Andrew House über den NGP, 3G, etc.

Der PlayStation-EU-Boss über den nächsten Handheld

Es ist erst ein paar Stunden her, seit Sony auf dem PlayStation Meeting in Tokio seinen großzügig ausgestatteten Nachfolger der PSP vorgestellt hat. Codename: Next Generation Portable – oder NGP.

Mit dem Taxi fuhr ich von dem Briefing zum imponierenden, aber minimalistischen Tokio-Hauptquarter des Sony-Konzerns. Ich bin hier, um mich mit Andrew House, dem Präsidenten und CEO von Sony Computer Entertainment Europe, darüber zu sprechen, was ich gerade gesehen und gehört habe.

Auf der Konferenz kündigte Sony außerdem überraschend die PlayStation Suite an, eine Plattform, mit der Sony PSone-Klassiker und Neuentwicklungen auf Android-getriebene Handys und Tablets bringt. Die Idee scheint zu sein, dass die PS Suite die Firma nach hinten gegen Apple und sein iPhone abschirmt, indem es den Smartphone-Markt für traditionelleres Gaming öffnet, während der NGP sich mit dem 3DS anlegt – einem ähnlich gimmickartigen Gaming-Gadget, das aber weder über die Pferdestärken noch über – scheinbar jedenfalls – derart ausgereifte Online-Funktionalitäten verfügt.

Aber es ist natürlich der NGP, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht – vor allem hier, in diesem blendend weißen Raum. House hat gerade einen vor sich auf dem Tisch. Es ist ein glänzendes, schönes Gerät. Die Ähnlichkeit zur PSP ist auffällig, aber es ist ein selbstbewussteres, weniger überladenes Design. Und ja, es ist groß, aber nicht übermäßig. Aus der Nähe scheinen seine Abmessungen denen der PSP zu ähneln, während die Vorteile der Größe in dem riesigen Bildschirm und den bequem platzierten Analogsticks ziemlich offensichtlich werden. Neben Houses BlackBerry scheint es in etwa die gleiche Tiefe zu haben und in etwa zweieinhalb mal so breit zu sein.

House selbst ist freundlich und höflich. Er wählt seine Worte sorgfältig und besitzt die Fähigkeit, grammatikalisch korrektes Englisch zu sprechen und dabei sogar die gestellte Frage zu beantworten – etwas, das unter Videospiele-Führungskräften und, naja, eigentlich den meisten Menschen nicht eben weit verbreitet ist. Zum Aufwärmen starte ich mit den simpelsten Fragen, doch selbst seine Antwort hierauf fällt interessant aus – hier also das komplette Interview.

Eurogamer: Was ist die zentrale Botschaft, die ihr heute vermitteln wollt?

Andrew House: Ich glaube, wir haben heute zwei sehr wesentliche Elemente unserer Strategie angekündigt und ich finde, beide sind wichtig. Die eine ist unsere Antwort darauf, wie sich der Markt tragbarer Spielgeräte in den letzten fünf Jahren seit dem Start der PSP verschoben und verändert hat.

Für die PlayStation Suite haben wir uns im Grunde den Android-Marktplatz ganz genau angesehen. Der Großteil der Spiele dort ist kostenlos und im Casual-Bereich. Die Wertschöpfung passiert aber im Bereich der reichhaltigeren und tieferen Spiele. Diese werden im Allgemeinen für die Zielgruppe geschaffen, die, nun ja, deine Zielgruppe ist – die Core-Zielgruppe.

Darauf basierend und nach Diskussionen mit Publishern, besonders Publishern konventioneller Spiele, dachten wir uns, dass sich hier eine bedeutende Möglichkeit bietet. Ich würde dies ein "Mittleres Segment" nennen: Für Verbraucher, die den Komfort eines Smartphones schätzen, aber etwas tiefergehende und reichhaltigere Spiele wollen als sie im Moment bekommen – und bereit sind, dafür zu zahlen.

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Andrew House in Tokio. Kein Wunder, dass er so zufrieden aussieht.

Das Schöne an dieser Strategie ist, dass die Publisher ihren bereits bestehenden Content nutzen können, um eine neue Einkommensquelle zu erschließen. Diverse Hersteller haben mir erzählt, dass sie auf dem derzeitigen Android-Marktplatz Probleme haben, ein Zuhause für ihre Inhalte und ein neues Geschäftsmodell zu finden. Wir haben uns Mühe gegeben, dieses Problem anzugehen.

Eurogamer: Und wo ist das schöne neue Gerät, das da vor dir liegt, da einzuordnen?

Andrew House: Dieses schöne neue Gerät sitzt am oberen Ende dieser Gliederung. Ich finde, es ist ein Führungssignal. Ein Zeichen, dass wir glauben, dass es ein riesiges Potential für ein dediziertes, tragbares Spielgerät mit dem richtigen Cutting-Edge-Funktionsumfang gibt. Und wir sind in die Vollen gegangen – wir haben einen fantastischen Bildschirm, der für ein Premium-Spielerlebnis ein zentrales Element ist.

Eine der Lehren, die wir aus der PSP gezogen haben, ist, dass die Kunden nicht damit zufrieden sind, wenn wir ein konventionelles Konsolenspiel einfach auf das Handheld portieren. Es muss einen Satz an Features geben, die zu diesem tragbaren Erlebnis passen. Daher bauen wir GPS für ortsbasierte Dienste und Spiele ein. Die Konnektivität ist für die neue und kommende Generation von Spielern selbstverständlich entscheidend. Sie wollen soziale Vernetzung ebenso wie sie ein dediziertes Spielerlebnis wollen.

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