Levine und Del Toro sprechen sich gegen Zwischensequenzen aus

'Ich schaue keinen Film'

In Guillermo Del Toros Insane, das derzeit in Zusammenarbeit mit Publisher THQ entsteht, sollte man wohl nicht allzu viele ausschweifende Zwischensequenzen erwarten.

Er selbst und auch Irrationals Ken Levine mögen diese jedenfalls nicht sonderlich, wie sich einem von Levine geführten Interview mit Del Toro auf der Irrational-Webseite entnehmen lässt.

"Ich bin ein Spieler, meine Töcher sind es auch, wir verbringen unzählige Stunden mit Spielen", erklärt Del Toto. "Weißt du, welche Art von Spieler ich bin? Wenn eine Zwischensequenz kommt, überspringe ich sie. Ich denke mir, 'Ich schaue mir keinen Film an, fuck you'. Ich will ein Spiel."

"Man kann dem Spieler für ein paar Sekunden die Kontrolle entziehen, aber man sollte ihn nicht inaktiv werden lassen. Gebt ihm etwas zu tun, aber sagt verdammt nochmal nicht, 'Und nun ein Wort von unserem Sponsor'."

Levine stimmt dem zu: "Die Leute kennen mich als jemanden, der storygetriebene Videospiele erschafft, also nehme ich an, dass ich wohl storybasierte Videospiele lieben muss. Im Allgemeinen bin ich aber kein großer Fan davon, da genau das das Problem ist, das ich mit ihnen habe - ich möchte spielen. Ich möchte nicht nur dasitzen und die Story erzählt bekommen. Ich möchte mit ihr interagieren."

Als Beispiel nennt Levine den XBLA-Titel Bastion.

"Hast du ein Spiel namens Bastion gespielt?", fragt er Del Toro.

"Sieh es dir an, es ist gerade erst auf XBLA erschienen. Es nutzt sehr minimalistische Storytelling-Techniken, die aber sehr effektiv sind und einen niemals aus dem Spiel reißen. Es wurde von einem Journalisten namens Greg Kasavin geschrieben. Man hat einen Journalisten, der vorbeikommt, um ein Videospiel zu schreiben - man würde sich denken, 'Na klar, du glaubst du weißt, wie es funktioniert - warum versuchst du nicht einfach, ein Videospiel zu schreiben.' Und natürlich hat er das getan. Er schrieb dieses großartige Spiel."

"Einer der Gründe dafür, warum ich glaube, dass es so gut funktioniert, ist, dass die Erzählung so unaufdringlich ist. Man wird nie zum Aufhören gezwungen."

Kommentare (24) Latest comment vor 6 Monaten

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  • m_coaster #1 vor 6 Monaten

    Ich spreche mich gegen Verallgemeinerungen aus ;)

    Ein Uncharted ohne Zwischensequenzen? Ein gutes Final Fantasy ohne Zwischensequenzen? Ich kann und will es mir nicht vorstellen.
  • biff999 #2 vor 6 Monaten

    Stimme dir vollkommen zu
  • Boxman #3 vor 6 Monaten

    Für Del Toto (Z. 7) mag das vllt. zutreffen, aber ich hab gern mal 'ne Zwischensequenz.
  • R.K.J #4 vor 6 Monaten

    wie verschieden doch geschmäcker sein können,
    ich für meinen teil liebe zwischensequenzen.
    lockern das gameplay auf und erzählen oft ne
    gute geschichte. ich will unterhalten werden
    und nicht nur "arbeiten" beim spielen.

    gruß
  • ThomasNickel #5 vor 6 Monaten

    Seh ich auch so. Ich bin kein Freund dieser absoluten Ansichten. Radikal wegdrücken finde ich ziemlich albern. Aber natürlich kann man sich tatsächlich fragen, ob man manches im Spiel nicht eleganter erzählen kann. Das ist eine Sache die ich an Red Dead Redemption recht gerne mag - die Dialoge, wenn man mit jemanden gemeinsam irgendwo hinreitet. Man bekommt Story, man bekommt Charakterisierung, aber man wird nicht aus dem Spielfluss gerissen.
    Andererseits, wenn ich da an die perfekt geschnittenen Dialogsequenzen in Final Fantasy XII auf der PS2 denke, die waren auch fantastisch. Ergo: Beides funktioniert.
  • Heavy_Rain #6 vor 6 Monaten

    Das normale Spielen ist für dich Arbeit? Dann hast du aber das falsche Hobby.
  • Sid_Burn #7 vor 6 Monaten

    Ich muss keine Zwischensequenzen haben, allerdings finde ich Sie wie R.K.J sagte nicht schlecht. Ich möchte mit einer Geschichte unterhalten werden, sehe da nichts negatives.

    Da stelle ich einen direkten Kontrast zu meinen Vater dar. Der mag Zwischensequenzen genauso gar nicht, und drückt diese ebenfalls immer weg. Bei GTA sagt er das ihn die Zwischensequenzen eh nerven und am ende weis man sowieso was man machen muss. Generell findet er es unpassend in einem Videospiel Film-Szenen zu sehen, ganz einfach weil er sich denkt das er diese doch Spielen sollte anstatt lediglich etwas zu sehen. Red Dead Redemption hat ihn nur genervt, nur langweiliges durch die gegend reiten.

    Wenn ich solche aussagen höre muss ich mich selber irgendwie am Kopf packen, aber okay, sieht jeder anders. Genau die Debatte kenne ich schon und selber schon mit meinen Vater geführt...
    Editiert von Sid_Burn um 18/11/11 @ 15:27
  • Padi #8 vor 6 Monaten

    Manche Spiele leben doch auch unter Anderem von ihren tollen Cutscenes. Zum Beispiel die Metal Gear Gear-Reihe, da ist doch jede Zwischensequenz ein Genuss (okay, über die Handlung und die Qualität der Dialoge kann man sich streiten). Und gerade wenn man den Endboss oder so besiegt hat, freu ich mich immer auf die Sequenz, quasi als "Belohnung". Wenn sie gut gemacht sind begrüße ich Cutscenes fast immer.
  • Heavy_Rain #9 vor 6 Monaten

    Was im Umkehrschluss aber nahelegen würde, dass die Looking Glass Spiele, BioShock Spiele, Amnesia, Half-Life-Reihe, Portal und so weiter nicht unterhaltsam sind, bzw. laut RKJ sogar Arbeit. Huh?
  • tr1kz #10 vor 6 Monaten

    Ohne Zwischensequenzen hätten wir nie die epische Auseinandersetzung zwischen Raiden und Vamp in MGS 4 zu Gesicht bekommen. Meine Kinnlade muss damals wahrscheinlich auf dem Boden gelegen haben ... Nee, gegen gute Zwischensequenzen ist nichts einzuwenden, solange auch das eigentliche Spiel zu begeistern weiß.
  • R.K.J #11 vor 6 Monaten

    @Heavy_Rain
    ganz so überspitzt sehe ich das nicht, aber die von
    dir aufgezählten spiel haben mich nach einer gewissen
    zeit gelangweilt, weil immer das gleiche. (ja ich musste
    mich durcharbeiten weil sie bezahlt waren) ganz schlimm
    war es bei Demons Souls!
    aber zum glück sind geschmäcker verschieden, da findet
    jeder was für sich ;)

    gruß
    Editiert von R.K.J um 18/11/11 @ 16:43
  • Heavy_Rain #12 vor 6 Monaten

    Du fandest Spiele wie Half-Life 2, Amnesia, Bioshock und Portal langweilig...?!

    Die Meinungen über die MGS-Zwischensequenzen sind wohl... recht geteilt.
  • Bongstar #13 vor 6 Monaten

    ich finde skyrim ist ein gutes beospiel für story telling ohne eine zwischensequenz. vieles wird einem dort erzählt, wenn man nur in der nähe anderer npc's steht. währenddessen kann ich aber tun und lassen was ich will und weitergehen wenns mich nicht interessiert und gezielt nachfragen wenn ich mehr wissen will. ich fand das sehr lebendig.
  • R.K.J #14 vor 6 Monaten

    @Heavy_Rain
    Half-Life2-geile technik für damals und es wurde
    schon was erzählt, muss ja nicht immer rander sein.

    Bioshock-hat mich nicht angefixt, das spiel was mich
    gelehrt hat hype-wertungen zu misstrauen (hab den
    fehler wieder be Demons Souls gemacht, niemand ist
    perfekt). selber schuld bei Bioshock sollte ja n
    action-rpg werden, rausgekommen ist n dummer shooter
    mit skills. für mich überbewertet.
    edit: da ist Mass Effect und DeusEx & Dead Space eher
    mein style!

    Portal-für lau bei steam, nicht meins.

    aber überbewerte meine meinung nicht, gibt genug
    verschiedenes, wär ja schlimm wenn alle games gleich
    wären, nur weil die marketingabteilung rausgefunden
    hat...

    gruß
    Editiert von R.K.J um 18/11/11 @ 17:28
  • SoSchautsAus #15 vor 6 Monaten

    @tr1kz

    die epische Auseinandersetzung zwischen Raiden und Vamp in MGS 4

    Schlechtes Beispiel, das ist nämlich keine klassische Zwischensequenz wie sie von Del Toro kritisiert werden. Er sagt, er will nicht aus dem Spielfluss gerissen werden. Und genau das passiert bei Raiden vs. Vamp ja eben nicht, weil man währenddessen weiterspielt. Im Prinzip ist es ein gescriptetes Event, das halt in einem seperaten Bildausschnitt stattfindet.

    SSA
  • Sid_Burn #16 vor 6 Monaten

    Ah, wieder tolle Umkehrschlüsse, man findet Cutscenen toll also ist alles ohne Cutszenen schlecht/langweilig :rolleyes:


    101€ sind mehr als 100€. 100€ sind deswegen wenig.

    Person A ist größer als B. B ist also klein. (A=2.1 Meter, B=2 Meter)

    Es passieren weniger Autounfälle mit Alkohol am Steuer als ohne. Es ist also sicherer Alkoholisiert zu fahren.

    Uncharted 2 war besser als Uncharted 1. Uncharted 1 ist daher schlecht.

    Ich esse lieber Pizza als Hamburger. Humburger mag ich also nicht?


    Auf die Trolle fertig loß, bildet die Umkehrschlüsse!
    Editiert von Sid_Burn um 18/11/11 @ 17:51
  • Heavy_Rain #17 vor 6 Monaten

    Du bist wirklich anstrengend. Da formuliert man schon übervorsichtig und trotzdem hat Sid wieder sofort einen Aufreger.
    Und wenn man aus etwas von dir geschriebenem die Essenz herausnimmt hat das natürlich auch absolut keinen Zusammenhang mehr mit dem Ursprünglich gesagten.
  • R.K.J #18 vor 6 Monaten

    @Heavy_Rain
    wieso, will meine games mit story, rander oder
    nicht,egal! ok, vllt. habe ich missverstädlich
    ausgedrückt, rander machen keine gute story,
    ingame geht natürlich auch (bestes beispiel
    skyrim).
    ich möchte das was passiert (rander, ingame), tonbandaufnahmen wie in bioshock reichen mir
    nicht, ich will es sehen!
    ich möchte sehen welche konsequenzen meine
    handlungen haben, auch wenns nur linear ist.

    mein disput ist das der typ im artikel nur,
    action action & action haben will, weibisches
    gelaber nervt den und damit kann ich nicht.

    gruß
  • Heavy_Rain #19 vor 6 Monaten

    Nein, um was es Levine und Del Toro geht ist, dass man ein Spiel spielt und das man keinen Film guckt, denn nichts anderes ist eine Zwischensequenz.
    Das heißt auch nicht nur Action, Action oder das es keine Konsequenzen gibt, sondern, dass die "Geschichte" durch das Spiel und das Spielen vermittelt wird.
    So wie es beim Film "Show, don't tell" heißt.
  • Sid_Burn #20 vor 6 Monaten

    @Heavy_Rain
    Ich reg mich gar nicht auf. Ich mach mich vollständig über dich Lustig! Das sind zwei utnerschiedliche Sachen. Beim ersten ist man sauer, beim zweiten lacht man.

    Ansonsten bist du der einzige der sich aufregt. Die Aussage von Padi war das er Zwischensequenzen toll findet und Sie zum Spiel beitragen können.

    Aber das kann eine Heulsuse ja wohl nicht stehen lassen. Um mal deine Kommentare ins Deutsche zu übersetzn:

    *pippiindenaugen* was du findest zwischensequenzen toll? Aber wenn ich *MegaSchwachsinnigenUmkehrSchlussBilde* heißt das du findest Spiel X schlecht? *NochMehrPippiInDenAugen* Spiele wie Half-Life2, Portal2? *FängtAnZuWeinen* Wie kannst du sowas nur schlecht finden? *wein*
  • Heavy_Rain #21 vor 6 Monaten

    Sowohl dein letzter als auch der Post davor zeigen wunderbar wer sich hier aufregt und wer nicht.
  • 12XU #22 vor 6 Monaten

    nicht abbrechbare cutscenes, die an stellen plaziert sind wo man sie sich bei schlechter spielweise (cutszene - spielen - tot - rücksetzung vor besagter cutscene..) gezwungenermaßen mehrmals anschauen muss sind der absolute hass. aber ansonsten hab ich nix gegen...
  • crackajack #23 vor 6 Monaten

    sofern dieselbe tiefsinnige Geschichte, prägnante Charakterisierung und dichte Atmosphäre ohne inaktiver Zwischensequenzen aufgebaut werden kann, bin ich auch dafür alles spielend zu erleben. Da dazu aber idR mindestens QTEs, wo ja einige darüber streiten ob sowas noch echtes spielen ist, notwendig sind oder halt eher nebensächliches gerades aus latschen oder sowas genutzt wird, spielt's das nunmal einfach nicht gänzlich auf filmisches in Spielen zu verzichten wenn man ein interaktives Filmerlebnis schaffen will.
    Für gewisse Spielerlebnisse braucht's imo einfach Inaktivität oder wenigstens reduziertes Stressniveau bei den geforderten Spieleingaben.
  • Heavy_Rain #24 vor 6 Monaten

    wenn man ein interaktives Filmerlebnis schaffen will.

    Genau das wollen die beiden eben nicht.