US-Regierung will auch Zusammenhang zwischen Spielen und Gewalt untersuchen

Erstmals nach 17 Jahren investiert man wieder in Forschung, die zu schärferen Waffenkontrollen führen könnte.

US-Präsident Barack Obama will über den Kongress 10 Millionen US-Dollar in das Center for Disease Control investieren, damit diese untersuchen können, ob Videospiele oder „Bilder in den Medien" im Zusammenhang mit Gewalt stehen.

Zuvor hatten sich bereits mehrere Vertreter der Industrie in der letzten Woche in einem Meeting mit Vizepräsident Joe Biden getroffen, um über den möglichen Zusammenhang zwischen Videospielen und echter Gewalt zu sprechen.

Dabei versicherte Biden, dass er Spiele in keiner Weise als Ursache hervorheben wolle und sah auch ein, dass dies alles ein komplexes Problem sei, das man genauer untersuchen müsse. Wie Polygon berichtet, traf sich Biden mit insgesamt 220 verschiedenen Organisationen in 22 Meetings.

Weiterhin sei Biden nicht überzeugt davon gewesen, dass man Videospiele für Taten wie den Amoklauf in Newtown verantwortlich machen könne, bei dem 26 Menschen (darunter 20 Kleinkinder) starben. Nichtsdestotrotz seien genauere Studien erforderlich.

„Wir wissen, dass es keine einfache Antwort gibt und ganz ehrlich gesagt wissen wir auch nicht, ob einige der Dinge, von denen die Leute glauben, sie hätten einen Einfluss darauf [auf Gewalt mit Schusswaffen], das überhaupt tun", wird Biden zitiert.

„Von Ignoranz können wir nicht profitieren", so Obama. „Ebenso profitieren wir nicht davon, wenn wir nicht die wissenschaftlichen Ursachen hinter dieser Gewaltepidemie kennen."

Zuvor hatte es 17 Jahre lang keine von der Regierung geförderten Studien gegeben, die eine schärfere „Waffenkontrolle befürworten oder fördern" könnten. NBC News zufolge hatte sich die NRA massiv dagegen gewehrt und solche Studien verhindert.

Dr. Mark Rosenberg zufolge, der zwischen 1994 und 1999 Präsident der Task Force for Global Health und Direktor des Center for Injury Prevention and Control des CDC war, begannen die NRA und Kongressabgeordnete im Jahr 1996 damit, gegen solche negativen Berichte vorzugehen. Dazu zählte etwa auch der Bericht aus dem New England Journal of Medicine von 1993, wonach das Risiko für Morde und Selbstmord in Haushalten mit Schusswaffen drei- beziehungsweise fünfmal so hoch sei wie normal.

„Im Grunde wurden sie [das CDC] von der NRA terrorisiert", sagt Rosenberg. Wissenschaftler seien angegriffen worden, man habe versucht, sie zu diskreditieren oder sogar ihre Familien bedroht.

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