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Metro 2033 Redux und Metro: Last Light Redux - Test

Die etwas anderen Shooter, die sich ihre zweite Chance redlich verdient haben.

Zu viel Remake, Remaster und Redux lässt die Next-Gen wie eine aufgewärmte Last-Gen wirken? Ja, diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Vor allem, wenn es mit dem Nachschub an wirklich hochwertigem neuen Material mal wieder nicht ganz so schnell geht. Aber andererseits: Die beiden Metros, gerade das erste, waren durchaus Kritikerlieblinge und Geheimtipps, nicht gerade die ganz großen Verkaufsschlager. Mit dem zweiten besserte sich das, aber schließlich gibt es ja auch jede Menge Leute, die die letzte Generation übersprungen haben und bei denen nun eine PS4 steht. Also, Metro Redux, musste das nun sein oder nicht?

Ich sage in diesem Falle ganz klar "ja und auf jeden Fall". Metro, 2033 mehr noch als Last Light, ist ein kleines Kunstwerk in Sachen Atmosphäre. Mit einfachen Mitteln - recht lineare Abschnitte, nie zu große Level, eher simple Stealth-Mechaniken - erzeugt es eine einmalige Stimmung. Ob nun in unheimlichen, verlassenen Gängen unter Tage, in den Barackenstädten dazwischen oder in den mörderisch gefährlichen Ruinen der durch den Atomkrieg zerstörten Stadt an der Oberfläche - alle Register der postapokalyptischen Bedrohungslage werden gezogen. Last Light war dagegen etwas "geordneter". Man hatte weniger das Gefühl des einsamen Wolfes - oder Schafes - unter der Erde, sondern mehr das eines erfahrenen Kämpfers mit einer strukturierten Mission und etwas Rückendeckung. Aber auch hatte das Spiel mehr als oft genug düstere Momente und vor allem wie der erste Teil eine sehr dicht gewobene Welt. Während sich 2033 noch sehr direkt aus dem Buch bedient, auf dem es basiert, ist Last Light eher von der Reihe inspiriert. Beide jedoch profitieren von den zahllosen Details am Rande des Weges, den vielen Gesprächen, die es bei Freund und Feind zu belauschen gibt, und einer Handlung, die vor allem 2033 glänzen lässt, indem es sehr genau hinguckt, wie ihr spielt.

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Zieht euch warm an!

All das brachte den Metros den Ruf der "etwas anderen" Shooter ein, es gab aber auch die kleine Kehrseite der Medaille. 2033 hatte nicht gerade das beste Trefferfeedback und Waffenverhalten. Vorsichtig gesagt. Mal reichte ein Schrotttreffer für drei, dann wieder nicht sechs Schuss für einen. In einem Spiel, das ein wenig in Richtung Survival geht und von euch erwartet, mit der Munition hauszuhalten, ist das ganz schön dünn. Auch ließen sich die Stealth-Mechaniken zu leicht ausnutzen. Das gilt für beide Spiele, denn sobald ihr im Schatten steht, sehen euch die Gegner aus zehn Zentimetern Entfernung nicht. Bei Last Light kam noch dazu, dass die Handlung deutlich konservativer ausfiel und vor allem das mögliche zweite Ende des ersten Teils mit keinem Wort Beachtung fand.

An Letzterem änderte man nicht viel für die Redux-Version. Spielerisch jedoch zog man einiges glatt. Erst einmal gibt es nun für beide Spiele vier einheitliche Modi. Spartan ist eher was für Ballerspieler, die gerne genug Munition finden und nicht lange fackeln. Survival hält die Vorräte knapp und betont damit automatisch das Schleichen. Dazu kommen dann noch zwei Ranger-Modi mit sehr wenigen oder - für die Mutigen - gar keinen HUD-Elementen. Ihr müsst halt wissen, wie Munition aussieht und vor allem ob ihr nun fünf- oder sechsmal geschossen habt. Dass nun alle Modi für jeweils beide Spiele verfügbar sind, ist neu und es wertet das Spielgefühl für den einen oder anderen sicher auf. Wer schleichen mag, und das bitte nicht zu leicht, hat mehr Spaß in Last Light. Wer lieber ballert, wird mehr Freude an 2033 haben. Für jeden das, was er mag, und das über beide Spiele hinweg ist sicher ein Bonus.

Bei 2033 wurde auch am Waffenverhalten geschraubt, aber leider nicht genug. Dass es präziser geht, zeigt immer noch Last Light. Ein Rudel mutierte Ratten dagegen demonstriert, dass Kopftreffer aus zwei Metern mit der Schrotflinte immer noch keine definierte Angelegenheit sein müssen. Besser, aber noch immer nicht wirklich gut. Auch an der Gegner-KI im Dunkeln wurde kaum etwas verändert. Nach wie vor kann sie was, sobald sie euch sieht. Solange ihr jedoch im Dunkeln steckt, scheint sie stellenweise fast hilflos. Selbst wenn sie weiß, dass ihr da seid, bleibt es zu einfach, immer wieder ungesehen zuzuschlagen, was die angestrebte Waffenverknappung im Survival etwas ad absurdum führt. Spielt gleich auf Hardcore, solltet ihr es auf Stealth abgesehen haben. Ihr sterbt dann wenigstens schnell, werdet ihr entdeckt, und ihr sterbt oft, sobald euch das mutierte Tierreich in die Quere kommt.

Spiele-Cover, die ihr gesehen haben müsst! Und die Spiele, die sich dahinter verstecken. Spiele-Cover, die ihr gesehen haben müsst!

Grafisch hat sich natürlich auch etwas getan, aber wie schon andere HD-Versionen hängt Metro irgendwo zwischen den Generationen. Auf beiden Plattformen - und dem PC sowieso - gibt es Titel, die schon ein wenig weiter sind, die speziell für diese Zeit und dieses Jahr geschrieben wurden. Wiederum macht Last Light auf dem PC keine nennenswerten Sprünge, 2033 bügelt die gröbsten Kanten über und hebt mit mehr Licht und Schatten seine Details besser heraus, aber grafisch gänzlich andere Spiele sind es dadurch sicher nicht. 2033 auf der Konsole dagegen kann schon einen sehr deutlichen Zugewinn an Details und Texturqualität verzeichnen, es kommt der PC-Version mit hohen Einstellungen sehr nahe. Gleiches gilt für Last Light, wobei hier der Sprung erwartungsgemäß kleiner ausfällt. Näher an der überlegenen PC-Version und weiter weg vom PS3-/360-Original, aber sicher kein Meilenstein für die aktuelle Konsolengeneration.

Am Ende ist es fast mehr der spielerische Feinschliff als der visuelle, der den beiden Metros guttut. Vor allem 2033 fühlt sich nun weniger bockig an, ohne dabei seinen kernigen Schwierigkeitsgrad in den entsprechenden Spielmodi eingebüßt zu haben. Ihr sterbt nun häufiger aus den richtigen Gründen. Last Light wird für Enthusiasten interessanter, wenn sie es nun in „Ranger-Survival-Hardcore" erkunden, für den Rest der Konsolenwelt wird das hübsche Spiel noch ein klein wenig hübscher. Da beide Spiele schon vorher eher zur höheren Wertung schielten, gibt es damit nun eine Aufwertung. Das setzt sich ungefähr so zusammen, dass Metro 2033 den Sprung schafft, Last Light fast, aber zusammen genügt es dann für den Extrapunkt. Oder so. Am Ende ist es vor allem die Aussage: Spielt diese beiden, sie haben es sich als die etwas anderen Shooter spätestens jetzt redlich verdient.

9 / 10

Metro 2033 Redux und Metro: Last Light Redux - Test Martin Woger Die etwas anderen Shooter, die sich ihre zweite Chance redlich verdient haben. 2014-08-21T09:32:00+02:00 9 10
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