LEGO Pirates of the Caribbean - Test
Wir plündern und rauben und stehlen
Wer hätte wohl gedacht, dass sich Disneys Pirates of the Caribbean zu einem solch gewaltigen Erfolg entwickelt? Die ersten drei Filme haben weltweit zusammengerechnet rund 2,7 Milliarden Dollar eingespielt. Und das einzig und alleine an den Kinokassen. Der vierte Teil startete in diesen Tagen und ist ebenfalls auf gutem Kurs, eine Menge Geld einzuspielen.
Aber woran liegt es? Ist es dieses halb realistische, halb fantastische Szenario? Liegt es daran, dass man heutzutage kaum noch Piratenfilme zu sehen bekommt? Oder doch einzig und alleine an Johnny Depp? Wie auch immer, es macht schlicht und ergreifend Spaß, sich die Filme anzuschauen. Gibt es eine bessere Voraussetzung für eine Umsetzung als LEGO-Spiel? Wohl kaum, dachte man sich wohl bei Disney Interactive und hat die LEGO-Experten von TT Games mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt.
Und mehr oder weniger passend zum Filmstart von Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten steht nun eben auch LEGO Pirates of the Caribbean in den Händlerregalen. Nun gibt es ja das ungeschriebene Gesetz, dass die meisten Spiele zu Filmen schlicht Mist sind, aber die LEGO-Spiele bildeten hier schon immer eine Ausnahme und auch der jüngste Vertreter der Reihe schließt sich hier nahtlos an die Qualität der anderen Titel an.
Mit LEGO Pirates of the Caribbean deckt man dabei – im Gegensatz zu LEGO Indiana Jones – nicht nur die ersten drei Filme ab, sondern hat gleich auch noch den brandneuen Streifen als vierte Kampagne mit an Bord geholt. Löblich. Und grundsätzlich ändert sich im Vergleich zu den anderen LEGO-Vertretern auch nicht viel. Es ist noch immer das gleiche und nach wie vor spaßige LEGO-Gameplay. Ihr kloppt euch mit Gegnern, baut Objekte zusammen beziehungsweise zerschlagt andernorts welche, löst Rätsel und dergleichen. Natürlich alles passend zur Welt von Pirates of the Caribbean umgesetzt – auch mit zum Teil längeren und gewohnt unterhaltsamen Zwischensequenzen.
Bestimmte Charaktere können nur bestimmte Dinge nutzen und dementsprechend braucht ihr sie für verschiedene Aufgaben. Weibliche Charaktere springen beispielsweise höher als die männlichen Figürchen, Will Turner kann zusätzlich ein kleines Wurfbeil durch die Gegend schleudern und Mr. Gibbs zimmert mit einem Hammer rot glühende Dinge zusammen. Captain Jack Sparrow nutzt unterdessen seinen Kompass, um versteckte Gegenstände im Sand aufzuspüren. Mal braucht ihr das für die Story, mal ist es ein Teil eines Mini-Kits.
LEGO Pirates of the Caribbean - Trailer
Auch hier wieder das übliche Spielchen: Folgt ihr der Story, könnt ihr erstmal nicht jeden einzelnen Winkel der Level erkunden, weil ihr gar nicht die Möglichkeiten dazu habt. Dazu braucht ihr passende Charaktere mit ihren jeweiligen Fähigkeiten, die ihr euch entweder durch das Spielen der Level freischaltet oder im Hafen kauft – natürlich gegen eingesammelte LEGO-Steinchen. Anschließend geht es dann im Freien Spiel darum, auch das letzte Detail aus den Locations herauszukitzeln.
Bis ihr wirklich alle Abschnitte oder das gesamte Spiel mit 100 Prozent beendet, jedes einzelne Extra aufgespürt und jeden Erfolg erreicht habt, könnt ihr sicher wieder mindestens rund 20 Stunden veranschlagen. Und natürlich gibt es auf eurer Reise durch die unterschiedlichen Schauplätze wieder eine Reihe Easter Eggs zu finden, während eure Ohren mit Teilen des fantastischen Soundtracks der Filme beschallt werden. Ein Koop-Modus für zwei Spieler ist darüber hinaus natürlich ebenfalls wieder enthalten.
Technisch hat LEGO Pirates of the Caribbean wie auch schon das im März veröffentlichte LEGO Star Wars 3: The Clone Wars einen Sprung nach vorne gemacht. Schärfere Texturen, schickere Effekte, feinere Animationen. Alleine die Laufanimation von Captain Jack Sparrow sind einfach herrlich anzuschauen. Tearing tritt praktisch kaum auf, lediglich in einem Teil des Hafens, dem Ausgangsort für die Abenteuer, machte es sich – aus welchem Grund auch immer – deutlich bemerkbar.
Schlussendlich kann ich mich eigentlich nur wiederholen: Wer LEGO-Spiele und auch Pirates of the Caribbean mag, wird hier auf jeden Fall mehr als glücklich – und das keineswegs nur im jungen Alter. Auch wenn das Spiel in puncto Umfang vielleicht nicht ganz mit dem jüngsten LEGO-Titel – LEGO Star Wars 3 – mithalten kann, wird es euch doch viele Stunden beschäftigen, bis ihr wirklich alles entdeckt und alles freigeschaltet habt. Kurz gesagt: Gewohnte LEGO-Qualität, gewohnter LEGO-Spielspaß.
In diesem Sinne: Trinkt aus, Piraten, yo-ho!
8 / 10
LEGO Pirates of the Caribbean ist ab sofort für Xbox 360, PlayStation 3, Wii, PC, PSP, Nintendo DS und 3DS erhältlich.
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Kommentare (7) Latest comment vor 1 Jahr
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Und ja, jedes neue LEGO-Spiel hat mehr Daseinsbereichtigung als ein alljährliches CoD
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Das wäre doch der wöchentliche Knüller!
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für mich haben sich die lego-spiele mit dem splitscreen modus als spaßiger coop-titel disqualifiziert. man spielt einfach nicht mehr zusammen, sondern jeder macht so sein ding. und wenn man trotzdem in einem raum ist, ist der splitscreen total irritierend.
kann man dem im tatsächlichen spiel abstellen? ich hab bisher nur die demo ausprobiert. bei SW clone wars konnte man zwar einstellen wie er sich verhält, aber abstellen ging nicht.
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