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Borderlands • Seite 2

"Mehr Waffen als in allen anderen Spielen zusammen"

Randy Pitchford,: Vielleicht ist es nur eine Pistole … die aber zusätzlich mit einer Klinge bestückt ist. Cool, die kann ich auch im Nahkampf einsetzen! Oder: Heiliger Bimbam, diese Pistole hat ein Zielfernrohr! Oder: Hui, die hier hat aber einen verdammt langen Lauf, vielleicht schießt sie ja präziser? Oder: Diese Pistole hat einen elektrischen Effekt und verschießt Blitze! Alles das kann passieren, es ist überwältigend!

Weil wir eine künstliche Intelligenz entwickelt und in die Software integriert haben, die die Waffen für uns erstellt. Die KI greift auf diverse Fabrikate zurück, die wiederum unterschiedliche Stilrichtungen und Materialien bieten. Wir kreierten die Bausteine, Materialien von Aluminium über Kunststoffe bis Holz, sämtliche Waffenklassen und anderen Komponenten, und das System bastelt die Schießeisen für uns zusammen.

Eurogamer: Oh, das klingt schwer nach Sammelgier à la Diablo ...

Randy Pitchford,: Ja, Diablo hat uns definitiv beeinflusst. Weil: Ich mag Schwerter. Aber gibt es nur eins hier? Nein, ich will natürlich ein immer besseres Schwert. Eins, das mehr Schaden macht. Größer ist. Eins, an dem Flammen züngeln. Ich will ein Schwert, das Gegner einfriert, wenn ich sie treffe. Das ist cool, und es ist exakt das, was wir im Prinzip mit Schusswaffen umgesetzt haben. Tatsächlich produziert unsere KI Millionen von Waffen. Ich glaube, in Borderlands finden sich mehr Wummen als in allen je auf der Xbox 360 und PlayStation 3 erschienenen Shootern zusammen. Das ist interessant, aber letztlich dann doch nicht der Punkt. Entscheidend sind die daraus resultierenden Überraschungsmomente.

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Ein Typ mit Kriegsbemalung macht Bekanntschaft mit dem Flammenwerfer.

Eurogamer: Warum habt ihr zu Zeiten von DSL einen Splitcreen-Modus implementiert? Hast du eine Schwäche dafür, mit anderen Männern vor dem Fernseher zu kuscheln?

Randy Pitchford,: Ja, genau das ist der Grund! Nein … überraschenderweise haben nach wie vor viele Leute keinen Internetanschluss. Manchmal steht in einem Haushalt nur eine Konsole und Brüder wollen miteinander spielen. Oder der Vater mit dem Sohn. Natürlich sind mittlerweile viele auch online. Ich persönlich teile meinen Bildschirm nicht gern, hab ihn lieber für mich allein.

Eurogamer: Du warst früher professioneller Magier in Hollywood. Warum hast du dich eines Tages entschieden, lieber Spiele aus dem Hut zu zaubern?

Randy Pitchford,: Ich liebe es, zu zaubern. Ich habe mir als Magier das Studium finanziert. Es macht eine Menge Spaß! Mit Computer- und Videospielen ist es ähnlich: Wir kreieren eine Illusion. Etwas, was nicht real ist, aber real wirken soll. Zaubern ist als Unterhaltungsform sehr herausfordernd, weil man Zuschauer nur richtig beeindrucken kann, wenn sie nah am Geschehen sind.

Magie kommt im Fernsehen nicht so gut rüber, es ist eine Live-Erfahrung. Wirklich verblüffend wird es nur, wenn das Publikum direkt vor Ort ist. Dadurch ist man aber auch eingeschränkt. Mit Videospielen kann ich dagegen Millionen von Menschen unterhalten, und das ist sehr befriedigend.

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Die Charakterklassen von links: Roland (Soldat), Lilith (Sirene), Mordekcai (Scharfschütze) und Brick (Berserker).

Eurogamer: Ich bin sadistisch veranlagt und liebe es, mir vorzustellen, wie Fanboys mit hochroten Köpfen durch die Gegend springen. Leiste bitte deinen Beitrag zu einem lustigen Krieg im Kommentarbereich dieses Interviews und erläuterte, wie sich die Konsolen- und PC-Versionen unterscheiden.

Randy Pitchford,: Grundsätzlich ist es überall das gleiche Spiel. Wenn ich aber am PC sitze, möchte ich natürlich zum Beispiel mit Maus und Tastatur ballern und die Steuerung konfigurieren können. Weil Rechner aufrüstbar sind, stehen sehr viel höhere Auflösungen zur Verfügung. Damit sich eine eventuell schweineteure Grafikkarte rentiert, möchte ich Full-Scene-Antialising und andere Effekte nutzen. Die Konsolen-Varianten sind auf 1080p limitiert, was wohlgemerkt eine sehr hohe Auflösung ist.

Wer aber einen schnellen Rechner besitzt, hat die für Borderlands bestmögliche Optik. Die Xbox-Variante ist dank Xbox Live vor allem online sehr komfortabel, und die Achievements machen eine Menge Laune. Auch die PS3-Fassung ist fein. Bei der Sony-Konsole wirken die Farben vielleicht ein bisschen dynamischer, sodass der Grafikstil einen Tick gehaltvoller scheint als auf der Xbox. Natürlich gibt es auch Trophäen. Wir bei Gearbox sind Hardcore-PC-Spieler, deshalb mögen wir unsere PC-Version besonders.

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