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Sid Meier's Starships - Eine ganze Galaxie, nur für euch!

Der Altmeister erfüllt sich einen weiteren Kindheitstraum: Raumschiffe bauen.

Ein neues Sid Meier und das so früh nach Beyond Earth? Nun, ich war scheinbar nicht der einzige, der sehen wollte, was aus diesen Zivilisationen wurde, nachdem der Planet fertig besiedelt war. Sid Meier's Starships setzt direkt an diesem Punkt an. Ihr habt einen Planeten, ein paar Raumschiffteile und den Wunsch zu sehen, was noch hinter dem Sonnensystem liegt. Sid Meier war nett genug, dazu einige der vielen, vielen Fragen zu beantworten, die das aufwirft und so besser zu vermitteln, worum es gehen wird.

Vorher aber noch ein paar grobe Eckdaten. Das Spiel wird als digitaler Download für PC, Mac und ausgewählte iOS-Geräte erscheinen und zwar schon im Frühjahr 2015 - relativ bald also. Das deutet natürlich auch schon an, dass es sich dabei nicht um ein „ganz großes" Spiel handeln wird, sondern eher, wie Meier es ausdrückt, um „ein spaßiges, selbstständiges Spiel, das sich auf einen komplett anderen Aspekt der interstellaren Erkundung konzentriert als sein Civilization-Gegenstück". Aber lest (und seht) selbst:

Eurogamer: Ich weiß nichts über dieses Spiel: Was ist Sid Meier's Starships?

Sid Meier: Mein neues Spiel wird Starships heißen. Es ist meine erste eigene Chance, selbst ein Science Fiction-Spiel zu entwerfen. Es ist ein Thema, das mich immer fasziniert hat, schon seit meiner Kindheit. Ich erinnere mich noch, wie ich mich damals jeden Freitag traf, um die alte Star-Trek-Serie zu gucken, und es war für uns eine Offenbarung, eine neue Art von Fernsehen. Ich erinnere mich auch noch, wie ich damals den ersten Star-Wars-Film sah, noch bevor jeder es kannte. Es war eine der ersten Aufführungen, diese erste Einstellung des riesigen Schiffes, das vorbeizieht, solche Dinge hinterlassen in dem Alter einen bleibenden Eindruck. Also wollte ich eigentlich schon immer ein Spiel über Raumschiffe, Science Fiction und die Erkundung des Weltraums machen. Über die Dinge, die diese Filme andeuteten. Wenn ich Spiele gestalte, dann denke ich oft an die Sachen, die ich als Kind cool fand, Piraten oder Eisenbahnen zum Beispiel und als erwachsener Spieldesigner packe ich dann all die Strategie, die Spielerentscheidungen und die Tiefe hinein. Aber ich bewahre dabei diese Aufregung und den Spaß, den ich damals mit diesen Dingen hatte und mache sie zu einem essentiellen Teil des Spiels.

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In Starships geht es also darum, eine Flotte von selbst gestalteten Raumschiffen zusammenzustellen, sie in die Galaxie hinauszuschicken und nicht zu wissen, wohin einen das Abenteuer führen wird. Was passiert in diesem Sternensystem, was passiert auf diesem Planeten? Es soll das Gefühl einfangen, eine unbekannte Galaxie zu erforschen. Eine andere Inspiration war die Geschichte von Beyond Earth. Die Idee, dass wir die Erde verlassen müssen und woanders, an all diesen spannenden Orten, neu anfangen müssen. Beyond Earth brachte diese Geschichte bis zu einem bestimmten Punkt voran, an dem ihr eure Zivilisation auf dem neuen Planeten etabliert habt. Was mich interessiert ist, wie diese Geschichte weitergeht. Was passiert als Nächstes, nachdem wir nun diesen wundervollen Planeten und all diese Technologie haben und bereit sind, den nächsten Schritt in die Galaxis hinauszugehen? Was wurde aus all den anderen menschlichen Vorfahren, die an andere Orte gingen? Daum geht es in Starships, das nächste Kapitel in der Geschichte, die mit Beyond Earth begann und in dem wir nun die Galaxis erkunden.

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Eurogamer: Was für eine Art Spiel wird es sein?

Sid Meier: Die Schlüsselelemente sind das Design und der Bau der eigenen Raumschiffe. Ihr entwickelt verschiedene Arten von Schiffen, mit verschiedenen Waffen, Panzerungen und Schilden. Fügt all das auf zahllose Arten zusammen, um die unterschiedlichsten Schiffe zu erhalten. Einige werden schnell sein, andere groß und machtvoll, einige werden sich für Stealth eignen und eure Rolle ist die des Admirals dieser Flotte. Baut eine Flotte mit wenigen, mächtigen Schiffen oder eine mit vielen kleinen, es gibt viele Wege dies zu tun. Dann schickt ihr diese Flotte in die Galaxis und in jedem Sternensystem und auf jedem Planeten wird es eine Art Mission geben, ein Problem, das ihr lösen müsst, um den Bewohnern dieses Systems zu helfen. Nachdem ihr das getan habt, werden sie ein Teil eurer Föderation. Irgendwann trefft ihr dann auf andere Zivilisationen, die das Gleiche tun, ihr werdet sie als die Anführer aus Beyond Earth wiedererkennen. Es gibt eine strategische Spielebene, auf der ihr die Flotte ausschickt, und wenn ihr dann zu den Planeten kommt, wird es taktische Missionen geben, in denen ihr eure Schiffe zum Beispiel gegen böse Jungs ausschickt oder andere Schiffe sicher eskortieren müsst. Es wird eine große Zahl verschiedener Missionen geben, die ihr auf den Planeten finden werdet. Es ist also eine Mischung aus taktischem Raumschiffkampf und strategischer Flottenplanung.

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Eurogamer: In früheren Spielen hast Du ungewöhnliche Genre-Mixturen versucht - Pirates, Sword of the Samurai, Covert Action -, ein Mix, den man schon eine Weile so nicht mehr sah. Ist Starships ein Schritt zurück in diese Richtung?

Sid Meier: Ich denke schon, insoweit als dass Starships eine strategische und eine taktische Ebene mit einer Vielzahl von Missionen kombiniert. Einige werden auf Kampf ausgerichtet sein, in anderen müsst ihr durch einen Irrgarten aus Asteroiden manövrieren, in einigen geht es um Stealth und dass ihr nicht gesehen werden dürft. Es gibt viele Arten von Missionen, also müsst ihr für alle von ihnen die richtigen Schiffe entwerfen. Das ist kombiniert mit der strategischen Ebene, in der ihr die Galaxis erforscht, neue Sternensysteme in euren Verbund holt, Wunder und alles Mögliche sonst an coolen Sachen baut, während ihr eure Föderation vergrößert. Auf der taktischen Ebene siegreich zu sein gibt euch Ressourcen für die strategische, auf der ihr dann mit diesen Ressourcen die richtigen Schiffe für die nächsten Missionen baut.

Eurogamer: Es geht also um das Lenken einer Flotte und nicht eines einzelnen Schiffes?

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Sid Meier: Ja, ihr seid der Admiral einer ganzen Flotte, nicht der Kapitän eines einzelnen Schiffs. Ihr trefft die großen Entscheidungen, wo es als nächstens hingeht, wo gebaut wird, wie ihr mit anderen Anführern verhandelt. Ihr seid in einer ähnlichen Rolle, wie es auch bei den Civilization-Spielen der Fall ist.

Eurogamer: Wird das Mikromanagement bis auf die Crew-Ebene eines Schiffes runtergehen oder geht es mehr in Richtung der Schiffe als einzelner, kompakter Einheiten?

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Sid Meier: Da wir Mikromanagement nicht für eine gute Sache halten, lassen wir euch einfach die spaßigen Sachen machen, während wir dem Computer die Arbeit überlassen. Ihr designend die Schiffe, indem ihr die unterschiedlichen Teile zusammensetzt, entscheidet, welche Waffen sie haben sollen, ob sie Raumjäger an Bord haben sollen, solche Sachen. Die Crew kümmert sich dann um die Details diese Sachen am Laufen zu halten. Im Kampf kommandiert ihr diese Schiffe, ihr bewegt sie, setzt ihre Ziele fest, aber es wird dabei nur sehr wenig Mikromanagement geben.

Eurogamer: Eine Menge Leute waren über das abrupte Ende einer Runde Beyond Earth erstaunt. Wie weit geht Starships, wird es ein offenes Spiel sein?

Sid Meier: Es ist mehr ein Spiel, als dass es eine Sandbox ist. Wir realisieren den Wiederspielwert darüber, dass sich jede Runde anders spielt. Es ist jedes Mal eine andere Galaxie mit anderen Sternensystemen, anderen Zivilisationen. Aber es ist zielorientiert. Ihr versucht euer Zivilisation als die maßgebliche zu etablieren, so wie es auch die anderen Zivilisationen tun. Wir arbeiten mit den Ideen von Beyond Earth - zum Beispiel denen von Purity, Harmony und Supremacy - und ihr werdet auf einige dieser Anführer treffen. Es gibt also immer dieses Gefühl von Wettbewerb und Dringlichkeit die richtigen Schiffe zu bauen und die eigenen Fertigkeiten im Laufe des Spiels zu verbessern. Es gibt zahlreiche Arten das Spiel zu gewinnen, was sich in dieser Art von Spiel immer bewährt hat. Ihr könnt einen technologischen Sieg erringen, einen über Wachstum, Dinge in dieser Art, aber es wird immer zielorientiert sein.

Eurogamer: Tourismus wird es als Siegbedingung wohl nicht geben, was sind stattdessen die möglichen Siege des Spielers?

Sid Meier: Es gibt einen Bevölkerungssieg, für den ihr mehr als die Hälfte der Galaxis kontrollieren müsst. Dafür reist ihr durch die Galaxis von einem System zum nächsten, löst ihre Probleme und holt sie so in eure Föderation. Es gibt einen Wissenschaftssieg, bei dem ihr die führende Zivilisation in Technologie und Wissenschaft sein müsst. Dann ist da der klassische Civ-Domination-Sieg, bei dem ihr alle eure Konkurrenten ausschaltet. Es wird auch einen Wunder-Sieg geben, wenn ihr euch ganz auf die Wunder konzentrieren wollt. Es gibt also eine Reihe von Wegen das Spiel zu gewinnen.

Eurogamer: Das klingt alles sehr nach Civ. Wieviel davon steckt in Starships?

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Sid Meier: Ich denke, dass die Idee von Civilization gut funktioniert und wir haben kein schlechtes Gewissen, darauf aufzubauen. Die Idee klein anzufangen und dann zu wachsen und expandieren, das Spiel natürlich größer werden zu lassen, dann mehr Entscheidungen abzufordern, ist ein klassischer Civ-Teil. Auch die Idee euch in die Rolle zu packen, in der man den meisten Spaß haben kann und die interessantesten Dinge tut, funktioniert gut - es macht immer Spaß, das Sagen zu haben und auf diesem Level die Entscheidungen treffen zu können. Diese Civ-Elemente funktionieren also gut. Die Idee einer gänzlich neuen Welt, Zufallskarten, dass jedes Spiel unterschiedlich ist und man dann auf das Spiel zurückschaut und über die Reise zu diesem Punkt reflektiert. Über die eigene Geschichte, die man selbst geschaffen hat.

Dann fügen wir eine neue Spielmechanik hinzu, Missionen und futuristische Technologie, das sind in gewisser Weise neue Ideen. Es ist eine Mischung aus Ideen, die wir für wertvoll halten. Und dann sind da neue Mechaniken, Ideen und Gameplay-Elemente, die wir so noch nicht versucht haben.

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Eurogamer: Wird man ein Alien und seine Zivilisation spielen können oder auf welche treffen?

Sid Meier: Die Story dreht sich darum, wie es mit der Menschheit weitergeht. Die Menschen haben die Erde verlassen und reisen zu all diesen Orten. In Beyond Earth seht ihr, was auf einem dieser Planeten passiert, in Starships geht es darum, weiter zu gehen und herauszufinden, was aus all den anderen Menschen wurde, ihren Anführern und Philosophien. Es dreht sich um die Menschen, ihr werdet also kein Alien spielen können. All die Ereignisse und Charaktere basieren auf den Menschen, die die Erde, vor so langer Zeit verlassen haben.

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