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Company of Heroes 2: The Western Front Armies - Test

Lohnender Multiplayer-Nachschub.

Habt ihr euch vor allem mit der Kampagne von Company of Heroes 2 beschäftigt und damit euren Spaß gehabt? Nun, in dem Fall könnt ihr gleich wieder kehrtmachen, denn hier gibt es nichts für euch zu sehen. Relics auch alleine lauffähige Erweiterung The Western Front Armies konzentriert sich - leider, wie ich sagen würde - ausschließlich auf den Multiplayer-Modus des Spiels. Wenn ihr aber genau das wollt, bekommt ihr einiges geboten.

Fronterweiterung

Insgesamt ergänzt The Western Front Armies den Multiplayer-Modus von Company of Heroes 2 um zwei Fraktionen: Die US-Streitkräfte und das deutsche Oberkommando West. Ihr könnt dann zwar durchaus auch im Multiplayer mit dem Oberkommando West gegen die russischen Streitkräfte kämpfen, was logisch betrachtet ja eigentlich Unsinn ist, aber egal. Es gibt jedenfalls dahin gehend keine künstlichen Einschränkungen.

Spielerisch ändert sich am eigentlichen Grundprinzip des CoH2-Multiplayers wenig. Nach wie vor kämpft ihr online um Kontrollpunkte und Nachschubposten, um eure Armeen zu stärken und den Gegner schlussendlich in die Knie zu zwingen - soweit alles wie gehabt. Durch die beiden Armeen kommt aber eben etwas mehr Variation auf die Schlachtfelder, es gibt neue Taktiken und Einheiten. Obendrein spielen sich die beiden neuen Fraktionen doch recht unterschiedlich und bringen ihre eigenen kleinen Eigenheiten mit sich.

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Online geht es weiter um die Eroberung von Kontroll- und Nachschubpunkten.

Das Oberkommando West setzt zum Beispiel verstärkt auf seine gepanzerten Einheiten. Ihr legt mit dem üblichen Hauptquartier los und baut es wie gewohnt Stück für Stück aus. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, mit Versorgungs-LKWs Kommandozentren auf eigenem Territorium zu errichten, die für Deckung sorgen oder als Rückzugspunkt dienen. Auch eine Truppenrekrutierung ist dann vor Ort möglich.

Die US-Streitkräfte verfügen nicht über solch fahrzeugorientierte Ausrüstung wie das Oberkommando West. Sie setzen mehr auf Flexibilität und rücken, ähnlich wie die Sowjets, die Infanterie in den Vordergrund. Die Waffen der Schützen könnt ihr austauschen und ihnen etwa Bazookas verpassen, was im Kampf gegen die schweren Panzer des Oberkommandos natürlich besonders Sinn ergibt. Abseits dessen stehen ihnen aber natürlich auch Fahrzeuge wie der M4A3 Sherman oder Luftunterstützung zur Verfügung, um das alles abzurunden.

Details, Details, Details

Oberflächlich sollte man das alles nicht betrachten, der Teufel steckt hier wie so oft im Detail. Panzer ist nicht gleich Panzer und Infanterie ist nicht gleich Infanterie, auch wenn es auf dem Papier den Eindruck erwecken mag. Der Sherman kann beispielsweise auch feuern, während er sich bewegt, was beim deutschen Tiger-Panzer oder dem russischen T-34 nicht der Fall ist. Keine der Fraktionen spielt sich wie die andere und das gilt eben auch für die beiden Neuzugänge. Stets müsst ihr ein wenig variieren, euch individuelle Taktiken ausdenken, was natürlich auch vom jeweiligen Gegner abhängt.

Aufseiten der Amerikaner müsst ihr beispielsweise etwas taktischer agieren. Die Soldaten halten Beschuss nicht ganz so lange stand wie ihre russischen Pendants. Dafür verfügen sie wiederum über spezielle Fähigkeiten, mit denen sie für verschiedene Arten von Deckung sorgen oder dank Rauchgranaten einen Rückzug sichern. Ihr müsst cleverer agieren und mehr über die Flanken kommen, anstatt eure Männer direkt ins feindliche Feuer zu dirigieren.

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Wie die Sowjets setzen die Amerikaner verstärkt auf Infanterie.

Was sich bei den Amerikanern außerdem noch unterscheidet, ist der Basenbau. Hier habt ihr von Beginn an ein komplett ausgestattetes Hauptquartier zur Verfügung, könnt aber nicht gleich sämtliche Einheiten produzieren. Erst einmal müsst ihr einen Befehlshaber für den jeweiligen Bereich rekrutieren, bevor ihr die anderen Einheiten „kaufen" könnt. Auch durch die zur Verfügung stehenden Kommandanten gibt es noch einmal zusätzliche Fähigkeiten, die ihr mit gesammelten Kommandopunkten freischaltet. Seien es nun vorgetäuschte Artillerieangriffe, um Gegner aus einer Position zu scheuchen, Nachschub oder Angriffe aus der Luft.

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Alles in allem sorgt The Western Front Armies so für frischen Wind im Multiplayer-Modus von Company of Heroes 2. Zusätzlich zu den beiden neuen Fraktionen gibt es übrigens auch noch acht Maps mit Szenarios der Westfront (und Hunderte weitere Community-Maps im Steam Workshop), die allesamt recht abwechslungsreich und gut ausbalanciert ausgefallen sind.

Wenn ihr die Standalone-Erweiterung kauft, erhaltet ihr übrigens auch Zugriff auf alle Maps des Hauptspiels und könnt gegen deren Fraktionen (Wehrmacht und Sowjets) spielen. Abseits dessen stehen euch in The Western Front Armies aber nur noch Matches gegen die KI zur Verfügung, mit denen ihr etwas trainieren oder euch beschäftigen könnt. Ein Einzelkauf der beiden neuen Armeen ist für jeweils 12,99 Euro möglich, alternativ gibt es eben auch das Bundle für 19,99 Euro.

Ich persönlich hätte mir zwar lieber eine Singleplayer-Erweiterung mit der Westfront gewünscht, aber man kann ja nicht immer alles haben. Wenn ihr mehr Wert auf eine gute Kampagne legt, könnt ihr das hier daher getrost ignorieren. Stürzt ihr euch aber sowieso viel lieber in Multiplayer-Gefechte, ist The Western Front Armies genau das Richtige, um online für frischen Wind zu sorgen. Die beiden neuen Fraktionen spielen sich angenehm abwechslungsreich und ergänzen die zwei bereits vorhandenen recht gut, auch die neuen Maps von Relic überzeugen. Steht euch der Sinn nach mehr Mehrspielerabwechslung, könnt ihr also getrost zuschlagen.

8 / 10

Company of Heroes 2: The Western Front Armies - Test Benjamin Jakobs Lohnender Multiplayer-Nachschub. 2014-06-27T09:00:00+02:00 8 10
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