Dynasty Warriors 7

In der Gameplay-Sackgasse

Die Dynasty-Warriors-Serie steckt schon eine ganze Weile in einer Art selbstauferlegten, inhaltlichen Sackgasse. Mit jedem neuen Teil werden zwar fleißig Elemente und kleine Grafik-Updates hinzugefügt, doch das Grundprinzip bleibt im Wesentlichen unangetastet. Hier geht es stets um repetitive Massenschlachten, die immer gleiche Geschichte rund um die drei chinesischen Königreiche des 3. Jahrhunderts und Jahr für Jahr um nahezu dasselbe Helden-Line-Up. Bei solch einem starren Konzept bleibt natürlich wenig Raum für echte Innovationen oder gar einen Sprung in modernes Gamedesign. Stattdessen wird häppchenweise die Spielerfahrung verbessert, ohne aber richtig große Baustellen wie die Gegner-KI und die viel zu gleichförmigen Kämpfe aufzubrechen.

Aber wie auch? Wenn man gegen Hunderte Gegner auf einmal kämpft, müssen diese einfach strunzdoof sein, sonst hat man eben keine Chance. Und wenn man einen Titel schon Dynasty Warriors nennt, kann man ihn wohl kaum ins Mittelalter verlegen – das machte übrigens Bladestorm. Doch wird ein Spiel durch solch epische Kämpfe wirklich besser? Wäre es nicht sinnvoll, das komplette Konzept auf den Prüfstand zu stellen und einen neuen, frischen Weg zu gehen? Mit kleineren, intimeren Kämpfen, mehr Abwechslung und einer größeren Portion Taktik?

Doch scheinbar fällt genau das den Japanern schwer, was man an ihren oft ebenso uninspirierten Ablegern wie Fist of the North Star oder der Gundam-Serie sieht. Im Gegensatz dazu überzeugt der siebte Teil mit überraschend vielen Neuerungen, die zumindest bei mir die Lust am genüsslichen Metzeln wieder angeregt haben, auch wenn an die grundlegenden Probleme der Serie weiterhin ausgeklammert werden.

Zumindest bewegt sich aber die Grafik nicht mehr auf Fremdschäm-Niveau, es gibt vier recht ansprechend präsentierte Kampagnen und einen stimmigen Eroberungs-Modus, der sich diesmal, abseits des Strikeforce-Ablegers, zum ersten Mal auch Online im Koop bestreiten lässt. Es ist also ein gutes Jahr für die chinesischen Herrscher des 3. Jahrhunderts und den x-ten Kampf um den chinesischen Thron.

Falls ihr videospielmäßig die letzten Jahre hinterm Mond gelebt habt, hier eine kurze Zusammenfassung darüber, um was es bei Dynasty Warriors geht: Ihr steuert in der Third-Person-Perspektive einen mächtigen General über ein recht schmuckloses Schlachtfeld und metzelt mit oft überdimensionierten Waffen Hunderte Gegner auf einmal nieder. Dazu noch eine Portion Taktik in Form von einnehmbaren Festungen und wichtigen gegnerischen Anführern, eine Portion Rollenspiel samt aufmotzbaren Spielfiguren und neuen Waffen und last but not least sogar ein wenig Strategie, wenn ihr euch auf einer gewaltigen Weltkarte euer nächstes Ziel heraussucht.

Bei Teil 7 wurde der letzte Part diesmal komplett abgetrennt und in einen überraschend vielfältigen Eroberungs-Modus gepackt. Die Kampagnen selbst, insgesamt vier Stück, erzählen diesmal mit aufwändigen Zwischensequenzen vier unterschiedliche Geschichten im Rahmen des schon hundertfach durchgekauten Hintergrunds. Basierend auf dem Roman „Romance of Three Kingdoms" wird hier das turbulente Ende der Han-Dynastie beschrieben. Drei Königreiche - Wu, Wei und Han - kämpfen weiter um die Vorherrschaft. Es gibt einen Aufstand der gelben Turbane, das Königreich der Jin will mitspielen und irgendwie kämpft jeder mit jedem und gegen jeden.

Auf gut Deutsch: Auch nach sieben Teilen habe ich das ganze Durcheinander nicht kapiert und stehe immer wieder wie der Ochs vorm Berg. Ist aber auch egal, im Prinzip muss man einfach Karten leerräumen und sich durch Hundertschaften prügeln. Einfältigen Naturen wie meiner Wenigkeit macht das auf eine seltsame Art und Weise Spaß, der Rest langweilt sich nach einer halben Stunde. Also: Business as usal.

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