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Age of Conan: Hyborian Adventures

Abschlusstest: Voller Preis, halbe Leistung?

Als wir zum nun fünf Wochen zurückliegenden Start von Age of Conan vor der Entscheidung standen, eine Note zu vergeben, entschlossen wir uns dagegen. Wir wollten zum einen Entwickler Funcom die Zeit geben, Fehler zu beheben. Zum anderen wollten wir selbst noch deutlich tiefer in die Welt Hyboriens eintauchen. Schließlich bietet ein MMOG deutlich mehr Spielzeit als ein herkömmlicher Titel.

Das norwegische Entwicklerstudio, das bereits mit Anarchy Online Erfahrung in diesem Genre sammeln konnte, war auch alles andere als faul und versorgte die Kundschaft regelmäßig mit neuen Updates. Trotzdem wird man auch heute den Eindruck noch nicht los, einen unfertigen Flickenteppich vorgesetzt bekommen zu haben.

Dabei beginnt alles so gut und Ihr werdet mithilfe der so genannten Destiny Quest von Beginn an in eine spannende Geschichte verwickelt, die sich für die verschiedenen Charakterklassen zumindest teilweise unterschiedlich abspielt. Die ersten Levels Eures Abenteuers in Conans Reich erlebt ihr auf diese Weise fein durchchoreografiert und erreicht binnen kurzer Zeit die Startstadt Tortage, in der Ihr Euch bis etwa Stufe 20 aufhaltet.

Hier entscheidet Ihr auch selbst, ob Ihr lieber mit anderen Mitspielern auf Monsterjagd geht und/oder Quests erledigt, oder lieber die persönliche Singleplayer-Schicksalsquest weiterverfolgt. Bis dahin funktioniert vieles wie am Schnürchen und die gelegentlich auftretenden Probleme und Fehler (einsehbar in unserem ersten Test zu Age of Conan), stören den Spielspaß eher gelegentlich als regelmäßig.

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Ja wo bleiben denn die Angreifer?

Zu Beginn überwiegen also eher die positiven Eindrücke. Man ist mit der Erkundung der Online-Welt beschäftigt und macht sich mit den vielen Features von Age of Conan vertraut. Auffällig ist natürlich die tolle Optik: Satte Farben, hochdetaillierte Spielfiguren, flüssige Animationen. Dann schöne Kampfeffekte und Zauber, authentisches Wasser, wunderschöne Licht- und Schatteneffekte, nahezu epische Architektur und nicht zuletzt eine hervorragende Weitsicht verwöhnen das Auge und reißen Euch in ihren Bann. Im Zusammenspiel mit der abwechslungsreichen und für jedes Gebiet maßgeschneiderten Hintergrundmusik entsteht eine derart stimmungsvolle Atmosphäre, an die derzeit wohl nur Der Herr der Ringe Online heran reicht.

Age of Conan bietet vor allem auch Neueinsteigern gute Argumente, Abenteuer in Hyborien zu erleben. Damit Ihr nicht sinnlos herumirrt und nach Questgebern, Missionszielen oder anderweitigen wichtigen Landmarken sucht, hat Funcom ein "idiotensicheres" Kartensystem eingebaut. Es markiert alle bedeutenden Wegpunkte auf der Minimap und führt Euch so auf Wunsch durch die noch unbekannten Gebiete. Frustmomente der Marke "Wo ist denn nun NPC XYZ?" gehören damit zumeist der Vergangenheit an.

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Bei AoC geht es mitunter sehr martialisch zu...

Ein wichtiger Aspekt hinsichtlich der Spielerfreundlichkeit ist darüber hinaus der praktisch nicht vorhandene Todesmalus. Lediglich ein minimaler Abzug der Angriffseffizienz beim virtuellen Ableben dient als Bestrafung. Diese hat jedoch keine Auswirkung auf das Spielerlebnis, zumal man den Effekt durch Anklicken des eigenen Grabsteins auch wieder los wird.

Spannend ist zudem das neuartige, wenn auch nicht innovative Kombo-Kampfsystem. Nahkampfklassen drücken nicht einfach stur die eine oder andere Fertigkeitstaste, sondern verwenden für ihre Attacken Kombos. Bei ihrer Aktivierung werden auf dem Bildschirm die Richtungstasten angezeigt, die für einen erfolgreichen Angriff benötigt werden. Bis Level 40 verfügt Ihr über drei dieser Richtungsattacken, danach sind es fünf.

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