Child of Eden PS3

Move und 3D vs. Kinect

Alles Gute verliert sich in der Wiederholung und das gilt auch für virtuelle Reizstimulantien wie Child of Eden. Vier Monate ist es her, dass ich ausgiebigst die musikalische Vision eines nicht ganz auf dieser Seinsebene befindlichen Japaners - zumindest einigen Aussagen über die gewünschte Controller-Anzahl nach... - spielte und meinen Geist und Körper dank Kinect streifen und ballern lies. Vier Monate später stehe ich jetzt mit Move erneut vor der schillernden Welt von Eden und es ist... nicht ganz so wie zuvor.

Oder vielmehr, es ist genauso wie zuvor, um gleich die Qualitäten des Ports auf die PS3 aus dem Weg zu schaffen. Auch hier überzeugt die HD-Bunt-Welt eines wirren Virtual-Reality-Architekten mit all ihren Spleens. Die Steuerung über Move steht der eines Pads an Genauigkeit nur sehr wenig nach. Mit einem Pad funktioniert es mit der gleichen Präzision wie es das auf der Xbox 360 der Fall war. Ist Move eine ähnlich eigenständige Erfahrung, wie es das Kinect im Vergleich zum Pad war? Ja, in gewisser Weise schon, aber wesentlich konservativer.

Das Dirigieren ohne einen Controller hatte einen ganz eigenen Reiz, der, obwohl eben nicht so präzise, einen kurzen Eindruck einer bisher kaum berührten Steuerungswelt gab. In seinen besten Momenten bildeten Child of Eden und Kinect eine Symbiose, die füreinander gemacht schien und euch im Rausch von Beats und Farben mit dem ganzen Körper das Spiel erfahren ließ, obwohl eigentlich nur kleine Gesten nötig waren. In den schlechtesten Momenten erinnerte es euch daran, dass Kinect noch nicht immer perfekt läuft. Move liegt dazwischen. Es steigt nicht in die höchsten Höhen, lässt euch aber nie im Regen stehen.

Child of Eden - PS3-Gameplay-Video

Und das ist der einzige Nachteil von Move, da man als Multi-Konsolenspieler weiß, dass es diese besonderen Momente gibt, die man mit Move nicht wirklich reproduzieren kann. In diesem einen, sehr speziellen Fall von Child of Eden sind die guten Momente deutlich mehr wert als die Aussetzer und aus diesem Grund würde ich Kinect hier den Sieg nach Punkten geben. Habt ihr jedoch eben gerade einen Move-Controller zur Hand, dann ist eben Move definitiv eine gute Ergänzung zum Pad, aber es bietet nicht ganz die Eigenständigkeit des Spielerlebnisses, die Kinect hier in den leeren Raum zauberte.

Das heißt nicht, dass Child of Eden selbst viel verloren hätte. Es ist immer noch faszinierend, wie viel Spaß ein Rail-Shooter - nichts anders ist es, wenn man es herunterbricht - machen kann, wenn man es richtig macht. Ihr wechselt strategisch geschickt zwischen den beiden Schussvarianten, peilt mehre Ziele an oder wischt mit der Chain-Gun über den Screen und verwandelt so die Welt, deren Klang in Form und Musik stets ihr bestes gibt, euch zu umschweben und noch tiefer in eintauchen zu lassen. Eintauchen in einen Pool fantastischer Wesen, Bauten und Ereignisse.

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