sie nur solche Projekte weiterführen werden, die sich zu "Franchises" machen lassen. Opfer dieser Politik waren z.B. Brutal Legend und Ghostbusters (und einige mehr).

    Dass Kotick jetzt plötzlich einen Entwickler, den seine Firma im letzten Jahr noch vor Gericht zerren wollte, damit dessen Spiel nicht erscheint, derart mit Dreck bewirft, ist stillos.
    Editiert von Roland_D11 um 28/09/10 @ 13:59
  • KleinerMrDerb #12 vor 2 Jahren

    Sorry aber irgendwie scheinst du etwas durcheinander gebracht zu haben.

    Ich bin wahrlich kein Freund von Kotick aber rein Wirtschafftlich kann man ihm wohl kaum was vorwerfen.

    Er macht das wofür er bezahlt wird und der Erfolg von Activision gibt ihm recht und dann kommt ein angepisster Ex-Angestellter um die Ecke und beleidigt seinen ehemaligen Chef und ist dann doppelt Sauer, weil sich sein Ex-Chef nicht auf dieses Niveau herablässt sondern sachlich die Lage schildert wieso es zum einstellen des Spiels gekommen ist.
  • crackajack #13 vor 2 Jahren

    "derart mit Dreck bewirft, ist stillos"
    "Meilenstein überziehen, Budget überschritten, Spiel naja" ist Dreck werfen?
    "Prick" ist dann bei dir ... ?
  • Roland_D11 #14 vor 2 Jahren

    Wirtschaftlich kann man Kotick natürlich kaum etwas vorwerfen, das habe ich auch nicht gemacht. Mir geht es konkret um die Aussagen, die Kotick in diesem letzten Interview gemacht hat.

    Es passt es für mich einfach nicht zusammen, dass jetzt als Grund für das Einstellen von Brutal Legend diese Verfehlungen von Double Fine als Grund angeführt werden, wenn vor einem Jahr noch ein Gerichtsverfahren gegen die Veröffentlichung des Spiels angestrengt werden sollte. Zum Zeitpunkt der Einstellung war von Verfehlungen von Double Fine nie die Rede.

    @crackajack

    Ja, das ist "Dreck werfen". Es sind Unterstellungen gegenüber einem Entwicklerteam, mit dem Kotick laut eigener Aussage nie direkten Kontakt hatte und in nur einem Meeting eben diese Berichte über angeblich nicht eingehaltene Zeitpläne bekommen hat. Zu diesem Zeitpunkt, über ein Jahr nach Veröffentlichung der Software, ist das vollkommen unnötig. Es ist auch geschäftsschädigend für Double Fine.

    Die Aussage von Tim Schafer war ein persönlicher Angriff gegen den Führungsstil von Bobby Kotick. Natürlich war auch diese Aussage stillos und unnötig. Aber Schafer sagt zu Recht, dass er sich als Konter lieber einen Angriff gegen ihn selbst gewünscht hätte und nicht gegen sein Entwicklerteam.
    Editiert von Roland_D11 um 28/09/10 @ 14:37
  • Phoney #15 vor 2 Jahren

    @KleinerMrDerb:

    Ich zitiere Roland: "Nach der "Fusion" mit Vivendi hat Activision öffentlich gesagt, dass sie nur solche Projekte weiterführen werden, die sich zu "Franchises" machen lassen."

    Du sagst: "Ich bin wahrlich kein Freund von Kotick aber rein Wirtschafftlich kann man ihm wohl kaum was vorwerfen."

    D.h. die großen Publisher, in diesem Fall ActiBlizz wollen mit einem derartigen Vorgehen Risiken verringern, die zukünftigen Umsatzprognosen verlässlicher machen usw.
    Dagegen spricht imo:
    A) daß der Markt für Spielereihen wie COD irgendwann gesättigt sein könnte oder irgendwann beispielsweise das MoH-Franchise wieder die Nummer 1 des Shootergenres ist. (für andere Genre analog)
    B) daß die Innovation in der Spieleentwicklung gänzlich von der Indieszene oder Nintendo vorangetrieben werden müßte. Folge: Neue Konzepte, für die sicherlich ein Markt bestünde, würden in Schubladen verstauben oder erst gar nicht entwickelt, da der Weg der Kapitalbeschaffung über die Großen der Industrie durch solch eine ausschließliche Fanchisepolitik nur noch faktisch bestünde (Übertreibung).

    Frage: Werden dann Spiele wie z.B. "Zack & Wiki" oder Schafer's "BL" überhaupt noch in dieser Anzahl und Qualität produziert, okay bei zuletzt genanntem gab es Abstriche in der G(ameplay)-Note und vermarktet? Ich wage es zu bezweifeln!

    Sicherlich gibt es andere Meinungen und auch viele kurz- bis mittelfristige wirtschaftliche Gründe zu dieser Art der IP-Ausschlachtung, Franchisepolitik, das war nur meine Sicht der Dinge.
    Editiert von Phoney um 29/09/10 @ 00:31
  • gisu #16 vor 2 Jahren

    Kotick mag derzeit als Manager für seine Aktionäre taugen, für die Spielbranche und für seine Kunden ist er aber gift. Mittlerweile setzt EA mehr kreative Impulse im Massengeschäft, als Activision die sich auf ihren Franchises ausruhen - allen voran WOW.
    Activision könnte auch Waschmittel herstellen, da wird die Wäsche auch jedes Jahr ein stück Weißer.

    Früher oder später werden die "tollen" Franchises ausgelutscht sein, mal sehen wie Kotick sich dann kreative Leute ranholt die für seine Firma neue kreative Impulse setzen, damit Verkaufszahlen wieder nach oben schnellen.
  • KleinerMrDerb #17 vor 2 Jahren

    "Kotick mag derzeit als Manager für seine Aktionäre taugen, für die Spielbranche und für seine Kunden ist er aber gift."

    Weder für die Spielebranche noch für die Kunden ist er Gift sondern in diesem Zusammenhang nur für DICH!
    Erklär mir bitte wie der erfolgreichste Publisher mit unzähligen Millionen zufriedener und zahlender Kunden Gift für sie sein kann?

    Klar ist, dass sich der Geschmack der Massen irgendwann wieder ändern wird und dann werden sich auch die Branchenriesen wieder anpassen müssen.
    Bis es soweit ist bekommen die Spieler das was sie wollen.... einen Fließbandshooter nach dem anderen.
    Auch ein Activision kann nicht ewig auf dieser Erfolgswelle reiten und muss irgendwann wieder mit neuen Ideen auf Risiko fahren.

  • gigsen #18 vor 2 Jahren

    pffft... fliesbandshooter... mein geliebtes cod..?! ;)


  • crackajack #19 vor 2 Jahren

    "Es passt es für mich einfach nicht zusammen, dass jetzt als Grund für das Einstellen von Brutal Legend diese Verfehlungen von Double Fine als Grund angeführt werden, wenn vor einem Jahr noch ein Gerichtsverfahren gegen die Veröffentlichung des Spiels angestrengt werden sollte."
    Selber hatte Act. wohl das Projekt als komplettes Minusgeschäft bereits einstampfen wollen- aus den nun hinterher genannten Gründen (die überhaupt erst genannt wurden weil Schafer eine Breitseite wollte). Als EA die weiteren Kosten übernahm, hat man wohl eine Abgeltung der bisherigen eigenen Kosten verlangt und das gerichtlich eingebracht.
    Keine Ahnung ob man die Rechte an der Marke hatte oder auf welches Recht sich das Ganze bezog, aber irgendwie geeinigt hat man sich wohl. Entweder war es aus der Luft gegriffen und EA hat Activision runtergeputzt oder sie haben selber gesehen das sie zahlen müssen um es publishen zu dürfen. Verzögert wurde ja am Ende dadurch nichts?
    Bleibt immer noch das Tim eine wohl unfertig wirkende Beta bei Act. vorgelegt hat die dort keine Begeisterung auslöste und EA das Ding hinterher retten versuchte aber dafür auch keine Unsummen und ewig Zeit erlaubte da sie auch nicht das riesige Potential sahen, und am Ende eben ein durchaus ambitioniertes aber für die Mehrheit nicht geniales Werk dabei rausschaute.