Wargaming: Publisher hängen zu sehr an den traditionellen Geschäftsmodellen

Hybrid-Modelle funktionieren nicht, 100 Prozent free-to-play ist erforderlich.

Wargaming-Chef Victor Kislyi glaubt, dass die Publisher zu sehr an ihren traditionellen Geschäftsmodellen hängen und Hybrid-Modelle mit free-to-play, Abos und Mikrotransaktionen das Ganze nur verkomplizieren.

"Spiele werden jeden zweiten Tag free-to-play", sagt er auf der GDC Europe (via GamesIndustry). "Große oder mittelgroße Unternehmen mit vorhandenen Marken oder Abo-Spielen scheinen zu denken, dass es schon free-to-play wird, wenn sie einen Shop für virtuelle Gegenstände oder irgendeine andere Form der Monetarisierung hinzufügen, nicht wahr? Einige haben das geschafft, aber es sind wirklich nur sehr wenige. Abos gehören eben zu einem Abo-Konzept. Es wurde als Abo-Spiel entworfen und man kann es nicht über Nacht in einen free-to-play-Titel verwandeln."

Jüngst hatten etwa BioWare und EA angekündigt, dass Star Wars: The Old Republic ab Herbst free-to-play wird, wie das zuvor auch schon bei anderen MMOs der Fall war, die noch mit dem Abo-Modell starteten.

"Was Hybriden betrifft, hängen die Entwickler einfach so sehr an der alten Vorstellung von Handel und Verpackung, was einem einen garantierten Umsatz am ersten Tag verspricht. Sie denken sich, 'wir machen free-to-play, verkaufen virtuelle Items, aber lasst uns die Box oder das Abo behalten'. Genau so denken sie. Und das ist falsch."

"Das Problem bei der Box ist, dass man einen festen Preis nicht überwinden kann, sobald man ihn festgelegt hat. Setzt man irgendeinen Preis fest, gibt es nur eine bestimmte Zahl an Leuten, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen. Es ist sehr einschränkend", so Kislyi.

"Die Leute, die nicht bereit sind, 60 Dollar, 10 Dollar pro Monat oder 99 Cent für eine Mobile-App zu zahlen, verliert man. Sie kommen nicht zu euch, niemals. Sie erhalten nie die Chance, sich euer Spiel anzuschauen, einen Tag oder eine Woche lang damit Spaß zu haben. Dieser feste Preis richtet sich nicht an die, die bereit sind, weniger zu zahlen, aber interessanterweise auch nicht an diejenigen, die mehr zahlen würden. Es gibt Leute, die bereit wären, für eine StarCraft-Box 300 Dollar zu zahlen, aber man hat sie verloren."

"Mit free-to-play bietet man sein Spiel Dutzenden Millionen von Leuten an und dann liegt es an ihnen, ob sie etwas zahlen wollen oder nicht", sagt er. "Ein kleiner Prozentsatz von ein paar Millionen ist noch immer Gold wert."

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