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Dead Rising 4 (PC) - Test

Für Windows-Store-Verweigerer jetzt auch auf Steam.

Guter PC-Port eines etwas zu routiniert aufgezogenen Spiels. Frank West glänzt, abseits davon fehlt es aber an Persönlichkeit.

Vorweg: Hier wird's eher kurz um die diese Woche erschienenen Steam-Version des Zombiespiels gehen, wer eingehendere Analyse sucht, wird bei Sebastians Test der Konsolenversion von Dead Rising 4 fündig.

Viel ist gegen den jüngsten Entwurf von Dead Rising nicht einzuwenden. Man hat schon vielfach schlechter Zombies im Hunderterpack geschlächtert. Aber wenn man ehrlich ist, ist das Zerlegen der Untoten mit kreativen bis stellenweise absolut bescheuerten Waffenkombinationen schon lange kein Verkaufsargument mehr - es ist Alltag. Das einzige, was sich dagegenstemmt, ist ein Frank West, der in seinen besten Momenten echte und ehrliche Lacher auf seiner Seite hat, auch wenn längst nicht alle seiner humoristischen Anflüge auf den Punkt sitzen. Er ist ein echter Charakter. Nicht einmal einer, den man mögen muss. Aber das Spiel gewinnt durch ihn.

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Macht Quatsch: Frank West ist überwiegend gut aufgelegt, die Zombies stellen leider gar keine Gefahr dar.

Es gewinnt vor allem an Persönlichkeit, die sie an den anderen Fronten dieser Rückkehr nach Willamette ein wenig einbüßte. Das beginnt mit den eher harmlosen ausgefallenen Psychopathen und erstreckt sich auch auf das fehlende Zeitlimit für gewisse Quests und Überlebendenrettungen. Klar, das kann ein umstrittenes Feature sein, aber es kann dem Spiel eine Unbequemlichkeit und Unangepasstheit schenken, die hier einer nur allzu vertrauten Open-World-Beliebigkeit gewichen ist.

So weit, so schade. Aber man muss es trotzdem sagen, das hier ist immer noch ein perfektes "Idle Game", durch das man sich mit eineinhalb Hirnhälften axt, während nebenher ein Podcast, eine Sportübertragung oder Netflix läuft. Die Abläufe sind bekannt, die Aktion-Reaktion-Zyklen, die ihm zugrunde liegen, durchaus befriedigend, und wann immer man kurz davor ist, sich zu fragen, warum man das hier überhaupt macht, haut Frank West etwas raus, das entweder köstlich idiotisch ist oder einfach nur daneben. Hier ist das Spiel weiterhin gern bereit zu polarisieren. Man wünschte sich, das wäre öfter der Fall.

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Jedes Auto würde hier steckenbleiben. In Dead Rising 4 allerdings...

Nun denn, wem einfach danach ist, eine riesige Spielumgebung im Schrotflintenverfahren mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist von Zombies zu befreien und dabei in zig Abstufungen absichtlich dämlich auszusehen, der kann, ich erwähnte es bereits, Hundert schlechtere Griffe tun als den zu Dead Rising 4. Gerade am PC, wo die endlich erhältliche Steam-Fassung einmal mehr unterstreicht, warum Konsolenupgrades der Marke Scorpio eine gute Idee sind: Das Spiel sieht hier einfach deutlich runder und feiner aus und fühlt sich auch so an. Massig Optionen, um auch auf Mittelklasse-Rechnern butterweiche Bildraten zu erzielen (dynamische Skalierung inklusive), knackscharfe Optik und allgemein das Gefühl, das Spiel so zu erleben, wie es mal gedacht war, werten den allgemeinen Ablauf auf. Man sieht immer noch, dass dieses Spiel in erster Linie auf Konsole zielte, besonders, wenn es um das Blut geht, das eure etwas zu platt und künstlich Gegner benetzt, oder andere Schadenstexturen, wie etwa Verbrennungen, die eine Figur einfach nur graubraun sprenkeln. Insgesamt aber ein gutaussehendes Spiel, auch wenn es stilistisch ein bisschen zwischen den Stühlen sitzt.

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Eine Schwäche für endloses Zombiemorden vorausgesetzt, verlebt man mit Dead Rising 4 keine verkehrte Zeit. Frank West mag nicht mehr derselbe sein wie vor zehn Jahren, aber ich glaube, das ist auch innerhalb der Fiktion des Spiels der Gedanke. Er bleibt die Trumpfkarte eines Spiels, das man eine ganze Weile gut nebenher wegspielt, bevor man noch vor dem Ende feststellt, dass es einem längst ein bisschen langweilig geworden ist.

Es ist schade, dass Capcom hier auf die eine oder andere Eigenart verzichtet, denn so sehr sie die Spielerschaft auch spalteten: Wer versucht, es allen Recht zu machen, läuft Gefahr, dass sich sein Werk am Ende ein bisschen zu sehr "auf Nummer sicher" anfühlt. Dead Rising 4 kompensiert viel dieses Gefühls mit ordentlichen Basics und füllt unter den richtigen Umständen seine Lücke vollkommen angemessen. Der Biss, den vermisse ich allerdings. Aber hey, immerhin hat's ein paar verdammt schmissige Big-Band-Versionen bekannter Weihnachtslieder zu bieten.

Entwickler/Publisher: Capcom Vancouver/Capcom - Erscheint für: PC - Preis: 59,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Englisch, Deutsch - Mikrotransaktionen: Nein

Dead Rising 4 (PC) - Test Alexander Bohn-Elias Für Windows-Store-Verweigerer jetzt auch auf Steam. 2017-03-16T12:51:00+01:00 3 5
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