Tops und Flops aus 2012 – Frank

Knarren, Mechs und Sammelkarten gegen Diablo, Russen und Zombies.

2012, was war gut, was weniger, was hat beeindruckt, was hat entsetzt. Jeder Redakteur von Eurogamer hat das Jahr Revue passieren lassen und sich Gedanken in beide Richtungen gemacht. Zu diesem Ergebnis ist Frank Erik Walter gekommen:

Tops aus 2012


Guild Wars 2

Ich werde nicht müde, es zu wiederholen: Guild Wars 2 war und ist für mich endlich wieder ein MMO, bei dem das "Massively" nicht zur Marketing-Phrase verkommt. ArenaNet hat hier praktisch alles auf Anhieb richtig gemacht und verlangt dafür weder Abogebühren noch setzt man mir einen aufdringlichen Cashshop vor die Nase. Stattdessen darf ich eine riesige, lebendige Welt mit unzähligen dynamischen Ereignissen entdecken. Die Liebe zum Detail begeistert mich dabei jedes Mal aufs Neue und ich habe auch nach Monaten das Gefühl, noch längst nicht alles gesehen zu haben. Besonders vorbildlich haben die Macher außerdem den Level-Prozess gelöst. Die unterschiedlichen Charakter-Stories lassen keine Langeweile aufkommen und ich kann auch mit hoher Stufe noch in Anfängerbereichen questen - dank der automatischen Anpassung meines Levels und der Belohnungen. Das Endgame dürfte freilich üppiger ausfallen, aber bis jetzt habe ich mich trotzdem sehr gut unterhalten gefühlt. Außerdem ist Guild Wars 2 ja noch ein relativ junges MMO. Ich habe 2012 jedenfalls in keinem anderen Vertreter des Genres mehr Zeit verbracht. Und ich weiß schon jetzt, dass ich im nächsten Jahr immer mal wieder meine freien Stunden in diesem Spiel verbraten und genießen werde.

Mehr zu Guild Wars 2 lest ihr im Test.

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Was wäre ein MMO ohne Weihnachts-Events? Auch in Guild Wars 2 wurde dieses Jahr ausgiebig Wintertag gefeiert.


Carte

Eigentlich eine Frechheit, dass ich mich bis zum Frühjahr 2012 jahrelang als bekennenden Geek bezeichnet habe. Denn Sammelkartenspiele kannte ich bis zu meinem Erstkontakt mit Carte nur aus dem Fernsehen, den Auslagen im Comicbuchgeschäft und vom Zuschauen damals im Schulhof. Ich hätte nie gedacht, dass mich das TCG-Fieber mit 30 Jahren nochmal derart packen könnte. Mittlerweile besitze ich in Carte zig virtuelle Decks in allen Farben des Regenbogens und kann mit Gleichgesinnten stundenlang über Strategien und gespielte Partien philosophieren. Klar hätten die Entwickler das Interface noch etwas eleganter drechseln können und sicher müssen sie noch an diversen kleineren Macken feilen. Doch weil ich auch noch ein dreiviertel Jahr nach dem Test einmal wöchentlich den Client starte und weil Carte eine klaffende Bildungslücke bei mir gestopft hat, ist der Titel für mich eines der Top Spiele des Jahres 2012.

Mehr zu Carte im Test.


Die Mass Effect Trilogie

Der dritte Teil wird ziemlich viele Top-Ten-Artikel des Jahres 2012 anführen, also warum soll ich der Reihe ihren verdienten Platz in meiner persönlichen Favoriten-Liste verwehren? Mittlerweile habe ich schon mehrere Shepards durch die Trilogie gelotst: vom brutal-sadistischen Antihelden bis zum strahlenden Weltraum-Jesus. Scheinbar aus dem Nichts zauberte BioWare 2007 ein komplettes Universum mit unglaublich spannenden Charakteren, Spezies, Technologien und Konflikten aus dem Hut, das sich selbst vor komplexen Meisterwerken wie Frank Herberts Wüstenplanet-Romanen nicht verstecken muss. Es gibt kaum eine Future-Fantasy- oder Science-Fiction-Saga, die mich derart mitgerissen hat wie die Mass Effect-Teile. Das Abspann-Geplänkel um Mass Effect 3 war kein Glanzlicht seitens BioWare, trübt aber für mich keine Millisekunde den Kultstatus der Reihe. Ich bin sehr gespannt, wie BioWare dieses Franchise-Juwel in Zukunft weiter poliert.

Lasst euch den Testbericht zu Mass Effect 3 darum nicht entgehen.

Ich hätte nie gedacht, dass mich das TCG-Fieber mit 30 Jahren nochmal derart packen könnte.

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Carte ist ein Sammelkartenspiel für Lau und genauso suchterzeugend wie seine gedruckten Vorbilder.


Borderlands 2

Selten übertrifft eine Fortsetzung ihren Vorgänger - Borderlands 2 ist für mich in diesem Jahr eines dieser seltenen Beispiele. Es klingt immer so einfach: "Alles größer, schöner, besser machen." Und trotzdem scheitern wahnsinnig viele Entwickler und Publisher daran. Nicht so Gearbox und 2K. Hier hat man tatsächlich in allen Belangen eines drauf gesetzt. Doch Borderlands 2 ist noch aus einem weiteren Grund eines meiner Lieblingsspiele in diesem Jahr: Ich fand die Beiträge im Kommentarbereich unter meinem Test großartig und ich hab Bauklötze gestaunt, in welche Richtungen sich die Diskussionen entwickelten. Am Ende wurde munter über Mediengewalt, Kunst und Tarantino philosophiert. Einfach toll!

Mehr zu Borderlands 2 im Test.


Mechs, Mechs und MECHS!

Hawken und Mechwarrior Online waren für mich als Mech-Fan das Ende einer extrem langen Durststrecke. Ich freu mich wie ein Knusperschnitzel, dass ich endlich wieder mit tonnenschweren Kampfkolossen übers Schlachtfeld stapfen und am Setup meiner Mechs herumschrauben darf. Besonders beim Wiedersehen mit dem Battletech-Universum wird mir warm ums Herz - Die Beta von Mechwarrior Online hat mich auf Anhieb begeistert. Das Verhältnis zwischen Simulation und Action ist den Machern schon jetzt gelungen. Ich bin außerdem sehr gespannt auf die angekündigte Wiederbelebung der Heavy Gear - Reihe. Nächstes Jahr werde ich eine menge Zeit im Cockpit stählerner Kampfmaschinen verbringen - soviel ist sicher.

Hier lest ihr meine Eindrücke aus der Beta von Mechwarrior Online und Hawken.

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