Die Eurogamer-Textwerkstatt: Runde 3

Thomas testet Williams Pinball Classics (und ist immer noch nicht glücklich)

Zur Theorie gehört auch die Praxis, daher testet unser Praktikant, Thomas Bauer (20), Williams Pinball Classics und auf der zweiten Seite habe ich die fragwürdige Ehre, den Test zu testen. Die Wertung für das Spiel entfällt, da dies ein "Laien"-Test ist.

Ich betrete voller Freude die quietschbunte Spielhalle und bin nach spätestens zwei Minuten völlig verstrahlt. Man schaut sich die relativ große Auswahl von 13 originalen, lizenzierten Tischen verteilt auf zwei Stockwerken an und erfreut sich an der tollen Atmosphäre, der coolen, rockigen Musik und den realistischen Sounds der Umgebung.

Da stürzt man sich doch gleich mit seinen 10 Spiel-Credits auf den ersten Pinball-Tisch und bekommt den ersten Dämpfer: Wo ist die Musik hin? Gut, dafür bin ich bin ja nicht in der Spielhalle. Nervt einen aber.

Mir wird alles kurz und verständlich erklärt, Tipps sind auch immer zwischendurch zu finden... die Ladezeiten von drei bis vier Sekunden zum Beispiel beim Verlassen eines Tisches erlauben dies. Ich habe vieles erwartet, aber nicht so happige Ladezeiten für das kleine Game.

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Endlich vor dem Flipper, drücke ich also erstmal wahllos auf meinem Pad herum und entdecke die absolut seltsamen Möglichkeiten, die Kamera zu verstellen. Hey! Vor dem Tisch, etwas mehr vor dem Tisch und noch etwas mehr davor. Ich habe meine normale Frontansicht des Tisches, dreimal. Manchmal zoomt man sogar näher an den Ball, ist dieser im oberen Bereich.

Apropos Ball, da fällt mir doch etwas auf, es sieht nicht so aus als würde er rollen. Ein Schwebeball vielleicht. Spaß beiseite, teilweise hat man das Gefühl, dass der Ball unberechenbar ist, andererseits wird er auch nicht wirklich schnell. Die Physik ist völlig verkorkst, das merkt man sofort, wenn man schon einmal Pinball gespielt hat. Ebenso wie mir optisch etwas fehlt, in dem Spielball spiegelt sich nichts und eigentlich reflektiert der silberne Ball auch Licht. Eigentlich. Unter ihm befindet sich nur ein immer gleich aussehender runder Pixel-Schatten.

Vielleicht, denke ich mir, ist es der spezielle Tisch, dass ich so stark Kleinigkeiten kritisiere. Meine erste Wahl war wohl falsch. Auf zu dem nächsten Tisch. Aha, der ist auch langweilig, versuchen wir noch einen. Auch langweilig!

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Das Problem ist, dass viele Anfangstische einfach schön bunt sind, aber man wenig Möglichkeiten auf ihnen hat, sie sind klein, der Spieler sieht seine Klipper, die Seitenbumper und zwei bis vier Klappen mit Bumpern am oberen Rand. Die Größeren, die etwas vielseitiger sind, was zum Beispiel Installationen wie Rampen, Bahnen, Löcher und vieles weiteres angeht, kann man sich erst nach sehr langer Zeit leisten.

Zu Beginn wird man noch etwas bei Laune gehalten, da der Zocker für jeden Tisch bestimmte Herausforderungen abschließen kann, um neue Credits zu bekommen und später andere Flipper freizuschalten. Sie sind auch nicht schwierig zu erreichen, das tröstet aber wirklich nur kurz. Vor lauter Wut in den Controller beißend und deprimiert, rüttle ich nun gepflegt am Tisch, es erwartet mich ein "Tilt". Da vergeht mir sogar die Lust, bei einem stecken gebliebenen Ball den Aufseher zu rufen.

Nehme ich mir doch mal einen Freund und versuchen wir uns am Mehrspieler-Modus. Stellen wir also zwei Spieler ein und legen los. Der Modus läuft wie folgt ab: Ich spiele, ist der letzte Ball verloren und mein Partner noch nicht eingeschlafen, gebe ich ihm den Controller, er ist dran. Gähn.

Knapp 30 Euro dafür zu investieren, sollte also gut überlegt sein und ehrlich gesagt ist davon abzuraten. Die Defizite, wie die schlechte Ballphysik und unschöne optische Fehler, verlangen dem Spieler zu viel Frustration ab, auch wenn die Atmosphäre anfangs viel herzumachen scheint. Eine günstigere Variante wäre wohl das gute alte Windows Pinball, an dem hat man genauso lang Spaß. Will man an einem originalen Williams Flippertisch spielen, nehme man die 30 Euro und suche eine Spielhalle.

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