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Die besten Rollenspiele für den PC

Von Fantasy bis Endzeit, von Epos bis Indie, von Taktik bis Action: Diese Rollenspiele müsst ihr gespielt haben.

Der PC ist die traditionelle, natürliche Heimat des Rollenspiels - außer dem Küchentisch, auf dem eine Dungeons & Dragons Box liegt vielleicht. Ansonsten kann die Maschine auf eine schier endlose Historie zurückblicken, bis in seine dunkelsten Anfänge. Das geht sogar zurück bis 1975 mit dnd auf dem PLATO System, einem der vielen industriell genutzten Vorläufer moderner PC-Systeme. Selbst das Pen&Paper-Spiel Dungeons & Dragons kam "erst" 1974 auf den Markt, die Computer-Rollenspiele waren also ganz schnell ganz vorn mit dabei. Das erste echte PC-Spiel, auch wenn es zuallererst auf einem Apple II lief, dürfte Akalabeth von Lord British sein, auch nicht ganz unbekannt als Ultima und Richard Garriott.

Danach ging es durch die Decke, das Genre war vom Start weg fest etabliert und wie gut es ihm geht, das kann man leicht an der 2014er Renaissance des klassischen Computer-Rollenspiels erkennen. Mit Wasteland, Lords of Xulima oder Divinity: Original Sin betritt eine ganze Gruppe neuer, ein wenig altmodischer, vor allem aber komplexer und mit langem Atem ausgestatteter Vertreter die Bildfläche und zeigt, dass das Rollenspiel auch auf den Konsolen angekommen sein mag, aber dass es auf dem PC zuhause war und immer noch ist.

Hier könnt ihr euch durch die wichtigsten und besten aktuellen Rollenspiele klicken, unten findet ihr noch eine kleine Historie, die euch einen Überblick gibt, welche wichtigen Stationen das Genre auf dem PC hinter sich brachte. Wie heißt es so schön? Um zu wissen, wohin Du gehst, musst Du wissen, woher Du kommst.

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Die modernen Rollenspiele für den PC

Große, offene Welten mit viel Auslauf, zahllosen Nebenmissionen und oft genug nicht immer ganz linear laufenden Quests. Das moderne Rollenspiel ist ein großer Auslauf mit vielen, vielen Freiheiten für den Spieler. In diesen System sind Partys eher selten, denn dies mit den meist an die Action angelehnten Kampfsystemen zu verbinden fällt nicht leicht.

Los geht es mit den besten modernen Rollenspielen für den PC!

Die klassischen Rollenspiele für den PC

Das klassische Rollenspiel lehnt sich an die 80er- und 90er-Jahre an, in denen die Party das Zentrum allen Rollenspiels war. Die Größe dieser Gruppe mag schwanken, aber praktisch immer trägt sie ihre Kämpfe in einem taktischen Kampfsystem aus. Grafik ist hier sicher nicht das Wichtigste und man sieht es auf den ersten Blick, dafür gibt es meist einen hohen Schwierigkeitsgrad, der auch Profis fordert.

Auf in die neue Retro-Schönheit mit den besten klassischen Rollenspielen für den PC!

Die Action-RPGs für den PC:

Die Frage, ob Action-Rollenspiel überhaupt richtige Rollenspiele sind, wird häufig gestellt, und nicht ganz ohne Grund. Es geht weniger um Gespräche und Gruppendynamik, sondern das Erlernen und Meistern der Spielsysteme verbunden mit den Echtzeitherausforderungen. Das kann das schnelle Auslösung der Kräfte in einem Diablo sein oder das Meistern der Kämpfe in Dark Souls. Diese Spiele haben aber wie auch andere RPGs detaillierte Spielwelten, Level und Werte und NPCs. Macht sie das zu Rollenspielen? Egal, findet es selbst heraus und entscheidet für euch.

Los in den Kampf mit den besten Action-RPGs für den PC!

Die ausgefallenen Rollenspiele für den PC:

Immer wieder mal gibt es ein Spiel, das sich nicht so recht einsortieren lässt oder ganz eigene Vorstellungen hat, wie die Welt sein sollte. Das ist bei Rollenspielen nicht anders als bei anderen Genres. Hier zählt, dass sie ausgearbeitete Welten und Charaktere mitbringen, in denen ihr euch unterstützt von Leveln und NPCs austoben könnt.

Hier geht es zur etwas anderen Welt der besten Action-RPGs für den PC!

Einige Rollenspiel-Klassiker und Exoten: Rückblick 1975 - 2006

Wollt ihr dagegen historisch denken, bitteschön. Hier das Genre der Rollenspiele seit ihren Anfangstagen, vollkommen willkürlich zusammengestellt und im Schnellstdurchlauf:

1

1975 - dnd - dnd, programmiert in TUTOR auf dem PLATO System. Viel kryptischer und obskurer wird es kaum, wenn es um Rollenspiele auf Computern geht. Die Geschichte der PLATOs geht sogar bis in die späten 50er-Jahre zurück, wo man in den USA eine einheitliche computergestützte Lernplattform anstrebte und 1960 in Betrieb nahm. Das System und seine Programmier-Schnittstelle TUTOR wurden dann bis in die späten 60er immer weiter ausgebaut und verfeinert und als dann 1972 ein oranges Plasma-Display das Terminal bereicherte, war die Zeit und Hardware reif, dass jemand ein Rollenspiel schrieb. Was die D&D-Nerds Gary Whisenhunt und Ray Wood dann mit dnd ja auch taten. Ah, lebendige Geschichte... Das Spiel selbst war sogar recht fortgeschritten, nicht zuletzt dank der mächtigen Hardware. Dungeons, Charaktere, Bossgegner, Level und Werte, vieles, was später den Grundstock der meisten RPGs ausmachte, war hier schon vorhanden.

2

1979 - Akalabeth: World of Doom - Ursprünglich hatte Richard Garriott nie vor seine Hobby-Schöpfung, die lose auf seinen Erfahrungen als Spielleiter einer D&D-Runde basierte, öffentlich zu machen. Aber wie der Zufall so will, sein damaliger Chef, Besitzer eines kleinen Elektronik-Ladens, überredete ihn, es doch zu tun und so kam das intern - also bei Garriott - als d&d28b bekannte Spiel unter einem neuen, Copyright-sicheren Namen in den kleinen Laden. Wenig später schon meldete sich California Pacific Computer bei Garriott und bot ihm 5 Dollar pro verkauftem Spiel an, wenn sie es vertreiben würden. Nachdem die Kasse gestürzt war, erhielt er 150.000 Dollar. Er selbst nannte es seinen besten Gewinn, bedenkt man die minimalen Ausgaben, danach, so Garriott leicht scherzhaft "Ging es alles den Bach runter". Das Spiel selbst war ein charmanter, recht schlichter Dungeon-Crawl. Kann man heute aus historischen Interesse noch Spielen, wenn man denn will und das sogar auf dem iPhone, aber muss man nicht.

3

1981 - Wizardry: Proving Grounds of the Mad Overlord - Noch ein Beginn einer für eine Weile immens erfolgreichen Serie. Sir-Techs Wizardry Serie endete zwar im Westen in 2001 mit Wizardy 8, läuft in Japan aber bis heute erfolgreich weiter. Das 2011er Wizardy: Prisoners of the Lost City ist sogar übersetzt worden - leider eine Ausnahme im japanischen Wizardy-Kanon - und kann über PSN auf der PS3 heruntergeladen werden. Das erste Spiel war ein für die Zeit hochwertiger Dungeon-Crawl, aber hatte selbst dem Genre nicht so viel hinzuzufügen, was es vorher in der einen oder anderen Form nicht schon gab. Innovation entstand aber aus dem hohen Schwierigkeitsgrad heraus. Sogar zwei Trainer-Programme zum Editieren der Werte wurden kommerziell vertrieben und es könnte sein, dass das Wizardry-Lösungsbuch das erster seiner Art war.

4

1985 - The Bard´s Tale - Was die wenigsten wissen, selbst die, die das Original-Cover noch zu Hause stehen haben: The Bard's Tale heißt eigentlich gar nicht The Bard's Tale. Das ist nur der Untertitel zu Tales of the Unknown: Volume 1. Dumm nur, dass the Bard's Tale viel besser lesbar war als der andere, grau auf grau gedruckte Schriftzug. So gab schon der zweite Teil das Tales-Ding auf und suchte sich eine eigene Unterzeile The Bard's Tale II, wieder gut lesbar und darüber, Grau auf Grau, The Destiny Knight. Solche Verwirrung mal außen vor, das Spiel führte den Barden das erste Mal als sinnvollen Helden in die Gruppe ein und ohne seine langanhaltenden Sprüche und Lieder wart ihr schnell verloren. Wer es hier noch nicht konnte, lernte schnell das Zeichnen eigener Karten, die allerdings noch nicht die absurden Ausmaße des dritten Teils annehmen. Ein Dungeon in den ersten beiden Spielen hatte gerade mal 22 * 22 Felder zu bieten.

5

1989 - Hero's Quest / Quest for Glory: So You Want to Be a Hero - Zusammen mit Infocoms Beyond Zork ist das ursprünglich Hero's Quest betitelte Adventure - das wegen des (fast) gleichnamigen älteren Brettspiels umbenannt werden musste - ein frühes Beispiel, wie Rollenspielelemente Zugang zu anderen Genres finden. Im Stil damaliger Sierra-Adventures wandert ihr mit einem frischgebackenen Helden durch das noch Parser-gesteuerte Adventure und löst jede Menge Rätsel. Zu Beginn jedoch wählt ihr eine von drei Klassen aus, verteilt jede Menge Punkte auf Fertigkeiten und Zaubersprüche und müsst sogar auf eure Vorräte achten, um nicht in der Wildnis Hunger zu leiden. Das ambitionierte Spiel wollte sogar vier verschiedene Spieler-Rassen einführen, darunter Gnom und Zentaur, aber darauf musste man doch verzichten und so konzentrierte man sich statt dessen auf den Humor der nicht immer ganz ernst gemeinten Spiele-Welt. Bis heute vor allem in der Remake-Version von 1992 - Remakes von recht frischen Spielen sind also nichts Neues - ein unterhaltsamer Ausflug in frühe RPG-Hybrid-Tage.

6

1992 - AD&D Forgotten Realms: Dark Queen of Krynn - Das etwas traurige weil leicht verbuggte und unbalancierte Dark Queen of Krynn markiert das Ende der erfolgreichen Gold Box Serie von SSI. 1988 erschien Pool of Radiance, welches als erstes den Mix aus einer Oberweltkarte, einem - sehr kleinen - 3D-Fenster für Städte und Dungeons und einer taktischen Karte für die rundenbasierten Kämpfe vorführte. Es wurde schnell zu einem großen Erfolg und so erschienen in nicht einmal fünf Jahren 13 Spiele, die auf der Engine basierten, alle recht ähnlich aussahen und sich auch so spielten und fast durch die Bank erfolgreich waren. Mit Buck Rodgers und Spelljammer wagte man sich sogar ins All, aber dann scheiterte SSI daran rechtzeitig eine Nachfolge-Engine zu entwickeln und wurde 1994 an Mindscape verkauft. Einen soliden Nachschub an "Gold Box"-Spielen gab es aber noch auf Jahre, denn das für die Zeit leistungsfähige und bequeme Forgotten Realms Unlimited Adventures war ein beliebter Baukasten, der Fans die Werkzeuge für komplett eigene und ambitionierte Rollenspiele auf dieser Basis an die Hand gab.

7

1995 - Albion - Auch wenn der Name Albion in der heutigen Spielewelt eher mit der Fable-Reihe verknüpft ist, er ist älter. Weit älter, denn eigentlich ist es der älteste bekannte Name für die Englischen Inseln und wird auf diesen auch noch in diesem Zusammenhang verstanden. Woran sich nur wenige erinnern ist das 1995er Rollenspiel von Blue Byte, das auch diesen ehrwürdigen Namen trägt. Warum es halb vergessen wurde? Schwer zu sagen, denn das umfangreiche, ambitionierte Sci-Fi-RPG mit einem Mix aus 2D und 3D hatte alles, was große Klassiker so brauchen. Eine originelle Spielwelt, komplexe Spielmechaniken, umfangreiche Dialoge und Rätsel, sogar Alien-Rassen, Städte und Teile einer fremden Sprache fanden ihren Weg in das Spiel. Woran es mangelte? Nun, zum einen vielleicht einer guten Bug-Kontrolle vor dem Release und dem richtigen Quäntchen Glück, das manchen Spielen einfach zu fehlen scheint. Trotzdem ein guter Kandidat für einen Kickstarter-Remake, denn die Fans, die es hat, scheinen sehr treu und sind sicher bereit ihrem Liebling eine zweite Chance einzuräumen.

8

1997 - Diablo - Vielleicht war es das wichtigste Spiel der 90er. Das klingt erst mal hochtrabend, aber ohne Diablo hätte Blizzard, damals noch Blizzard North, nicht das Geld für ihre nächsten wichtigen Meilensteine gehabt. Das wären natürlich in 2000 Diablo 2, in 2002 Warcraft 3, damit der Aufstieg ihres Battle.net und schließlich natürlich World of Warcraft in 2004, der bis heute scheinende Stern am MMO-Himmel. All das wäre vielleicht nicht passiert, wenn in 1997 Diablo gefloppt wäre. Aber die Zeit war wohl reif für einen neuen Ansatz im Action-Rollenspiel. Perfekte Benutzerführung und Spielbarkeit wurden mit der schieren Sucht nach den mächtigsten Items kombiniert, dazu noch ein spielerisch flexibler Multiplayer. Wäre man der ersten Inspiration gefolgt und hätte Diablo zu einem rundenbasierten RPG gemacht, wäre es heute in der breiten Öffentlichkeit höchstwahrscheinlich längst vergessen, so aber hat es das Action-RPG bis heute geprägt, unzählige mal mehr, mal weniger erfolgreiche Nachahmer gefunden und erfreut sich mit dem zuletzt erschienen dritten Teil an seiner eigenen, epischen Historie.

9

1998 - Baldur´s Gate - Baldur's Gate war so etwas wie das Anti-Diablo. Schon seit der Mitte des Jahrzehnts gab es nicht allzu viele Gruppen-basierte Hardcore-Rollenspiele. Die Ultimas wurden in der Hand von EA action-lastiger, von Wizardry war nichts mehr zu hören, Might & Magic verlief sich in endloser Wiederholung, SSI war praktisch nicht mehr existent, die alte Garde hatte fürs erste ausgedient. Dass das nicht an dem Genre per se lag und dass dieses einfach nur einen frischen Tritt brauchte, bewies das Epos von BioWare eindrucksvoll, die damit auch den Grundsein für eine Genre-Karriere bis zum heutigen Tag legten. Selbs die zu der Zeit als Gift verrufenen D&D-Regeln konnten der Spielwelt, ihren zahllosen herausragend ausgearbeiteten Charakteren und dem perfekt balancierten Kampfsystem nichts anhaben. Ein bis heue gut spielbarer Klassiker.

10

2002 - Gothic 2 - Gothic war ein großer Hit, aber in dem Ausnahmetitel steckten Jahre der Arbeit, eine eigene Engine, kann man so etwas nicht mal ganz zwei Jahre später schon wiederholen? Man konnte. Piranha Bytes vergrößerte den Spielplatz, schraubte die Texturen hoch und lieferte den Beweis ab, dass man auch ein komplexes, durchdachtes Rollenspiel in 3D abliefern und auch wiederholen kann. Etwas, das dem verunglückten Ultima 9 verwehrt bleiben sollte. Die Komplexität ist auch nach heutigen Maßstäben hoch. NPCs reagieren auf den Spieler, selbst wenn sie es nach recht leicht vorhersehbaren Mustern tun, die Kämpfe boten genug Abwechslung, es gab Drachen und sogar eine Reihe von Geschichten, denen man mit Interesse folgte. Dass alles etwas kitschig wirkte kann man heute und gerade nach der Risen-Trilogie leicht verzeihen. Die war weit schlimmer in der Richtung. Außerdem lässt der Erfolg und die Legende der ersten beiden Gothics ja immer noch auf einen guten fünften Teil hoffen: Während Teil 3 so seine diversen Probleme hatte, wird von Fans Gothic 4: Arcania nicht mal als echter Teil sondern eine Art Produktionsunfall betrachtet.

11

2006 - Dark Messiah of Might and Magic - Anfang 2000 hatte die Might & Magic-Reihe ihre Magie verloren, Teil 9 war etwas buggy, etwas zu altmodisch und ganz schön langweilig rundherum. Während die Heroes-Strategie-Reihe florierte, war an der Rollenspiel-Front Ruhe. Das blieb auch bis 2014 so, aber man versuchte Dinge. Zum Beispiel, das 3D-Action-Spiel mit einem Rollenspiel zu kreuzen. Ihr habt hier die Wahl zwischen drei recht unterschiedlichen Helden, Spielstilen, dazugehörigen Fertigkeiten. Auch wenn es recht vorgefertigte Helden waren, war es doch ein spannendes Konzept, das teilweise aufging und sich interessant spielte. Damals hatte noch nicht jeder Shooter Level, allein das war also schon ein gewisses Merkmal und die klassische Fantasy-Story gab ein paar für das 3D-Genre nicht alltägliche Schauplätze her. Sogar ein wenig Stealth fand ins Spiel und geredet wurde gar nicht mal so selten. Bis heute noch, sieht man mal on der nicht mehr ganz zeitgemäßen Grafik ab, ein spannender Sonderling.

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