Deus Ex: Human Revolution - Vorschau

Wir sind, was wir sind. Aber müssen wir es bleiben?

Hinweis: Benötigt ihr Hilfe beim Schleichen? In unserer Komplettlösung zu Deus Ex: Human Revolution werdet ihr fündig.

Will man einen PC-Gamer dazu bringen, mit feuchten Augen von Früher zu erzählen, wie alles besser war, wie die wirklich guten und komplexen Spiele nie für Konsolen erschienen und sich die Sonne der Spielwelt um das Zentrum PC drehte, muss man nur zwei Wörter flüstern:

Deus Ex.

Warren Spector lieferte vor zehn Jahren einen Meilenstein ab, der selbst heute höchstens technische Vergleiche scheuen muss. Die vielschichtige Handlung verwob so ziemlich alle wichtige Verschwörungstheorien zu einem Gesamtwerk, das die eigentlichen Shooter-Elemente fast wie ein Beiwerk wirken ließ. Nicht viele Spiele arbeiten so geschickt mit den Mitteln des Cyberpunk-Genres, um diese dann doch in letzter Sekunde über den Haufen zu werfen und wirklich alles in die Waagschale zu legen.

Über das vier Jahre später folgende Deus Ex: Invisible War lässt sich das eigentlich auch sagen, nur fiel das damals nicht ganz so vielen Leuten auf. Die Fortsetzung wurde vom Start weg auch für die damaligen Konsolen Xbox und PS2 konzipiert, was sich in einer verbuggten PC und irgendwie schwammigen Konsolen-Versionen niederschlug. Man wollte wohl alle erreichen, strich viele Details der Umgebung zugunsten eines gestreamlineten Aufbaus und verprellte so ziemlich jeden. Wer sich doch durchkämpfte und hinter die Kulissen dürftiger Steuerungen und seltsamer Designentscheidungen blickte, fand eine inhaltlich dem Vorgänger ebenbürtige Geschichte.

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Eines ist sicher: JC Denton hatte es subtiler.

Die treibende Kraft hinter diesen beiden ungewöhnlichen Spielen war Warren Spector, den man wohl ruhigen Gewissens als Ikone der Spielwelt bezeichnen kann. Wing Commander, Ultima 6 & 7, Crusader oder Thief, er ist ein Mann, der nicht nur gute Ideen hat, sondern sie auch dafür, dass sie frisch sind, gekonnt implementiert. Leider will er das derzeit bei Epic Mickey und nicht bei Deus Ex 3 - mit vollem Namen Deus Ex: Human Revolution - beweisen. Ein halbherziges "leider", schließlich macht auch das Erwachsenwerden der berühmtesten Maus der Welt was her. Aber seine Abwesenheit bei einem Deus Ex fühlt sich doch ein wenig nach Gefahr an.

Aber andererseits kommt mit Human Revolution auch keine Fortsetzung sondern ein Prequel auf uns zu. 25 Jahre vor dem ersten Teil angesiedelt, ergründen wir diesmal die Anfänge der Cybertechnik, lange bevor sie in JC Denton verpflanzt werden. Die Anti-Terror-Truppe UNATCO existiert ebenfalls noch nicht, aber das, was ihr erleben werdet, wird zur Gründung des mächtigen Geheimdienstes führen, dessen späterer Agent dann die Welt verändert. So weit ist es aber noch nicht und die Agenten in Human Revolution, auch der Held Adam Jensen, werden noch nicht mit Nanotechnologie und Biotech aufgewertet, sondern mit guter alter Cyborg-Mechanik.

Und darum dreht sich inhaltlich auch alles. Die Entwickler scheinen, wie auch Spector vor ihnen, fasziniert von der Problematik um die Philosophien des Transhumanismus. Diese bisher eher noch auf philosophischer Ebene diskutierte Richtung findet die Idee, nicht nur einzelne Menschen sondern am besten die ganze Spezies durch technische Eingriffe zu verbessern, richtig gut.

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Kurz bevor alles schiefgeht scheinen wir am hellsten.

Die einen halten die gezielte Steuerung der nächsten Evolutionsschritte für "eine der gefährlichsten Ideen", während für andere "diese Bewegung das kühnste, mutigste, visionärste und idealistischste Bestreben der Menschheit sei".

Der letztere Standpunkt scheint einleuchtend, will die Bewegung der Transhumanisten doch klarmachen, dass Hunger, Armut, Behinderungen und sogar das Sterben und damit auch Kriege überflüssig gemacht könnten, wenn die Menschheit doch nur dem, ihrer Ansicht nach ethisch imperativen Perfektionismus folgt, der der Gattung auferlegt, sich stetig und nach all ihren Möglichkeiten selbst zu verbessern. Angefangen bei kybernetischen Gliedmaßen, geht es bis zu einer Justierung des Geistes mittels technologischer Maßnahmen, die es dem Transhumanismus erlaubt, auch eine politische Dimension zu finden. Während der negative Denker hier natürlich sofort die Matrix lauern sieht, glauben Optimisten natürlich eher an eine zufriedene, sich selbst verwirklichende, liberale Gesellschaft, die nur einen leichten Stups in die richtige Richtung braucht. "Better Living" war gestern, heute ist es "Better Thinking".

Kommentare (13) Latest comment vor 2 Jahren

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  • BathiBoi #1 vor 2 Jahren

    3 seiten un dann so gut wie nichts übers eigentliche gameplay, dann funktioniert der teaser auf der 2. seite wegen fehlender parameter nicht und trotzdem wars interessant.
  • schmalzimohr #2 vor 2 Jahren

    Also ich möchte anmerken das man im Renderteasertrailer leider irgendwie Squares einfluss sieht,FUCKING ENGEL und SCHEISSFEDERN ÜBERALL!!
    Wenn ich sowas nochmal sehn will zock ich The Last Remnant oder so!
  • agony #3 vor 2 Jahren

    Ähm, das ist also jetzt eine Vorschau, obwohl ihr selbst nichts von dem Spiel gesehen habt?
  • Bohnsen #4 vor 2 Jahren

    @Bathi

    Trailer funktioniert jetzt.

    "3 seiten un dann so gut wie nichts übers eigentliche gameplay"

    Nun...

    " ... und trotzdem wars interessant"

    Ist es nicht das, worum es geht? Kann man nicht auch so über Spiele sprechen?

    Alex
  • Lorrn #5 vor 2 Jahren

    wird schon, hoffentlich läufts ruckelfrei auf meinem gamebox color :D
  • BathiBoi #6 vor 2 Jahren

    mehr hab ich ja auch nicht gesagt. war eigentlich mehr ne feststellung an mich selbst. so nach der art: laut gedacht.
    jetzt funzt aber der auf seite 3 nimmer. gleiches problem mit den missing parameters ;)
  • Bohnsen #7 vor 2 Jahren

    @Bathi:

    Ich hab keinen Schimmer, was du meinst.

    :p

    Alex
  • m_coaster #8 vor 2 Jahren

    G Ä N S E H A U T !
  • Heavy_Rain #9 vor 2 Jahren

    Interessanter Artikel, so hätte man den Text vielleicht auch eher nennen sollen.
  • R.K.J #10 vor 2 Jahren

    mein absoluter MOST WANTED! nur leider ist von
    genial bis causal easygaming alles drin, na mal schauen.
    wenns von der komplexivität zwischen 1 & 2 angesiedelt
    ist bin ich zufrieden.

    gruß
  • L3v3l0rd #11 vor 2 Jahren

    Übrigens haben das Thema "Transhumanismus" natürlich diverse Science-Fiction-Autoren durchdacht.
    Lest mal Peter F. Hamilton (eigentlich egal was) oder Dan Simmons und Alastair Reynolds.
    Dort werden halt auch die soziologischen Entwicklungen aus dem "Umbau" des Menschen behandelt.
    Bin mal gespannt, was man in Deus Ex 3 so wiederfindet :).
  • Rodchenko #12 vor 2 Jahren

    Schön geschriebener und lesenswerter Artikel. Solche philosophischen Themen würde ich eigentlich gerne öfter hier sehen.

    Aber ihr solltet vielleicht doch noch einmal den Lektor über den Text drüberschauen lassen, denn es gibt eine Hand voll Rechtschreibfehler und die überhäufige Redundanz des Wortes "Gedanke" innerhalb weniger Absätze auf der letzten Seite ist auch ein wenig ungeschickt. Das klingt jetzt vielleicht schwer nach Grammatik-Nazi, aber ich finde ein so fundierter Text verdient Perfektion.
  • Lynx0r #13 vor 2 Jahren

    Da bin ich aber mal gespannt, was draus wird. Liest sich zumindest schonmal interessant.

    Den Bezug zum Blade Runner-Film find ich ok, solang der sich auf das optische beschränkt, denn so sehr hat sich der auch nicht mit der Materie des Transhumanismus beschäftigt. Da geht die ursprüngliche Kurzgeschichte von Philip K. Dick (Do Androids dream of electric sheep?), auf welcher der Film basiert, wesentlich näher drauf ein :)

    Aber ich will ja kein Klugscheißer sein *g*
    Editiert von Lynx0r um 11/04/10 @ 01:02