Battlefield: Bad Company

Operation Einzelspieler

Lange hat sich DICE dagegen gewehrt, zu ihren Multiplayer-Krachern auch einen vernünftigen Single-Player abzuliefern. Da konnte die Fangemeinde so viel jammern wie sie will, Battlefield war von Anfang an ein reines Online-Vergnügen geplant, und wer Lust auf eine richtige Offline-Kampagne hatte, musste wohl oder übel zur Konkurrenz greifen. Erst als eine Konsolen-Umsetzung ins Haus stand, blieb den kreativen Schweden angesichts der vielen Offline-Spieler nichts anderes übrig. So wagte sich der Multiplayer-Spezialist mit Battlefield: Modern Combat auf unbekanntes Terrain und versagte auf ganzer Linie.

Vor allem der unpersönliche Ansatz und die viel zu starken Multiplayer-Parallelen torpedierten das Gameplay. Online machte das Ding natürlich genau so viel Spaß wie seine PC-Pendanten, doch die Einzelspieler-Erfahrung blieb profillos. Der umgekehrte Weg lief bei Infinity Ward dagegen tadellos. Die Call of Duty-Reihe bot stets beide Elemente und setzte ihrer Lösung mit dem vierten Teil ein Denkmal. Neben einer erstklassigen, wenn auch recht kurzen Kampagne definierte das amerikanische Team den Multiplayer neu und brach zur Belohnung jeden Verkaufsrekord.

Ein Ziel, das DICE nun mit ihrem reinen Konsolenableger Battlefield: Bad Company erreichen möchte. Erstmals steht die Solo-Erfahrung im Zentrum der Aufmerksamkeit und soll mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer richtigen Story mal wieder die Herzen der Shooter-Fans im Sturm erobern. Statt taktischer Bot-Gefechte protzt Bad Company mit jeder Menge bombastischer Zwischensequenzen, einer frischen Grafik-Engine, klugen KI-Gegnern und abwechslungsreiche Szenarien. Aber kann das Endergebnis genug überzeugen, um die angesetzten Schnitte im Multiplayer-Bereich auszugleichen?

Missions-Walkthrough

Der erste Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Geschichte ist der Bruch mit den Gesetzmäßigkeiten des Shooter-Genres. Normalerweise sind Action-Spiele voller Stereotypen. Die Helden sind meist wortkarg, humorlos und nahezu unbesiegbar. Titel wie Epics Gears of War zeigen muskelbepackte Testosteron-Monster, die selbst die brutalsten Feuergefechte mit einem lockeren Spruch quittieren und für das Überleben der Menschheit kämpfen. Die Hauptdarsteller von Bad Company gehen da deutlich pragmatischer zur Sache und nutzen jede Gelegenheit aus, den Kriegswirren ihren eigenen Vorteil zu ziehen.

Von Anfang an desillusioniert, möchte die seltsame Truppe vor allem ihre Dienstzeit überleben. Das Auffangbecken für Einsatz-Versager und moralisch eher fragwürdige Zeitgenossen bekommt vom Oberkommando immer die dreckigsten Aufgaben verpasst, weil ihr Hintern als entbehrlich gilt. Sie sind Kanonenfutter, das immer an die vorderste Front geworfen wird, um die „richtigen“ Einheiten zu schonen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Gauner, angelockt durch einen gewaltigen Gold-Schatz, gleich nach den ersten Missionen das Weite suchen. Zu viert machen sie sich auf, die Söldner-Armee des so genannten Legionärs im Alleingang aufzumischen und am Ende mit vollen Taschen nach Hause zu fahren.

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Die Panzerschlachten sind noch immer einmalig.

Die Geschichte erinnert dabei nicht von ungefähr an den Film „Three Kings“ mit George Clooney. Mit der gleichen Portion Humor spielen sich Preston Marlowe, Haggard, Sweetwater und Sergeant Redford in die Herzen der Fans. Jeder der vier „Elite“-Soldaten ist für ein anderes Vergehen strafversetzt worden. Ob der unautorisierte Einsatz von Sprengstoff, das Betreiben eines eigenen, kleinen Schwarzmarktes oder die mutwillige Zerstörung von Militäreigentum, wer in der B-Company landet, hat richtig in die Scheiße gegriffen.

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