J! - Death Smiles

Queen der 2D-Ballerspiele

In unserer neuen Rubrik „J!“ stellen wir Euch Importe aus dem Land der unbegrenzten Videospielmöglichkeiten vor. Neben dem normalen Test prüfen wir, ob Ihr als sprachunkundiger Durchschnittseuropäer überhaupt eine Chance habt, den getesteten Titel zu spielen und was Euch vielleicht dabei helfen könnte.

Death Smiles. Diesen Namen solltet Ihr Euch merken. Denn Death Smiles ist der Grund, sich eine japanische Xbox zuzulegen. Bei kaum einem anderen 360-Spiel geht es derart rund auf dem Bildschirm. Kugeln, überall nur Kugeln. Kleine, große, rote, blaue. Die Formationen, die sich dabei aus den Flugbahnen ergeben, könnten als abstraktes Kunstwerk durchgehen. Alles bei konstanter Bildwiederholrate und HD-Grafik. Ein Traum! Nur 3D-Fanatiker krümmen sich vermutlich mit einem epileptischen Anfall vor dem Sofa, denn Death Smiles präsentiert sich komplett zweidimensional. Das heißt: keine Polygone, keine Texturtapeten. Alles gezeichnet und vorgerendert. Ein Ballerspiel der alten Schule eben. Und das ist gut so.

Elegant tanzt Eure weibliche Spielfigur (vier wählbare an der Zahl) durch den Schussteppich von einer Lücke zur nächsten, dabei selbst unzählige Projektile spuckend. Mal schaut Ihr nach links und schickt die Angreifer zur Hölle, mal nach rechts. Begleitet werden die Aktionen von einer Rockoper-Synthesizer-Musik, die auch in der Castlevania-Serie aus dem Lautsprecher tönen könnte.

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Auf Wunsch geht’s mit dem Partner durch die Levels.

Normalerweise düse ich ja lieber mit Raumschiffen und Flugzeugen statt mit kleinen Mädchen durch die Gegend, doch heute mache ich tatsächlich gerne eine Ausnahme. Sehr gerne. Denn Death Smiles ist der beste 2D-Horizontal-Shooter seiner Generation. R-Type Dimensions, Mutant Storm, Omega Five – vergesst alle Xbox-Live-Arcade-Downloads! Death Smiles regiert in einer anderen Liga. Champions League! Selbst Vollpreisballereien wie Konamis Gradius-Ableger Otomedius wirken im Vergleich wie seelenlose Hobby-Produktionen.

Überall trefft Ihr auf schräge Gruselgestalten. Besonders an den Endbossen durfte sich jemand austoben, dem offenbar kein Marketingleiter mit Massenmarktambitionen im Genick hockte. Ein Sensenmann versucht Eure Spielfigur zu filetieren, ein an den Boden genagelter Riesenkopf speit Gift und Galle oder ein bildschirmhoher Schauerbaum greift mit hölzernen Klauen nach Euch. Das Horror-Gothic-Flair der Spielwelt reizt bereits ab dem ersten Level, auch die verbleibenden sieben Abschnitte sehen zu wollen.

Damit das auch passiert, lässt Euch das Spiel vor jedem Level die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden. Wirklich vor jedem Level. Himmel, hatte der Endboss-Drache vorhin nicht zwei Köpfe weniger? Überhaupt schwirren plötzlich ganz schön viele Schüsse durch die Höhle. Während Stufe 1 Euch noch etwas schont, fordert Stufe 3 auch den Profi. Aber ein feiner Zug, dass man auch mal zurückstecken darf, falls ein Teilstück die Leben auffrisst. Ideal um die eigenen Joypad-Künste zu perfektionieren.

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