Distant Worlds: Music From Final Fantasy Concerts in München

Genießt ein Best of der bekanntesten Tracks der (vielleicht) bekanntesten Rollenspielserie live.

Wenn man sich mit mehr als hundert Millionen verkauften Spielen auf dem äquivalenten Zahlen-Niveau von Künstlern wie Bob Dylan, Metallica oder Prince bewegt, dann hat man wohl über die Jahre was richtig gemacht. Egal, ob ihr Final Fantasy liebt oder hasst oder es euch einfach relativ egal ist, die Macht der Marke steht unbestreitbar fest.

Wie bei jeder guten Marke gehören die Spin-Offs einfach dazu und in diesem Falle war die Musik immer ein wichtiger Teil dessen. Schaut ihr nach Japan, ein Land, das sowieso sehr Soundtrack-affin bei seinen Spielen ist, dann findet ihr eine unübersehbare Zahl an Original-Soundtracks, Remixes, Re-Arrangements und orchestralen Einspielungen. Gerade Letztere sind auch für das westliche Ohr durchaus eine Freude, denn während ihr für so manche Re-irgendwas-Song schon ganz schön Fan-Boy-ig drauf sein müsst, folgen diese dann doch den uns vertrauten Hör- und Kompositionsgewohnheiten.

Diese Dinge live mit voller Orchestrierung aufzuführen ist dabei kein neuer Trend. In Japan oder Korea finden solche Veranstaltungen regelmäßig statt und selbst hierzulande gab es mit den Symphonic Shades oder Play - A Videogame Symphony schon mehr als nur erste Tastversuche in die Richtung, sondern gefeierte Konzerte in ausverkauften Hallen.

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Philharmonie München

Worauf ich mit all dem hinaus will? In München findet am 2.3.12 und 3.3.12 in der Philharmonie München die Deutschlandpremiere der weltweit seit 2007 bereits etablierten Distant Worlds: Music from Final Fantasy - Reihe statt. Unter der Leitung von Arnie Roth, der seit dem Start der Distant Worlds Tour diese begleitet, seht und vor allem hört ihr hier die Münchner Symphoniker mit dem MunichChor, einer aus vielen Münchner Chören zusammengestellten Truppe von fast hundert Leuten. Ausgehend davon, was diese Leute sonst so machen und von der Akustik der Philharmonie dürfte es wenig Zweifel geben, dass das ein sehr hochwertiger Abend werden wird.

Das Material ist natürlich das, worüber man immer streiten kann und ihr solltet klassischer Musik natürlich nicht gänzlich abgeneigt sein. Die Arrangements selber hielten sich bisher bei Distant Worlds sehr nah am Original-Material und folgen diesem auch insoweit, als dass man sich nur wenig zu mutige Ausflüge davon weg erlaubt. Dafür dürfte auch die enge Mitwirkung Nobuo Uetmatsus an dem Projekt verantwortlich sein, der die Kerntruppe seit dem Start bereits berät. Auch wenn er bei einer Reihe von Distant Worlds Konzerten persönlich zugegen war, das wird in München im März wohl nicht der Fall sein. Dabei ist jedoch die Sängerin Susan Calloway, eine Stammbesetzung der Distant Worlds, deren Stimme auf früheren Konzerten stets gefeiert wurde. Für einen Eindruck der Frau, die Final-Fantasy-Nerd-Herzen schmelzen lässt schaut euch einfach dieses Video an:

Der Spaß ist nicht ganz preiswert, wobei man dazusagen muss, dass die Preise von 38 bis 74 Euro durchaus im üblichen Rahmen hochwertiger Konzerte liegen, zumal hier auch noch eigene Projektions-Leinwände installiert werden, die die Musik mit Szenen und Eindrücken aus Final Fantasy unterstreichen. Wer mal bei einem der Herr-der-Ringe-Arrangement-Konzerte war, weiß ungefähr, wie das funktioniert und dass es ziemlich eindrucksvoll sein kann.

Spiele so schlecht, dass man es nicht glauben will. Aber gesehen müsst ihr sie haben! Spiele so schlecht, dass man es nicht glauben will.

Die Auswahl wurde noch nicht vollständig bekannt gegeben, aber ihr könnt mit bekannten Stücken aus der Hauptserie rechnen, wilde Ausflüge in iPhone-Territorien dürften ausbleiben. Das Gemeine ist jedoch, dass an beiden Tagen unterschiedliche Sets gespielt werden. Am Samstag bekommt ihr "Smash Hits" wie das Liberi Fatali und Eyes on Me aus Final Fantasy VIII, das Stück Distant Worlds aus Nummer 11 oder das Terra´ Theme, bekannt und vergöttert aus Final Fantasy VI. Wollt ihr dagegen die praktisch legendäre Opera „Maria & Draco", ebenfalls aus VI, hören, müsst ihr am Sonntag wiederkommen, dort gibt es dann auch das Chocobo Medley oder Vamo' Alla Flamenco aus dem sonst immer irgendwie unterrepräsentierten neunten Teil zu hören. Eine normale Setliste umfasste bisher bei Distant Worlds immer um die 18 bis 20 Titel, was auf zwei bis zweieinhalb Stunden hinausläuft. Um harten Fans das Leben zumindest minimal leichter zu machen, gibt es beim Kauf beider Karten 15 Prozent Rabatt.

Wenn sich das jetzt alles ein wenig so anhört, als würde ich Werbung für die Distant-Worlds-Truppe machen wollen ... ja, auf jeden Fall. Als jemand, der bereits einmal das Vergnügen hatte, die arrangierten Stücke so zu erleben, und als jemand der sonst die Final-Fantasy-Musik als eher so lala empfindet, hier aber schätzen und lieben lernte: Ja, geht dorthin! Es machte einfach Spaß und es scheint keinen Grund zu der Annahme zu geben, dass das dieses Mal nicht der Fall sein wird. Also, wenn München für euch keine Weltreise und schöne Musik euch den Eintritt wert ist, dann nutzt die Chance. So schnell wird sie nicht wiederkommen.

Wollt ihr Karten kaufen, könnt ihr das hier tun.

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