Battlefield: Bad Company 2

'Kein weichgespültes Konsolen-Derivat.'

Endlich ist es soweit. Nach fast vier Jahren Abstinenz gibt es wieder ein Battlefield für den PC. Für Fans der Serie eine halbe Ewigkeit. Battlefield: Bad Company 2 ist zwar „nur“ eine Konsolenumsetzung, doch dank aufgemotzter Grafik, mehr Spielern und einer perfekt angepassten Steuerung ganz sicher keine schnöde Standardportierung. Trotzdem sehnen sich die Fans und meine Wenigkeit nach einem Battlefield 3. Einem kompromisslosen Military-Shooter mit Flugzeugen, gewaltigen Schlachtfeldern und einem Commander-Modus. Bisher gab es davon aber noch kein richtiges Lebenszeichen. Hier ein paar verstreute Infos, dort ein paar Gerüchte. Unterm Strich aber nichts Konkretes.

Logisch, dass ich bei meinem Besuch in Stockholm Battlefield-Mastermind Karl Magnus Troedsson ins Kreuzverhör nahm. Wäre doch gelacht, wenn ich nichts rausbekomme. Schließlich hat der ehemalige Game-Designer die Marke inzwischen als Executive Producer übernommen und schon einige beeindruckende Erfolge erzielt. Seine erste Amtshandlung bestand darin, den lange überfälligen Patch 1.4 für Battlefield 2 zu veröffentlichen. Als kleines Bonbon für die unnötige Wartezeit wurden alle veröffentlichten Add-Ons kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine großartige Idee, wenn auch nur ein paar Jahre zu spät.

Natürlich möchte Karl Magnus Troedsson aber vor allem über Bad Company 2 sprechen. Wir unterhalten uns über den fehlenden Koop-Modus, die Möglichkeiten eines MMOFPS, die hochgeschätzte Konkurrenz und die Möglichkeiten eines neuen PC-only-Titels. Ein spannendes Gespräch, das einiges über die neue Strategie von Electronic Arts verrät. Doch wie sieht es denn nun mit Battlefield 3 aus? Wird DICE in Zukunft auch die Hardcore-Fans bedienen? Lest selbst.

Eurogamer: Überraschend habt ihr ja gerade einen Patch für Battlefield 2 herausgebracht. Wieso jetzt und nicht damals?

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Karl Magnus Troedsson, Executive Producer der Battlefield-Serie.

Karl Magnus Troedsson: Vielleicht liegt es ja daran, dass ich als Executive Producer die IP übernommen habe. (lacht) Nein, ganz im Ernst, ich bin ein alter PC-Spieler. Und ein Grund, warum ich schon so lange bei DICE bin, seit 2001, ist meine Liebe zum PC-Franchise. Und ich weiß, dass da draußen noch eine ganze Menge Leute sind, die unsere alten Titel spielen. Und ich hatte das Gefühl, wir müssen uns nun um die Probleme kümmern, die sich die letzten Jahre angesammelt haben.

So war zum Beispiel die Battlefield-2-Community durch die Booster Packs in viele kleine Gruppen zersplittet. Also kamen wir auf die Idee, diese kostenlos zu veröffentlichen, was wir nun mit dem letzten Patch auch gemacht haben. Die Leute können sie nun also in die Server-Rotation packen, ohne dass es zu Kompatibilitätsproblemen kommt.

Eurogamer: Aber warum hat das so lange gedauert? Hatte die Firma einen anderen Fokus?

Karl Magnus Troedsson: Zum Teil hat es mit dem Fokus zu tun. In einer Firma braucht man immer jemanden, der für etwas kämpft. Und es ist immer einfacher, sich auf das nächste große Ding zu konzentrieren. Außerdem hat es uns eine Menge Kraft gekostet, Bad Company 1 und die Frostbite Engine zu produzieren. Wir hatten kaum Zeit für etwas anderes.

Bei Bad Company 2 haben wir dagegen schon genug Erfahrung mit der Engine sowie der Konsolenproduktion und können neben einer besseren Qualität auch solche notwendigen Extras anbieten. Für mich als Battlefield Producer ist es wichtig, dass wir uns auch um die alten Versionen kümmern und auf die Community hören. In letzter Zeit habe ich auf Twitter zum Beispiel immer wieder die Frage gestellt, was die Leute als nächstes Feature haben wollen. Das Feedback war unglaublich.

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