Crookz: The Big Heist - Test

Krasse Frauen mit Afro und Kerle, die den letzten Cent wollen.

Es gibt verschiedene Sorten von Einbrechern. Die einen, die in eine gut bewachte Villa einfach reinstürmen, die nichtsahnenden Bewohner ausknocken und alles nehmen, was sie wollen. Und dann sind da die anderen: Die spielt ihr, im Strategiespiel Crookz: The Big Heist. Ihr seid auf der Suche nach einem sagenumwobenen Stein vom Mond und der befindet sich natürlich ausgerechnet in der Hand verfeindeter Gangster. Was also tun? Türen knacken, Computer hacken und Wachen lahmlegen türlich. Vor allem aber: Ruhig bleiben!

1
Die Verbindungen zwischen Schaltern und Türen sind immer sichtbar.
3
Per Mausklick könnt ihr für eure Figuren unendlich viele Wegpunkte festlegen.

Crookz erdrückt euch am Anfang mit einer Vielfalt an Optionen. Allein das Tutorial dauert fast eine Stunde, aber davon solltet ihr euch nicht abschrecken lassen. Das Spiel entfaltet sein Potential erst, wenn ihr wirklich tun könnt, was ihr wollt. Zu Beginn übernehmt ihr die Kontrolle über eine betrogene Diebesbande, die nach und nach aufgebaut werden muss. Das funktioniert selbstredend über Geld, das ihr in Missionen findet - damit kauft ihr neue Brecheisen, leise Sohlen, Chloroform und weitere nützliche Dinge.

Ihr kontrolliert das Geschehen in isometrischer Ansicht, wobei ihr den Spielfluss jederzeit per Druck auf die Leertaste unterbrechen könnt. Wege festlegen, das Kommando zum Safeknacken geben, die Tür mit dem Brecheisen einschlagen - all das könnt ihr festlegen während das Spiel sich im Pause-Modus befindet. So ergibt sich das herrlich kriminelle Gefühl, Boss einer Gangsterbande zu sein. Wenn eure Figuren spur- und geräuschlos rein- und wieder rauslaufen sorgt das für ein enormes Zufriedenheitsgefühl.

Ein wenig erinnerte mich Crookz dabei tatsächlich an Xcom. Das liegt unter anderem daran, dass man jederzeit speichern kann. Ich hatte daher keine Skrupel, auch riskante Strategien auszuprobieren. Crookz lädt dazu ein, zu experimentieren, einfach mal auch Unkonventionelles auszuprobieren. Hau der Wache doch das Brecheisen über den Kopf, warte bis sie wieder aufwacht und leg dann direkt mit dem Chloroform nach, das hält besser und ist einfacher als direkt das Betäubungsgift anzusetzen - das mögen die Entwickler sich zwar nicht so gedacht haben, aber es funktioniert.

2
Die Zwischensequenzen erzählen die wilde Geschichte aus den 70ern.

Ein Spiel für zwischendurch ist Crookz aber nicht. Tatsächlich gibt es sogar vor jeder Mission eine Planungsphase, in der ihr euch schon mal die Wege der Wachen, die Türen und die Lichtschranken anschauen könnt. In ebendieser Phase vor jeder Mission könnt ihr euch allerdings auch neue Gadgets kaufen, die zu der Situation passen. Viele Wachen? Mehr Chloroform! Viele verschlossene Türen? Brecheisen! Wobei ihr euch natürlich auch auf die Fähigkeiten eurer Figuren verlassen könnt: Die eine ist gut darin, Türen zu öffnen, die andere rennt Wachen davon wie der Roadrunner dem Kojoten. Nach und nach schaltet ihr außerdem neue Figuren frei, die dann wieder neue Fähigkeiten haben. Das erhöht die Komplexität zusätzlich.

Wundervoll auch die Atmosphäre: Crookz spielt in einer knallbunten 70er-Jahre-Welt, in der nicht nur auf dem Mond superwertvolle Steine wachsen, nein: Auch die Gangsterbanden sind genau so wie man sich das vorstellt. Krasse Frauen mit Afro und Kerle, die zwar nicht über Leichen gehen, aber nichtsdestotrotz darauf aus sind, jeden Cent aus einer Villa zu holen, wenn sie schon mal drin sind. Harte Typen, die das gleiche wollen, die stehlen wo es geht, aber trotzdem nicht unbedingt von der Schusswaffe Gebrauch machen wollen.

4
Erst mal einen Überblick verschaffen: der Planungsmodus.

Crookz ist ein herrlich kompliziertes Strategiespiel. Ihr plant das Knacken von Türen, die simple Aufnahme von Schlüsseln, das Niederschlagen von Wachen und am Ende geht doch alles schief. Macht aber nichts. Ein Druck auf die Leertaste pausiert schließlich alles. Bei kaum einem Spiel habe ich so viel nachgedacht während es eigentlich gar nicht lief. Action gibt's nicht, Crookz ist ein Traum für Tüftler.

Unsere Wertungsphilosophie

Zu den Kommentaren springen (2)

Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (2)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading