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Disgaea 4: A Promise Revisited - Test

Ein großartiges Spiel. Schade nur, dass es noch immer unzugänglich ist.

Nehmen wir an, ihr kennt euch ziemlich gut mit rundenbasierten Taktikrollenspielen aus, in denen ihr Charaktere auf quadratischen Feldern bewegt. Final Fantasy Tactics, Fire Emblem und Tactics Ogre gehören zu euren Lieblingen. Alle habt ihr sie verschlungen. Vielleicht sogar mehrfach oder gar auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad beendet. Als Taktikveteran seid ihr zuversichtlich wegen eures Könnens und möchtet endlich die Disgaea-Serie ausprobieren. Der vierte Teil bietet sich da perfekt an, denkt ihr. So schwer kann der Einstieg doch nicht sein, wenn ihr im Genre versiert seid. Oder?

Nun ja, Disgaea ist nicht wie jedes andere Taktikspiel. Die meisten widmen sich ein paar zentralen Elementen, in die man sich trotz hohen Tiefgangs leicht einarbeiten kann. Disgaea ist der Fokus egal. Hier wirft man jede Idee mit in den Gameplay-Brei und verrührt das Ganze zu einem Monstrum unzähliger Variablen, die ihr ständig im Kopf behalten müsst.

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Protagonist Valvatorez ist zwar ein Vampir, trinkt aber kein Blut. Dafür liebt er Sardinen, die ihm nach eigener Aussage alle wichtigen Nährstoffe geben.

Das übliche Klassensystem bildet hier nur den Grundstein. Daneben müsst ihr bei jedem Zug ständig eure Positionierung auf dem Kampffeld mehrfach überdenken. Denn stehen zwei bis vier Figuren nebeneinander, attackieren sie in einer Kombo zufällig zusammen. Befinden sich mehrere Monster darunter, verwandeln diese sich manchmal in gigantische Kreaturen. Bei einer Mixtur aus Mensch und Bestie entstehen plötzlich tödliche Waffen mit abartigen Proportionen. Außerdem dürft ihr eure Mitstreiter auf Feinde und höher gelegene Positionen werfen oder ihr baut einen meterhohen Turm aus den Figuren. Farblich gekennzeichnete Felder, die besondere Attribute verleihen, existieren auch noch. Genauso wie unterschiedliche Blöcke, mit denen ihr die Farben ändert oder ausradiert.

Und das ist nur der grobe Umriss der in ihren Möglichkeiten noch wesentlich umfangreicher ausfallenden Kämpfe. Aber damit nicht genug. Außerhalb der Arenen wartet ein Hub-Bereich mit weiteren Systemen, die ihr im Auge behalten solltet. So besitzen die Gegenstände in Disgaea eigene Welten, in denen ihr deren Werte aufbessern dürft. Natürlich bis zum Level 9999, den ebenfalls jeder Charakter im Spiel erreichen kann. Nicht genug? Wie wäre es dann mit einer Oberweltkarte, auf der ihr Figuren und Symbole verteilt, um weitere Dinge freizuschalten? Oder ein komplettes Senatsystem mit verschiedenen Boni, wenn euer Antrag genügend Stimmen der Abgeordneten erhält, die ihr ebenfalls bestechen beziehungsweise erpressen könnt? Wem jetzt noch nicht der Kopf geplatzt ist, der gehört sicherlich zur Fan-Gruppierung und reibt sich gedanklich schon freudig die Hände.

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Wer möchte, darf sich auch die japanische Sprachausgabe anhören. Die englische Vertonung steht dieser aber in nichts nach.

Aber für einen Neueinsteiger ist das alles zu viel. Zwar gibt sich Disgaea 4 wirklich Mühe, euch zu Beginn in sämtliche Elemente einzuführen. Jedoch passiert dies in einer dermaßen schnellen Abfolge, dass ihr das Meiste davon während der nächsten Übung schon wieder vergessen habt. Entweder ihr seid mit der Serie vertraut oder könnt ohne Meckern erst einmal fünf Stunden damit verbringen, alles im Spiel zu erlernen. Am besten nehmt ihr gleich ein Wiki zur Hand, besucht diverse Foren oder fragt jemanden aus eurem Freundeskreis.

Seite 2 - Disgaea 4: A Promise Revisited - Handlung, Portierung, Fazit, Wertung

Disgaea 4: A Promise Revisited - Test Björn Balg Ein großartiges Spiel. Schade nur, dass es noch immer unzugänglich ist. 2014-09-03T16:05:00+02:00 4 5
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