Braid-Schöpfer Johnathan Blow: "Social Games sind nicht sozial, sondern böse"

"Es gibt kein anderes Wort dafür"

Jonathan Blow, Kopf hinter dem Indie-Hit Braid und dem kommenden experimentellen Knobler The Witness, hat nun Stellung zu Farmville und Co bezogen. Die so genannten "Social Games" seien seiner Meinung nach das Gegenteil von sozial. Er geht sogar soweit, sie als "böse" zu bezeichnen.

"Es geht darum, Freunde als Ressourcen für den Spielfortschritt zu nutzen, das ist das Gegenteil von Sozialität oder Freundschaft", so Blow gegenüber PC Gamer (über vg247).

"Dafür gibt es kein anderes Wort als 'böse'. Natürlich kann man das alles debattieren, aber zur allgemeinen Definition des Bösen in der Welt, die sich nicht um einen Schergen in einer Bergfestung dreht, gehört ja Selbstsucht zum Nachteil anderer oder dem Nachteil der Welt. Und das ist genau das[, was die meisten dieser Spiele sind]", erklärt er.

Dass die User dies nicht ebenso sehen, lege am bewusst fluffigen Design der Spiele.

"Die Sache an diesen Spielen ist aber, dass sie so aufgezogen sind, dass sie wirklich leichtherzig, freundlich und so weiter erscheinen. Das erschwert es, über die Spiele nachzudenken und die Art, wie ihr Design die Welt beeinflusst – die meisten Leute auf der Welt denken ja nicht darüber nach, nicht war?"

"Es ist einfach sehr schwierig für sie, einzusehen, wie das auch nur in irgend einer Weise nachteilig sein könnte. Sie sagen sich, 'oh, ich klicke auf die Items, das macht Spaß."

Kommentare (9) Latest comment vor 1 Jahr

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  • Jahsoldier #1 vor 1 Jahr

    Nicht umsonst bin ich weder bei Facebook noch beim Studi-KZ angemeldet...
    Editiert von Jahsoldier um 16/02/11 @ 09:57
  • Lancezh #2 vor 1 Jahr

  • p1ng001n #3 vor 1 Jahr

    @Jahsoldier: Was haben Social Networks im Allgemeinen mit den Spielen auf diesen Plattformen im Speziellen zu tun?
  • Bohnsen #4 vor 1 Jahr

    Eins muss man ihm lassen: Er weiß, wie man im Gespräch bleibt. Obendrauf scheint er einfach nur ehrlich zu sein. In eine ähnliche Kerbe schlagen ja auch Jenova Chens Gedanken zum Thema <a type="ext" href="http://www.eurogamer.de/articles/2011-01-12-jenova-chen-designer-sollten-ihre-vorstellung-von-multiplayer-hinterfragen">Relevanz gewisser Spiele</a>. Man muss sicher nicht damit konform gehen, aber interessante, bereichernde Ansichten sind es schon.

    cheers,

    Alex

    P.S.:

    A) Das, was p1ng00 sagt
    B) @Jahsoldier: Wortwahl plz!

    Editiert von Bohnsen um 16/02/11 @ 09:01
  • Jahsoldier #5 vor 1 Jahr

    @pingooin
    Nix :-) aber ein Grund mehr die Sachen nicht zu mögen. Ich hatte vom ersten Tag an das Gefühl, dass man bei diesen Social-Networks selber weniger von der Anmeldung hat als das Network/Unternehmen selber... 25 Millarden geschätzer Facebook-Wert kommen ja nich von ungefähr: unendlich viele möglichkeiten--> Stichwort gläserner Bürger.
    Klar war der Grundgedanke mal nicht schlecht und ich kann auch nachvollziehen warum es viele so toll finden, aber schon alleine, weil heute jeder Kinofilm, jedes Spiel, bald jedes Produkt eine Facebook-Seite hat sagt - zumindest mir - dass da was völlig konträr zum eigentlichen mal wirklich interessanten Konzept läuft.

    @ Bohnsen:
    War doch nur nen Tippfehler ;-)
  • KleinerMrDerb #6 vor 1 Jahr

    Sozial im sinne von "Gemeinsam" sind nur die wenigsten Spiele... höchstens bei einem TEAM Spiel wird der Sozialfaktor im eigenen Team erzeugt... aber der Kampf gegen das gegnerische Team ist trotzdem der eigentliche FOKUS.

    Einzig ein CooP Modus ist wirklich Sozial.

    Von daher verstehe ich nicht was ein Farmville Asozialer machen sollte als ein Anno, Starcraft, UT usw.

    Man Spiel es mit und gegen andere.... nur ist die Platform eine andere.
    Editiert von KleinerMrDerb um 16/02/11 @ 10:01
  • monkeyboobs #7 vor 1 Jahr

    Mensch ärgere dich nicht! Schach! Pokern!

    Nein, es gibt schon einen kleinen, aber feinen Unterschied: StarCraft & Co. sind einfach Wettkampfspiele, in denen wie im sportlichen Wettbewerb eigene Geistes- und/oder Körperstärke im fairen Wettstreit gemessen werden. Das ist was anderes, als sich von anderen Galliern auf einem Schild den nächsten Berg hochtragen zu lassen. Zumindest hab ich das so verstanden.

    Edit:

    Himmelhilf, was hab ich denn da verzapft? Wettkampfspiele, Wettbewerb, Wettstreit. Omg...
    Editiert von monkeyboobs um 16/02/11 @ 10:24
  • Heavy_Rain #8 vor 1 Jahr

    Es geht nicht darum, dass man gegeneinander spielt oder etwas in der Art, sondern das die eigentlichen Spielmechaniken "abusive" sind.
  • theguy78 #9 vor 1 Jahr

    jaron lanier sagt:
    doort wo sich viele menschen mit der gleichen meinung zu einem bestimmten thema treffen,kommt generell immer das Schlechte zum Vorschein.
    das kann man ganz gut auf youtube oder so sehen,ein idiot gibt einen dummen kommentar ab,und 100 weitere idioten steigen mit vollgas ein...
    ich stehe mittlerweile dem inet ähnlich kritisch gegenüber,da es nicht darum geht leute zu vereinigen,sondern gleich engstirnige trottel zu finden,um sich noch engstirniger über dumme themen auszutauschen.jemand,der dann etwas dagegen sagt,würde man im optimalfall sofort euthanasieren.
    deshalb gebe ich dem typen recht,diese spiele bauen gar nicht auf sozialen grundsätzen auf,sondern treiben das egoistische verhalten innerhalb einer bestimmten gruupe sogar noch an.
    mit co-op hat das rein gar nichts am hut,da man sich dort ja gegenseitig hilft.
    diese spiele sind ein logisches produkt unserer egoistischen,kapitalistischen gesellschaft...
    Editiert von theguy78 um 16/02/11 @ 17:14