Borderlands 2

Kein 08/15-Sequel

Als uns Randy Pitchford zum ersten Mal Borderlands vorstellte, zog er kräftig über Sequels her. Rip-Off! Content Dump! Wir sollten seinem Titel eine Chance geben, einem ungewöhnlichen, frischen Ansatz. Eine Mischung aus Action-Rollenspiel und Shooter mit einem eigenwilligen Grafik-Stil und prozedural generierten Waffen. Wir haben ihm eine Chance gegeben und das Ding wurde ein großer Erfolg. Nun steht Creative Director Steve Gibson vor mir und lacht über die eigene Ignoranz. Borderlands bekommt natürlich auch ein Sequel und er muss es uns präsentieren. Und natürlich ist es vieeeel besser als der Vorgänger.

Um aber nicht in die eigene Fortsetzungsfalle zu tappen, verspricht der gut aufgelegte Amerikaner viele Änderungen, die weit über eine neue Umgebung und kleine Gameplay-Verbesserungen hinausgehen. Gearbox krempelt das komplette Spiel um, ohne aber den Kern zu verraten oder gar die eigene Identität aufzugeben. Ganz oben auf der Liste stand die Interaktion mit der Umgebung und die Reaktion der Gegner auf eure Aktionen. Los geht's im Frostspring Basin, einer verschneiten Landschaft, wo es sich Bullymong Monster bequem gemacht haben. Diese affenartigen Wesen werfen euch alles entgegen, was sie in die Finger bekommen. Steine, Schnee oder gar Autos.

Auch die Psychos sind wieder mit dabei. Während die durchgeknallten Nahkämpfer im Vorgänger nur schnurstracks auf euch zurannten, springen sie nun wild durch die Gegend, weichen Geschossen aus und attackieren euch mit Gruppentaktiken. Außerdem springen sie über kurze Absätze und fallen euch so auch mal in den Rücken. Das Ziel besteht darin, die Kämpfe noch unberechenbarer und spannender zu machen. Und auch bei den Fahrzeugen hat sich einiges getan. Wenn ihr zum Beispiel Feinde überrollt, zerplatzen diese nicht mehr an eurem Kuhfänger, sondern stellen ein echtes Hindernis dar. Das sieht zumindest auf den ersten Blick alles lebendiger und natürlicher aus. Außerdem gibt es jetzt endlich Vier-Spieler-Jeeps mit dicken Maschinengewehren, ihr müsst euch also nicht mehr auf zwei Karren verteilen.

Dazu passend stehen NPCs nicht mehr starr in der Gegend herum und die Landschaft wird von drehenden Windrädern und arbeitenden Maschinen dominiert. Was also auf Screenshots nur nach einem kleinen Grafik-Update aussieht, entpuppt sich in Bewegung als wirklich großer Schritt nach vorne. Ja, selbst an den zufallsgenerierten Waffen wurden große Änderungen vorgenommen. So wird jeder Hersteller besonderen Eigenschaften mitbringen.

Borderlands 2 - Teaser-Trailer

Tediore-Waffen werden zum Beispiel extrem billig produziert. Anstatt sie nachzuladen, wirft man sie nach der Benutzung einfach weg. Ein Ersatz erscheint dann wenige Augenblicke später wieder in eurer Hand. Was nach einem unnützen Gimmick klingt, hat einen praktischen Nebeneffekt. Befinden sich noch Kugeln in der Wegwerf-Knarre, fungiert diese als Granate. Ein volles Gewehr sprengt dann schon mal mit einem Schlag einen dicken Bullymong auseinander. Ein nettes Feature, das ich in dieser Form wirklich noch nirgends gesehen habe.

Eine Kanone aus dem Hause Bandit besitzt im Gegenzug einen dicken Clip. Zusammengeschustert aus Einzelteilen, wirken diese Varianten zwar wie Schrott, sorgen aber für einen erstaunlich dichten Kugelregen. Vladoff-Maschinengewehre setzen dagegen auf das Gatling-Verfahren. In dieser Zimmer-Flak drehen sich gleich mehrere Läufe und sorgen für ein regelrechtes Blutbad. Aber keine Sorge, bis auf diese Besonderheiten gibt es erneut nahezu unendliche Varianten. Und auch die Farbkodierung aus WoW ist wieder mit dabei. Haltet nach lilafarbenen Waffen Ausschau. Die Dinger machen besonders viel Schaden.

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