GoG: Steam-Sales senden die falsche Message an Spieler

Man bekomme dadurch den Eindruck, dass die angebotenen Spiele nicht viel wert seien.

Steam-Sales oder ähnliche Angebote und die in dem Zusammenhang zum Teil drastisch reduzierten Titel senden nach Ansicht von CD Projekts GoG eine falsche Message an die Spieler.

Laut GoGs Managing Director Guilleaume Rambourg und Marketing-Chef Trevor Longino besteht die Gefahr, dass die Spiele, die im Sale angeboten werden, dadurch abgewertet werden.

"Spiele mit einem zu hohen Rabatt zu verkaufen - hier und da sieht man oft Rabatte von mehr als 80 Prozent -, sendet eine Message an die Spieler: Dieses Spiel ist, um es einfach zu sagen, nicht viel wert", sagen beide im Gespräch mit Rock, Paper, Shotgun.

"Natürlich verkauft man Tausende Exemplare während dieses Angebotszeitraums, wenn es so günstig ist, aber man schädigt auch den langfristigen Wert einer Marke, weil die Leute einfach auf den nächsten verrückten Sale warten werden. Den Preis eines Spiels zu senken, ist einfach. Den Inhalt zu verbessern, den man bei der Veröffentlichung des Spiels anbietet, ist ambitionierter."

Besonders die Steam-Sales haben in den vergangenen Jahren immer wieder neue Spieler angezogen, wovon natürlich auch einige Entwickler profitieren. Mittlerweile gibt es 35 Millionen Steam-Nutzer.

GoG hat sich mittlerweile als Konkurrent zu Origin, Steam und anderen Download-Plattformen etabliert, wobei man insbesondere auf DRM-freie Angebote setzt. Rambourg möchte die Spieler davon überzeugen, ihr hart verdientes Geld am Veröffentlichungstag eines Spiels auszugeben, indem man ihnen mehr Gegenwert bietet. Und für ihn ist das sowohl für Entwickler als auch für Spieler besser.

"Hohe Rabatte sind auch schlecht für Spieler", sagt er. "Wenn ein Spieler ein Spiel nur deswegen kauft, weil es im Angebot ist und er oder sie es eigentlich gar nicht will, werden sie darauf abgerichtet, schlechte Käufe zu tätigen. Und es entsteht der Eindruck, dass Spiele keinen Wert haben."

"Wir alle kennen Spieler, die jeden Monat mehr Geld für Spiele ausgeben, als sie eigentlich wollen, weil es zu viele Spiele gibt, die zu stark reduziert waren. Das ist für niemanden gut."

Dennoch gibt er zu, dass man dadurch Leute ermutigen könne, Spiele auszuprobieren, bei denen sie sich unsicher sind. Er wünscht sich jedenfalls einen "goldenen Mittelweg" dazwischen, etwas, mit dem die Spieler "die Chance bekommen, ein Risiko einzugehen, ohne aber das Gefühl zu bekommen, ein schlechtes Geschäft gemacht zu haben, oder Spiele so zu günstig anzubieten, dass man den Spielern sagt, 'mein Spiel ist nicht viel wert'."

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