Injustice lässt Aquaman gewinnen!

Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Bis es passiert und Batman von einem Hai gefressen wird.

Was für ein unrealistisches Spiel ist das denn bitte?! So kann ich nicht arbeiten, so was geht einfach nicht: Aquaman hat im Kampf gegen Batman gewonnen! Na klar doch. Und ich bin der König von Burma.

Wenn ich nach einem Stündchen mit Injustice, dem ultimativen Prügler des DC-Universums etwas zu Bemängeln habe, dann ist es wohl, dass Aquaman nicht automatisch verliert. Aber ich muss zugeben, seine Spezial-Super-Attacke ist schon eine echte Show: Eine Flutwelle überrollt den Dunklen Ritter, dann wird er von einem weißen Hai gefressen. Der eine Tag, an dem er mal nicht das Bat-Shark-Repellent-Spray dabei hatte. Aber am Ende würde er trotzdem gegen den Fisch-Mann gewinnen. Immer!

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Green Arrow hat ja noch gar keinen Hollywood-Reboot erhalten. Kommt bestimmt bald.

Egal, NetherRealms nutzt hier all ihre Erfahrung aus diversen Mortal Kombats und setzt auch einen Story-Modus um, der gelinde gesagt einen interessanten Start nahm. Metropolis wurde zumindest teilweise von einer Atombombe geplättet, der Joker wurde zwar festgenommen, aber das hält Evil Superman nicht auf, ihn eiskalt zu ermorden. Nicht unverständlich, aber Batman ist nicht glücklich darüber. Direkter Cut, eine monströse Schlacht auf Erde, Mond und mehr zwischen allem, was die Helden und Schurken-Riege zu bieten haben, jeder hat seinen Auftritt und das hat seinen guten Grund. Denn bis zum großen Finale wechselt ihr in der Handlung alle paar Kämpfe immer wieder die Rolle zu einer neuen Figur und spielt ihren kleinen Part im großen Ganzen aus.

Statt einfach nur den üblichen Durchgang eines Kämpfers nach dem anderen abzuarbeiten, habt ihr so nach wohl einem Dutzend oder so Stunden - alles noch ein wenig vage, mehr im nächsten Monat im Test - alle mal gespielt und eine hoffentlich nette Geschichte gesehen. Danach könnt ihr euch dann dem Trial-Modus zuwenden, der keine kleine Randnotiz, sondern fast schon ein eigenes Spiel im Spiel werden dürfte. Für jeden der zahlreichen Charaktere gibt es spezifische kleine Aufgaben, die zu lösen ein Weilchen dauern dürfte, schon allein, weil man so wohl auf weit über 150 kommt.

Die Bandbreite reicht von komplettem Blödsinn zu hammerharten Challenges. Schwierig ist beides, vor allem wenn die Absurdität mancher Einlage den geübten Spieler doch ein wenig verwirrte. So steuert ihr beispielsweise die Katze von Catwoman in einer Art "Stealth"-Level durch den Museums-Stage und müsst Wachen wie Lasern ausweichen. Es muss also heutzutage wirklich jedes Spiel ein paar Stealth-Elemente haben ... Batman dagegen hat seine eigenen Probleme in diesem Level. Der Joker schmeißt mit Torten und da es für einen dunklen Ritter echte Autoritätsabzüge bedeuten würde, von so einer getroffen zu werden, arbeitet ihr euch vor, immer auf dem Sprung, wenn das nächste süße Geschoss heranrauscht. Aber neben solchen Spaß-Einlagen gibt es auch handfeste Prügel-Kunststücke zu bewältigen. Injustice ist dabei erfrischend unvergebend, denn jeder Fehler führt zum Neustart einer Herausforderung.

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Egal wie schnell, Batman kriegt sie alle.

Nach dieser für die anwesende Presse nicht anfassbaren Show-&-Tell-Runde wurden wir endlich auf das Spiel losgelassen, nur um festzustellen, dass die Story und die Herausforderungen gesperrt waren. Also klassisch ans Pad, Eins gegen Eins und natürlich habe ich sofort Aquaman gewählt und gewonnen. Ok, nicht fair, es war mehr eine Probier-Runde zum warm werden, aber trotzdem. Aquaman muss automatisch verlieren! Ok, schon gut, Zeit ernst zu werden und Injustice spielt sich erst einmal sehr flüssig und vor allem zugänglich. Wie schon das letzte Spiel NetherRealms können Anfänger das Pad in die Hand nehmen und ein paar coole Moves reißen. Es scheint aber durchaus eine Menge Tiefe in den Kombos und Moves zu stecken, denn das, was uns zuvor gezeigt wurde, konnte hier kaum einer auf Anhieb stemmen.

Die Stages selbst haben einige brachiale Szenenwechsel an den Rändern links und rechts zu bieten, sofern ihr es schafft, euren Gegner mit einem Super-Schlag aus dem Screen zu befördern. Von den Straßen Metropolis geht es im Vorbeiflug durch eine Reihe von Büro-Etagen bis auf das Hochhausdach - wobei ihr als Getroffener kontinuierlich leichten Schaden nehmt -, von dort weiter zu einer dritten Ebene und, falls ihr bis dahin noch stehen solltet, zurück auf die Straße. Es ist ein netter Touch, der die Arenen weit größer wirken lässt.

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Oder zumindest fast alle. Keiner zieht so schnell wie Harley Quinn.

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Auf jeder der Ebene findet ihr Umgebungsobjekte, die ihr per simplen Tastendruck zu eurem Vorteil nutzen könnt und die sogar zwischen den Helden mit Super-Kräften und ihren etwas Schwächeren, mehr menschlichen Kollegen unterscheiden. Wo Superman einfach ein Auto greift und es seinem Opponenten über den Schädel zieht, kann Batman die Motorhaube lediglich als Sprungbrett nutzen, um geschickt hinter dem seinem Gegner zu landen und so direkt einen Move ansetzen. Es sind kleine taktische Elemente, deren richtige Nutzung gelernt sein will, um ihren Vorteil zum Maximum auszureizen.

Injustice wird eine erstaunliche sichere Nummer. Hier war praktisch nichts zu sehen, woran es noch groß scheitern könnte. Technisch hinterließ es einen zwar nicht weltbewegenden, aber dafür sehr polierten Eindruck. Spielerisch kann NetherRealms Prügler vom ausgedehnten Erstkontakt her überzeugen und Ed Boon hat ja auch schon das eine oder andere Spiel des Genres auf der Kappe. Der unglaublich umfangreiche Herausforderungs-Modus könnte sich als der große geheime Gewinner entpuppen und was die Story angeht ... Es ist eine Superhelden-Geschichte. Wird schon ok sein. Hoffentlich bewahrte man sich hier den Trash-Spaß-Reiz der anderen Boon-Serie. Also, kurz knapp und unspektakulär: Freut euch auf Injustice. Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun. Außer natürlich, ihr wollt wirklich nicht wahrhaben, dass Aquaman auch mal einen Kampf gewinnen kann.

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