Zur Theorie gehört auch die Praxis, daher testet unser Praktikant, Thomas Bauer (20), Devil May Cry 4 und auf der zweiten Seite habe ich die fragwürdige Ehre, den Test zu testen. Warum ein so altes Spiel? Es geht diesmal darum, einen persönlichen Klassiker zu sezieren. Die Wertung für das Spiel entfällt, da dies ein "Laien"-Test ist.
Dank des Sommerlochs greife ich diese Woche also einmal in meine Nostalgiekiste und knüppel einen Klassiker nieder. Aber nein, diesmal werde ich handzahm, ist ja immerhin meine Kiste mit meinen Lieblingen drin. Und da ich schon diese freie Wahl habe, wähle ich ein Spiel, das ich nie wieder aus dem Kopf bekam über die Jahre, Devil May Cry 4. Zugleich poliert es meine Statistik endlich auf, da ich, wie jetzt zu erwarten, mal viel weniger zu meckern habe werde.
Ich starte ein weiteres Mal beim Spieleinstieg und bin zufrieden, dass auch im vierten Teil der Serie ein Tutorial für Neueinsteiger geboten wird. Das muss ich rückblickend erwähnen und dabei gestehen, dass ich selber mit diesem Teil von DMC begonnen hatte. Ich war auch ganz zufrieden mit den beiden möglichen Schwierigkeitsstufen "Mensch", der im Verlauf auch relativ knackig wird, aber fair bleibt, und "Teufelsjäger", bei dem man sich als Neueinsteiger eigentlich erschießen kann. Allerdings findet man sich als DMC-Veteran meines Erachtens gut zurecht, auch im schweren Modus. Im Nachhinein also die vorigen Teile angezockt, ist der bis jetzt letzte Teil am einfachsten und am wenigsten frustrierend durchzuspielen. Spaßig wird das ganze sowieso, wenn man seine Kampfkombinationen selbst ausführt, sehr zu empfehlen, da man sie auch automatisieren lassen kann.
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Video: Devil May Cry 4 - TV-Spot
Nero und Dante lassen sich für einen kurzen Auftritt im TV sehen.
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Screenshots: Devil May Cry 4
Ich hab mich, da ich vorher DMC nur vom Hörensagen kannte, erstmal erschrocken, als mein Protagonist zum Großteil der mit Emotionen vollgepumpte Nero war und nicht die eiskalte Killermaschine Dante, der immer flotte Sprüche drauf hatte. Und dann kloppen die beiden sich auch noch! Aber findet selbst raus, wie und warum. Worauf ich hinaus möchte, ist der frische Wind, der von Nero daherkommt, vor allem sein Multitasking-Dämonen-Arm sorgt für viel Spaß, auch wenn die Macher damit keinen Innovationspreis gewinnen würden. Vor allem, da sich Dante und Nero auf den ersten Blick ähneln wie einem Ei dem anderen. Dennoch kämpft es sich mit Nero bei weitem nicht so Träge und seine Kombinationen sehen doch ein ums andere Mal frischer und spektakulärer aus, denn Greifen und Herumschleudern ist ja mit dem guten Dämonenarm auch im Gepäck. Aber keine Sorge, verzichtet wurde auf Dante natürlich nicht, mit diesem metzelt ihr euch gut 40 Prozent des Spiels zum Ende hin durch die virtuelle Dämonenwelt. Und auch wenn Dante schwerfälliger ist, sein Wumms ist dafür um einiges lauter und härter.
Zur Abwechslung trägt vor allem die Kombinationsvielfalt bei, zum Beispiel gibt es für jede Art Gegner eine andere Art, wie er zum Beispiel mit Neros Arm geworfen wird. Leider, leider haben die Gegner ihre KI zu Hause vergessen, das machen sie jedoch entweder durch Kraft, Schnelligkeit oder Masse wieder gut.
Des Weiteren ist dauerhafte Action geboten, Horden von Gegnern wollen vermöbelt werden und wirklich langweilig wird es durch die packende und verzwickte Story keinesfalls. Hab ich also mal fünf Minuten keine Gegner um mich herum, darf ich auch kleine Rätsel oder Hüpfeinlagen überstehen. Gut für meinen Puls.
Doch so gut die Story auch ist, so linear ist der Spielablauf, das vielleicht größte Manko. Meist ist es einfach so, es gibt eine magische Blockade, massig Feinde müssen erledigt werden und schwupps hat man seinen "Türöffner". Dazu stört die teilweise feste Kameraperspektive das eine oder andere mal, das heißt, es wird manchmal etwas unübersichtlich.
Es dürfte jetzt gut drei Jahre her sein, seit ich das Spiel auf den Tisch bekam, dafür habe ich kaum etwas an der Grafik zu meckern, die Texturen, Effekte und Umgebung sind scharf und die Level (bis auf das Schneelevel) schön gestaltet. Was stört es mich da, wenn hier und da mal ein Schatten kantig wirkt oder die Haare durch mein Schwert ragen. Definitiv muss man die echt schon legendären Bossfights erwähnen, sehr schön mit anzusehen, packend und gut inszeniert.
Devil May Cry 4 - jap. TV-Spot
Gelegentlich haben mich die kurzen Ladezeiten vor den Videos dann doch genervt, wie erwähnt wird man aber immer bei Laune gehalten. Ich weiß, ich sollte nicht zu penibel an Kleinigkeiten meckern, allerdings ging das mit dem deutschen Untertitel doch etwas daneben. Dank meines Lehrers habe ich kein Problem mit der komplett englischen Sprachausgabe, dennoch stimmen der Untertitel und das Gesagte dann oft nicht ganz überein.
Eines muss ich zum Soundtrack noch loswerden, die Techno-Rock-Kombinationen unterstützen wunderbar und pushen die Laune zwischendurch und vor allem bei den Fights ungemein.
Das Spiel ist sehr linear, doch dank der guten, schön in Szene gesetzten Story und spannenden Kämpfen wird einem nie langweilig, im Gegenteil, man lernt über das gesamte Spiel ja auch immer mehr dazu, sei es jetzt nur die erwähnte Kombinationsvielfalt. Wer schnelle Action mag, ist hier richtig, mir persönlich macht dann auch der happige Schwierigkeitsgrad viel Spaß, trotz der zu erwartenden Frustration. Einsteiger verpassen nichts, ich selbst habe die Serie falsch herum durchgespielt. Wer Fan der Vorgänger ist, wird dieses DMC lieben. Das Spiel rockt auch noch nach all den Jahren im Keller. So kann ich nur weinend auf den Boden stampfend vor Capcom stehen und sagen, "bitte, bitte, ich brauch Nummer 5".
