Bundesregierung lehnt Verschärfung des deutschen Jugendschutzgesetzes ab

BIU zeigt sich erleichtert

Nachdem der Parlamentarische Staatssekretär Dr Hermann Kues gestern im Petitionsausschuss sagte, dass die Bundesregierung derzeit keine Verschärfung des Jugendschutzgesetzes plane, zeigte sich BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters nun erleichtert darüber.

Zuvor forderte die Innenministerkonferenz Mitte des vergangenen Jahres ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Action-Computerspielen. Gestern wurde die öffentliche Petition dagegen, die 73.302 Unterschriften vorweisen konnte, im Bundestag angehört.

"Wir begrüßen das Signal der Bundesregierung, vorerst keine Verschärfung der aktuellen Gesetzeslage vornehmen zu wollen", sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.

"Emotionen, Vorurteile und mangelndes Wissen prägen leider noch immer viel zu oft den öffentlichen Diskurs zu Computerspielen. Umso wichtiger sind inhaltlich fundierte Initiativen wie die Petition gegen das geforderte Verbot von Action-Computerspielen, indem sie zu einer Versachlichung der Debatten um Computerspiele insgesamt beitragen."

Insbesondere polemische Begriffe wie eben "Killerspiel" würden zumeist durch die Unwissenheit ihrer Schöpfer überhaupt erst entstehen.

"Derartige Bezeichnungen bringen nicht nur ein ganzes Genre der Computerspieleindustrie - das der Action-Spiele - in Verruf, sondern diskriminieren auch die Menschen, die sich für diese Spiele begeistern. Es verwundert nicht, dass solche Stigmatisierungen auf Protest in der Bevölkerung stoßen. Darüber hinaus ist der Begriff juristisch äußerst bedenklich: Er findet sich weder im Jugendschutzgesetz noch im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag oder im Strafgesetzbuch wieder."

Kommentare (9) Latest comment vor 2 Jahren

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

  • tacc #1 vor 2 Jahren

    Die Betonung liegt aus "vorerst". Die nächste Verschärfung kommt auf jeden fall.
  • Lorrn #2 vor 2 Jahren

    Da kannst du dir sicher sein^^
  • Fatum #3 vor 2 Jahren

    73'302. Das ist lächerlich wenig. Die Konservativen und die Verängstigten glauben das es nicht ein Recht sei zu spielen, sondern ein Privileg und das dies entzogen oder beschnitten gehört und dagegen stehen 72'302 auf. Nur wer aufsteht hat auch das Recht zu sitzen. Enttäuschend.
  • Erebu #4 vor 2 Jahren

    Bah sollen sie doch machen. In Zukunft werden dann alle nur noch importieren und die lokalen Händler inkl. Jobs sollen schei... gehen.
  • easy #5 vor 2 Jahren

    @Fatum

    72.000 musst Du im richtigen Verhältniss sehen. Und eine Petition (eine Online Petition?) mit so vielen Unterschriften ist schon sehr viel.


    @Topic

    Naja, ich mag es scharf.
  • Mac555 #6 vor 2 Jahren

    Immerhin ist es ein Zeichen.
    Noch nicht klar, was draus wird, aber es ist ein Zeichen.
    Vielleicht wächst die Akzeptanz bei den Politikern gegenüber Spielen ja doch langsam.
  • Bongstar #7 vor 2 Jahren

    petitionen werden erst ab 50.000 stimmen auf bundesebene angehört. und bevor es die onlinepetition gab, gab es kaum eine chance diese summe zu erreichen. oder schon versucht per hand an 50,000 häusern zu klingeln?

    ich habe eher angst das die petitionsgrenze der online petition wegen nach oben gesetzt wird.

    50.000 unterschriften war früher kaum zu erreichen. höchtens auf ner antiatomdemo in den 70ern ;)
  • Fatum #8 vor 2 Jahren

    @Bongstar

    Als Schweizer kann ich dir versichern, das wenn es in der Schweiz möglich ist 100k Unterschriften für eine Initiative auf der Strasse zu sammeln, dann sollte es in Deutschland aber echt ein Kinderspiel sein. Speziell wenn wir von einer Mischung aus online und realen Unterschriften reden.

    Auch auf die Gefahr hin cheesy und albern zu klingen, möche ich Abe Lincoln zitieren. Aus seiner Gettysburg Rede:
    "auf dass diese Nation eine Wiedergeburt der Freiheit erleben und auf dass die Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk nicht von der Erde verschwinden möge."

  • bmgfan99 #9 vor 2 Jahren

    @Fatum
    Wow, da vergleicht ja einer mal wieder Aepfel mit Birnen. Was hat denn bitte Lincoln's Gettysburg Address, die er wohl gemerkt nach einer Schlacht mit ca. 50,000 Toten gehalten hat, mit einer Petition gegen die Verschaerfung des deutschen Jugendschutzgesetzes zu tun? Ausserdem wuerde mich mal interessieren, fuer welche Petition in der Schweiz 100,000 Unterschriften gesammelt wurden?