Gotham City Impostors

Batman durch die NOLF-Linse

"Die Muppets kommen bald wieder ins Kino. Eine andere, verwandte Unterhaltungsmarke erhielt erst kürzlich ein familienfreundliches Videospiel. "

Als Warner Mitte Mai Gotham City Impostors als herunterladbaren Team-Shooter für Konsolen und PC ankündigte, müffelte es zunächst unschön danach, als wollte der Publisher schnell mit einem ebenso gezwungenen wie unpassenden Lizenzspielchen ein paar leichte Euros verdienen. Schön, dass ich mit dieser schnellen Einschätzung aus der Hüfte gründlich daneben lag: Gotham City Impostors ist alles, nur nicht lieblos zusammengeschludert.

Besser noch: Der von Monolith Productions entwickelte, herunterladbare Mehrspieler-Titel trägt sichtlich eine gute Portion der No-One-Lives-Forever-DNA in sich. Und das wundert auch nicht mehr allzu sehr, wenn man erfährt, dass hier mit Craig Hubbard der selbe Lead Designer dafür sorgt, den aus der Agenten-Persiflage bekannten schrägen Humor tief in der Spielmechanik zu verweben.

Die Lacher ergeben sich dabei schon aus der Prämisse beinahe von selbst: Bei den titelspendenden Hochstaplern handelt es sich nämlich um Nachahmungstäter, die - von den Taten Batmans und des Jokers inspiriert - in zwei Gruppen von bis zu sechs Teilnehmern aufeinander losgehen, sobald die Fledermaus mal nicht in Gotham zugegen ist. Es ist eine Art Team Fortress 2 in Gotham City und jeder ist seine ganz persönliche Ausgabe dieser beiden Hauptdarsteller.

Und das macht einen großen Teil des Charmes aus. Ungezählte Masken, Schminke-Muster und selbst genähte bis geradezu kläglich schlecht improvisierte Outfits gibt es zu erspielen und nach eigenem Gusto mit den frei wählbaren Body-Types von fett bis dünn zu kombinieren. Ich habe Zwölfjährige bessere Karnevalsverkleidungen stricken sehen, was das Auftreten der bunten Truppe noch lustiger macht.

Gotham City Impostors - Trailer

Auf ein Klassensystem wird dabei bewusst verzichtet. Das sollen die Spieler mithilfe der unbegrenzt kombinierbaren Loadouts selbst ausbaldowern. Die Körpertypen bestimmen dabei die Basiswerte wie Schnelligkeit und Nehmerqualitäten. In unserer Anspielsitzung auf der gamescom wurde aber trotzdem nicht ganz klar, wie das von Monoliths Lucas Myers erwähnte "Progressionssystem" funktioniert. Dass der Begriff überhaupt fiel, stimmt aber zumindest für die Langzeitmotivation schon mal optimistisch. Der Grad des Spielerfortschritts wird sich wohl kaum nur in neuen Kostümteilen erschöpfen. Wahrscheinlich ist er auch mit den verwendbaren Gadgets und Waffen verknüpft.

Anders als der Dunkle Ritter greifen dessen abgehalfterte Zerrbilder nämlich durchaus gerne auf brachialste Schusswaffengewalt zurück, um den ewigen Konflikt rundenweise zu lösen. Von der guten alten Kalaschnikow über diverse andere bekannte Kaliber geht es dann sogar in den Homebrew-Bereich, wenn die Kombattanten mit selbst gebastelten Raketenwerfern aus PVC-Rohren und Feuerwerkskörpern aufeinander anlegen. Ein Springteufel schnellt von einer tödlichen Explosion begleitet aus seiner hübsch verpackten Box.

Aber auch die anderen Gadgets passen zum durchgeknallten Vibe des Spiels. Ihr rast auf Rollschuhen durch die Level, schnallt euch überdimensionale Sprungfedern unter die Füße, um höher gelegene Stellen zu erreichen und gleichzeitig schwerer zu treffen zu sein oder saust mithilfe eines Gleitschirmes von den Dächern. Auch mit einem Grappling Hook lässt sich schnell ein entscheidender Höhenvorteil gewinnen, während ein Bumerang ins Gesicht das Gegenüber kurz betäubt.

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