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Battlefield: Heroes

Krieg der Individualisten

Der Soldat als solches ist austauschbar. Er ist ein kleines Rädchen in einer großen Maschine, gesichtslos und ohnmächtig. Er muss vor allem funktionieren, die Befehle seiner Vorgesetzten befolgen und mutig in den Tod gehen. Eben ein typischer Battlefield-Soldat, der sich nur über den Namen von der grauen Masse unterscheidet. Er wird in Squads gequetscht, wird von anderen Spieler herum kommandiert und definiert sich vor allem über das Teamplay.

Für Battlefield Heroes könnt Ihr diese (und viele andere Regeln) erst einmal vergessen. Hier regiert Chaos und Individualität. Der komplett kostenlose Shooter, der sich über einige Anzeigen in den Menüs und kostenpflichtige Gimmicks finanziert, erlaubt Euch viele Freiheiten. Ihr seid zwar grob an eine Klasse gebunden, stellt aber vor dem Gefecht selbst Eure Waffen, Fähigkeiten und Missionen zusammen.

Ja, Ihr habt richtig gehört. Vor jedem Match könnt Ihr drei verschiedene Aufträge auswählen, um Erfahrungspunkte zu sammeln. Nehmt Ihr Euch erst vor, 10 Gegner mit dem Panzer zu erledigen oder versucht Ihr, 5 Feinde mit dem Flugzeug zu „überfahren“? Die Entscheidung liegt ganz bei Euch.

Das Szenario ist klar an den Zweiten Weltkrieg angelehnt, nimmt aber ganz bewusst die gängigen Klischees aufs Korn. Die Deutschen beziehungsweise National Armisten bestehen vorwiegend aus Ecken und Kanten. Sie sind mit ihrem zackigen Stechschritt und ihrer Lederkleidung genauso eine Karikatur wie die Kaugummi-kauenden und rauchenden Alliierten aka Royal Armisten.

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Die National Army in ihrer ganzen Fetisch-Pracht.

Auch die einzelnen Klassen sind gleich auf der ersten Blick erkennbar. Anhand riesiger Waffen und speziellen Merkmalen wisst Ihr immer, wer Euch gerade gegenüber steht. Mit etwas Glück könnt Ihr sogar erkennen, welcher stilisierte Panzer und welches Flugzeug da durch die Gegend heizt. Mit den Charakteristiken der Originale haben sie aber nicht viel gemein.

Nicht die Simulation steht hier im Vordergrund, sondern der Spaß am Chaos. Die Spieler sind keine austauschbaren Figuren auf einem gigantischen Spielbrett, sondern echte Unikate. Battlefield Heroes möchte, dass Ihr Euch mit Eurem Charakter identifiziert. Aus diesem Grund könnt Ihr während des Spiels auch nicht einfach so die Klasse wechseln. Nur welche Waffen und Fähigkeiten Ihr auf die 10 Slots verteilt, kann auch während des Kampfes angepasst werden.

Auf welches Arsenal Ihr zurückgreifen könnt, hängt von den drei Klassen ab. Der Commander ist mit Präzisionsgewehr und Tarnmodus eine Mischung aus Spion und Scharfschütze. Der Heavy übernimmt mit Maschinengewehr und Panzerfaust die Feuerunterstützung, während der Soldier als militärische Allzweckwaffe sehr präzise mit der Maschinenpistole austeilt und heilen kann.

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Bei der Royal Army geht es deutlich legerer zu.

Wie bei einem Online-Rollenspiel seid Ihr an diesen Charakter gebunden und müsst ihn langsam, aber sicher nach oben leveln. Von den Erfahrungspunkten werden spezielle Waffen und Upgrades gekauft, aber auch einzelne optische Modifikationen. Per Micro-Payment könnt Ihr einige Gimmicks zudem mit echtem Geld bezahlen, diese sollen sich laut DICE jedoch nur auf besondere Kostüme und Emotes beschränken. Allein ein Erfahrungspunkte-Booster wird das Gameplay betreffen und soll Gelegenheitsspielern die Chance geben, auf dem Spielfeld mitzuhalten.

Mit den verschiedenen Kostümen und Accessoires könnt Ihr die klischeehaften Ansätze der Vorlage abstreifen. Ob Holzbein, Piratenkostüm oder Safari-Anzug, Euer Charakter lässt sich nach Lust und Laune modifizieren. Auch ein umfangreiches Bewegungsrepertoire in Form von Emotes soll dem bitteren Kriegsgeschäft seine Härte nehmen. In Verbindung mit dem witzigen Comic-Stil, der sich am ehesten mit Team Fortress 2 vergleichen lässt, avanciert das Gameplay zu einer überdrehten Karikatur seiner kostenpflichtigen Brüder.

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