Devil May Cry 4

Und Action!

Umsetzungen von Konsolen auf PCs sind mitunter ein heikles Thema. Während sich manche Hersteller sichtlich bemühen, werfen andere ihre Portierungen einfach mit veralteter PS2-Grafik und schlecht angepasster Steuerung auf den Markt. Glücklicherweise zählt Capcom nicht zu letzteren. Auch, wenn an Devil May Cry 4 die eine oder andere Sache keineswegs perfekt ist.

Zum Beispiel die Steuerung der PC-Variante. Capcom hat hier sämtliche Bewegungen quer über die Tastatur verteilt. Die Laufwege von Nero steuert man noch bequem per WASD-Kombination, während Aktionen wie Schwert- oder Pistolenangriffe auf den Buttons I, J, K und L liegen.

Kompliziert wird es dann, wenn für spezielle Manöver gleich drei Tasten zur selben Zeit drücken muss, beispielsweise S, K und die Leertaste. Zudem funktioniert die manuelle Justierung der Kamera ausschließlich über die Pfeiltasten, wodurch man seine Fingerchen wieder ein wenig nach rechts bewegt – weg von den Angriffs- und Sprungauslösern.

Wohl dem, der über ein Gamepad verfügt, etwa das der Xbox 360. Die Steuerung funktioniert 1:1 wie auf der Konsole. Es fühlt sich zugleich wesentlich komfortabler an, weil die Buttons eben viel dichter beieinander liegen und so schneller erreicht werden. Man kann sich zwar auch an die Kontrolle per Tastatur gewöhnen, aber das erfordert wiederum ein wenig Zeit und akrobatische Finger. Ein Gamepad ist daher die optimalste Lösung für das Spiel.

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'Das nennst du ein Schwert? DAS ist ein Schwert!'

Inhaltlich offeriert die PC-Version nur wenige Unterschiede zum Konsolen-Devil May Cry 4. Dummerweise trifft das nicht ausschließlich auf die positiven Eigenschaften zu. Die Kamera sorgt etwa zuweilen für ein paar unschöne Augenblicke. Wenn man aufgrund einer geänderten Perspektive sogleich wieder in den vorherigen Abschnitt läuft, ist das sicher nicht im Sinne der Entwickler. Schade, dass man dieses Manko in den letzten Monaten nicht beseitigt hat. Am späteren Level-Recycling lässt sich aber nachträglich natürlich nicht mehr viel ändern.

Nervig wird es speziell bei den Gegnern. Säubert man einen Durchgang und fällt etwas später von einer höheren Ebene genau in eben jene Passage hinunter, stehen die Fieslinge erneut quicklebendig vor einem. Und das immer wieder. Aus dem Weg gehen kann man dem nicht, schließlich versiegelt das Spiel die Durchgänge stellenweise extra mit einer Barriere. Die löst sich erst dann wieder auf, wenn Nero alle Feinde in ihre Einzelteile zerlegt hat. Aufpassen ist also angesagt. Darüber hinaus sorgen des Öfteren unsichtbare Barrieren für unzufriedene Gesichter.

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War früher mal ein Gegner, jetzt Hackfleisch.

Genügend Anreize für einen erneuten Durchgang sollen indes die beiden neuen Spielvarianten „Turbo“ und „Legendärer Schwarzer Ritter“ bieten. Der Turbo-Modus – surprise, surprise – beschleunigt den Spielablauf merklich, während die zweite Option nach Beendigung der Story zur Verfügung steht und Euch weitaus mehr Gegner vor die Füße stellt. Nett, aber andererseits auch nicht wirklich bahnbrechend. Für Besitzer der Konsolenversion lohnt eine erneute Anschaffung daher kaum.

Ansonsten blieb weitestgehend alles beim Alten. Devil May Cry 4 setzt auf eine nicht wirklich außergewöhnliche Story mit furchtlosen, coolen Helden, hilflosen Schönheiten, freizügigen Kämpferinnen und einer Verschwörung, die die Welt bedroht. Wäre da nicht die mehr als gelungene Inszenierung, würde der Titel vermutlich in der Versenkung der durchschnittlichen Spiele verschwinden. Bei den teilweise vollzogenen Bewegungen und Kampfmanövern wirkt selbst der gute alte Neo (Ihr wisst schon, aus welchem Film...) wie ein amateurhafter Hampelmann. Entsprechend cool setzen sich die Zwischensequenzen in Pose. Hier ein paar Zeitlupen, da ein paar Dialoge und darüber hinaus einige der eindrucksvollsten und imposantesten Endgegner, die man bisher in Videospielen erblicken durfte.

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