Black Prophecy

Weltraum-MMO-Hoffnung aus Deutschland

Zuerst eine kurze Geschichtsstunde.

Im Jahr 2002 erschien Neocron. Ein dystopisches Cyberpunk-MMO mit First-Person-Shooter Elementen. Das wirklich besondere an der Sache war aber weder das unverbrauchte Setting noch die innovative Kombination aus Rollenspiel und FPS. Nein. Das wirklich bemerkenswerte an Neocron und auch dem Nachfolger Neocron 2 war und ist, dass es aus Deutschland kam. Einem Entwicklerland, das damals zumindest ausschließlich für Aufbausimulationen bekannt war. Heute, Jahre später, läuft Neocron 2 immer noch und der Entwickler Reakktor Media aus Hannover bastelt aktiv an einem neuen Werk.

Wieder geht es dabei um Science-Fiction und wieder ist es ein MMO. Der Titel: Black Prophecy. Die ersten Trailer weckten mit actionlastigen Weltraumkämpfen gleich weltweit großes Interesse. Bekommen wir doch noch ein Elite Online? Hab ich den Wing Commander-Joystick zu früh weggeworfen? Dem mussten wir auf die Spur gehen. Wie so oft haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und uns zu einem Gespräch mit den kreativen Köpfen hinter der Kulisse gebeten.

In unserem exklusiven Telefoninterview mit Kirk Lenke, CEO und Chefvisionär von Reakktor Media, erfahrt Ihr unter anderem etwas über das Bezahl-Modell von Black Prophecy, die angestrebte Zielgruppe sowie Kirks Gedanken zum Thema „Wohin führt die Reise im MMO-Sektor“.

Eurogamer: Bevor wir hier richtig loslegen, wie geht’s eigentlich Neocron?

'Black Prophecy' Screenshot 1

Kirk Lenke, CEO von Reakktor Media.

Kirk Lenke: Der Betrieb von Neocron 1 wurde bereits vor einer ganzen Weile eingestellt. Neocron 2 läuft nach wie vor und erfreut wieder zunehmender Beliebtheit. Es kommen öfter alte Spieler zurück, um mal wieder eine Runde Neocron 2 zu spielen. Für viele Spieler ist Neocron so was wie die „erste Liebe“. So sehen wir das auch. Es ist immer noch eine Herzensangelegenheit.

Ab und zu stoßen wir aber auch auf negativ behaftete Kommentare im Netz, so unter anderem, dass wir „Neocron kaputt gepatched hätten“. Ob das stimmt oder nicht, uns zeigt das vor allem, dass Neocron doch recht vielen ein Begriff ist. Und entgegen der Aussagen, dass das Projekt ein „Flop“ wäre, wurde das Budget über die letzten Jahre 4x mal eingespielt. Klar wurden Fehler in der Entwicklung des Spiels gemacht, aber wir haben damals auch Neuland betreten.

Eurogamer: Ihr musstet ja als Firma in den letzten Monaten stürmische Gewässer durchfahren. Wie habt ihr die Insolvenz von 10tacle überlebt?

Kirk Lenke: Heute kann ich sagen, dass wir das Debakel um 10Tacle sehr gut überlebt haben. Jedoch war es schon eine harte Bewährungsprobe für das Management und das Team, da auch ich die Insolvenz für die Reakktor Media anmelden musste. Leider haben wir als einziges Studio unter gleichen Namen und mit der gleichen Besetzung den Untergang von 10T überlebt. Der feste Wille des Teams, die Firma zu erhalten, und die Qualität von Black Prophecy haben es am Ende ermöglicht, Reakktor zu retten und neue Perspektiven für die Firma aufzuzeigen.

Eurogamer: Zum eigentlich Thema. Wie lange ist Black Prophecy schon in Entwicklung, wie groß ist euer Team?

Kirk Lenke: Die Entwicklung von Black Prophecy hat Mitte 2006 begonnen. Derzeit sind 39 Mitarbeiter für das Projekt beschäftigt, wobei wir auch externe Unternehmen mit Auftragsarbeiten für die Entwicklung (Grafik & Sound) betrauen. Dazu kommen dann noch externe Mitarbeiter im Bereich der Community und des Game-Supports.

Eurogamer: Moderne MMOs gibt es in den verschiedensten Ausprägungen. Von Casual-Titeln wie Free Realms bis zum Profi-Universum von Eve Online. Wer ist denn die Zielgruppe von Black Prophecy?

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