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Rollenspiele, die (fast) nur ihr kennt • Seite 3

Und das Eine, das gewonnen hat

11) Hype: The Time Quest (PC, Dreamcast, PS2)

Geschrieben von: biff999

Erschienen: 1999

Entwickler: Playmobil Interactive

Erhältlich über: Amazon

Was ich damals total gerne gespielt habe, war Hype: The Time Quest. Sämtliche Figuren im Spiel sind Playmobilmännchen. Man selbst spielt den Ritter Hype. Der schwarze Ritter reist aus der Vergangenheit in Hypes Gegenwart und will die Macht an sich reißen. Unser Held will ihn stoppen, wird aber versteinert und in die Vergangenheit geschickt, wo ein junger Magier ihn dann wieder befreit. Das Spiel ist unterteilt in vier Epochen, jede Epoche hat ihren eigenen Stil und es werden teilweise neue Wege geöffnet. Natürlich muss man in gewissen Missionen in der Zeit herumreisen.

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Die Story ist linear, bietet aber teilweise schöne Dialoge und richtiges Mittelalter-Feeling. Man findet ab und zu in den Missionen, später meistens etwas am Rand versteckt, neue Zauber. Die sind unterteilt in Feuer, Eis und Elektrizität und werden immer stärker.

Die sind ziemlich wichtig, da eure Gegner auch immer mehr austeilen und einstecken. Durch das Umnieten von Gegnern bekommt ihr Geld und könnt euch Tränke, Kräuter um eure Zauberleiste aufzufüllen und anderes Zeug holen oder beim Schmied Pfeile kaufen, bzw. eure Rüstung reparieren lassen. Hype: The Time Quest strahlt seine ganz eigene Atmosphäre aus, die Stadt wirkt durchaus lebendig und ich finde der Playmobil-Look hat Charme.

Die Kämpfe sind zwar ziemlich simpel, aber es gibt genug Kletter- und Rätseleinlagen. Zwischendurch dürft ihr übrigens auch einen Drachen fliegen. Ein weiteres Highlight sind übrigens auch die Bosskämpfe gegen sehr unterschiedliche Gegner, die allesamt ihre eigene Taktik brauchen.

12) Desktop Dungeons (PC, Mac)

Geschrieben von: Heavy_Rain

Erschienen: 2011

Entwickler: QCF Design

Erhältlich über: QCF Design (Freeware)

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Rollenspielkonzentrat für zwischendurch und jedermann, aber doch nicht ohne Komplexität. Das ist Desktop Dungeons, ein Roguelike-Abkömmling. Das heißt, wenn die Spielfigur stirbt, ist das endgültig. Der Unterschied bei DD ist, dass ein Dungeon nur eine Etage hat. Man sieht also den grundlegenden Umriss immer direkt vor sich auf dem Bildschirm. Die Levels werden bei jedem Start zufallsgeneriert, wodurch praktisch niemals Langweile aufkommt.

Genauso zufällig sind auch die Positionen der Monster (die sich nicht bewegen) und der eigene Startpunkt. Man beginnt natürlich auf Level 1 und muss sich nun die passenden Gegner suchen. Wenn sie die gleiche Stufe wie die eigene Spielfigur haben, schafft man sie problemlos aber dann geben sie auch weniger Erfahrung. Ein stärkeres Monster besiegt man aber unter Umständen nur knapp mit Heiltränken oder Zaubern.

Man muss also immer abwägen. Denn der Dungeon gilt erst als geschafft, wenn man die Kreatur mit dem höchsten Level (10) besiegt hat. Lebensenergie und Mana laden sich durch das Erkunden der Karte auf, was wiederum strategisches Vorgehen erfordert, denn man sollte natürlich nicht alles aufdecken, wenn man sowieso volle Energie hat. Das alles geht ganz einfach mit wenigen Klicks von der Hand und ein Spiel dauert meist nicht länger als 15 Minuten, aber trotzdem mangelt es DD eben auch nicht an Komplexität. Denn den eigenen Held kann man aus verschiedene Rassen und Klassen zusammenstellen. Es gibt Glaubensrichtungen, die die Spielweise beeinflussen. Weitere Levels, mit anderen Monstern und zusätzliche Klassen, die durch das Durchspielen eines Dungeons freigeschaltet werden oder kleine Läden zum Einkaufen.

13) The Legend of Dragoon (PSOne)

Geschrieben von: Kimonex

Erschienen: 1999

Entwickler: SCEI

Erhältlich über: eBay

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Das Veröffentlichungsdatum des Spiels war von SCEI geschickt gewählt, denn es erschien einige Zeit nach Final Fantasy 8 und auch etliche Monate vor Final Fantasy 9 (zumindest in Japan). Dennoch entwickelte sich „The Legend of Dragoon" nur zu einem absoluten Geheimtipp. Die Kritiken reichten von „oberes Mittelmaß" bis „Spitzenklasse". Einig waren sich die Kritiker aber bei der guten Grafik sowie den wunderschönen Filmsequenzen. Außerdem wurde durchweg bemängelt, dass die Echtzeit-Kombo-Einlagen des ansonsten rundenbasierten Kampfsystems oft zu viel Präzision erfordern. Für Spieler, die die vier CD-ROMs einlegten, war „The Legend of Dragoon" allerdings eine absolute Perle.

Wahrscheinlich gehört es daher auch bis heute noch mit Benutzerbewertungen von 8.9 („Great") bei Gamespot und 9.1 auf IGN zu einem der besten Konsolen-RPGs. Die Spielzeit beträgt in etwa 50 Stunden und die Story scheint auf dem ersten Blick ziemlich abgedroschen. Im Laufe des Spiels offenbaren sich allerdings einige unvorhersehbare Wendungen und der Spannungsbogen steigt gut an. Zudem wird klar, dass nicht nur eine Geschichte geschaffen wurde, sondern eine ganze Welt „drum herum". So erfährt man von einem göttlichen Baum, dessen Äste zur Erde fielen und alles Leben - unter anderem Drachen sowie Menschen - erschufen. Dazu noch ein uralter mythischer Zwist, dem der Spieler später ebenfalls auf der Spur ist. Ich hatte das Spiel per Zufall in meiner örtlichen Videothek entdeckt, direkt mitgenommen und war alsbald völlig gefangen. Kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Ach ja, ich würde es freiwillig wieder einlegen.

14) Record of Lodoss War: Advent of Cardice (Dreamcast)

Geschrieben von: staR-Kron

Erschienen: 2000

Entwickler: Neverland Co.

Erhältlich über: eBay

Zugegeben, das Rollenspiel-Genre war nie das Prunkstück der Dreamcast, mit Record of Lodoss War fand sich jedoch ein erstklassiger Diablo-Klon darunter. Blizzard hielt es damals nicht für nötig, Diablo 2 zu portieren – die Dreamcast lag schon im Sterben und die PS2 war gerade gestartet - und so bestand zumindest abseits des PC durchaus Bedarf für einen adäquaten Klon.

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In diese Bresche sprang schließlich das japanische Team von Neverland Co., welche unter anderem die Lufia- und Rune-Factory-Serie erschaffen haben. Das Ergebnis hielten Europäer dann kurz vor Weihnachten 2000 in den Händen. Komplett in 3D und auf Basis des riesigen Lodoss-Universums kämpfte man sich als namenloser Held durch die Insel Marmo, um bekannte Charaktere zu suchen und für den Kampf gegen Kardis zu versammeln.

Die unzähligen Kämpfe gestalteten sich genretypisch eher simpel und das Zauberbuch war eher eine Zauberbroschüre, aber darum geht es bei dieser Art Spiel auch gar nicht. Keiner hat Diablo wegen seiner faszinierenden Story gespielt. Es geht einzig und allein um die Sucht nach neuer Ausrüstung und dem nächsten Levelaufstieg und genau da punktete auch Lodoss. Dank Anvar, dem Schmied, konnte man alles mögliche einschmelzen, Waffen und Rüstungen nach Belieben umwandeln und dann Runen eingravieren, welche man überall im Land finden konnte. Mit denen konnte man vom Angriff bis zur Zauberkraft nahezu alle Werte verbessern und so der Unbesiegbarkeit ein Stück näher kommen. Wer sich nicht von betagter Grafik abschrecken lässt und sich die Wartezeit auf Diablo 3 verkürzen will, der kann ja seinen Kingelkasten entstauben.

So, das war es! Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und Herlichen Glückwunsch, biff999.

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