Face-Off: Assassin's Creed 2

PS3 vs. Xbox 360

Das Spiel auf das ich gewartet habe. Es mag dem ursprünglichen Assassin’s Creed an Abwechslung gemangelt haben, aber an der Qualität der Grafik und den immensen Möglichkeiten seines Open-World-Sandkastens gab es nie einen Zweifel. Zumindest auf der 360 war es ein technisches Wunderstück und legte das Fundament für ein Sequel, das geniale Programmierung mit einem Gameplay verbindet, dass die Erwartungen übertrifft.

Während Modern Warfare 2 das LIeblings-Mehrspieler-Spiel der Konsolen-User ist, bietet Assassin’s Creed II das kompletteste Gameplay-Paket für diejenigen, die eine traditionelle Einzelspieler-Erfahrung bevorzugen. Ubisoft Montreal hat ganze Arbeit geleistet.

Assassin’s Creed hat eine gewisse Geschichte. Damals in Face-Off Runde 6 wurde die PS3-Version für ihre unglaublich enttäuschende Performance, generelle Verschwommenheit und das Gefühl gerügt, die Sony-Version wäre eine hastig nachgeschobene Variante des technisch solideren 360-Spiels. Seither haben sich die Zeiten geändert. Die Qualität von Ubisofts PS3-Arbeit hat erstaunliche Fortschritte gemacht (von ihrer Vorliebe für riesige Pflicht-Installationen mal abgesehen) und die Tatsache, dass dieser Qualitätsstandard über die gesamte Firma, mit all ihren vielen und unterschiedlichen Studios, hinweg beibehalten wurde, ist ebenso beeindruckend.

Wenn man nach dem Vergleichsvideo geht, scheinen die grafischen Assets von Assassin’s Creed II tatsächlich identisch zu sein - wenn man von dem leichten Blur auf der PS3 mal absieht. Einen ausführlicheren Blick werft ihr in unserer randvollen 720p-Vergleichs-Galerie.

Auf 30-prozentiger Geschwindigkeit sieht man, dass die beiden Versionen tatsächlich sehr ähnlich sind. Klickt den Vollbild-Button für die volle HD-Auflösung oder klickt den EGTV-Link für ein größeres Fenster.

Schauen wir uns die grundlegenden Render-Spezifikationen an. Ähnlich wie das erste Assassin’s Creed läuft AC II in nativen 720p, mit 2x Multi-Sampling Anti-Aliasing auf der Xbox 360 und Quincunx Kantenglättung auf der PS3. Das Resultat ist, dass die PS3 weniger „Jaggies“ produziert, dafür aber jede Textur im Spiel mit einem unerwünschten Blur versieht.

Es gab im Vorfeld einige Berichte, die behaupteten, die PS3 bekäme eine gesonderte 1080p-Behandlung in Form einer 960x1080 Auflösung, was einem 12,5-prozentigem Auflösungs-Boost entspräche, wenn auch mit einigen seltsam geformten Pixeln. In der Realität sieht das etwas anders aus: Wenn unsere Pixel-Messungen stimmen, scheint der 1080p-Modus der PS3 - der nur aktiv ist, wenn 720p deaktiviert wurde - darauf hinzudeuten, dass die Auflösung auf 960x720 reduziert wurde. Zusammen mit dem Quincunx ist es ein Blur-Fest, wie ihr in der hochskalierten 1080p-Vergleichsgalerie sehen könnt. Kurz gesagt: Es ist ein 720p-Spiel und sollte deshalb auch so gespielt werden.

In einem Jahr in dem die HD-Konsolen (und besonders die PS3) an ihre Grenzen in Sachen Performance getrieben werden, wie groß ist da der Sprung von Assassin’s Creed II? Immerhin war das Original einer der fortschrittlichsten Titel, die man seinerzeit, im Jahr 2007, je gesehen hatte. Und noch heute ist es ein unglaublich beeindruckender Titel, der nur unter einigen Framerate- und Tearing-Problemen zu leiden hat.

Es gibt Verbesserungen an der grundlegenden Technik, aber man kann durchaus sagen, dass ihr Einfluss auf das Gameplay insgesamt eher beschränkt ist. Die vielleicht bedeutendste Neuerung von Ubisoft Montreal ist der neue Tag-Nacht-Zyklus, der die Beleuchtung des Spiels diktiert. Ein 24-Stunden-Zyklus dauert im Spiel 60 Minuten, der Beginn einer neuen Mission setzt die Zeit interessanter Weise Doctor-Who-Style auf einen vorgegebenen Tageszeitpunkt. Hier werden vermutlich Desmonds Erinnerungen wieder mit Ezios synchronisiert, was ein netter Touch ist. Außerdem gibt es jetzt einen sehr hübschen Animus-Effekt, bei dem das Stadtbild aus seinen Vertexen rekonstruiert wird.

Das alles ist neu, aber die Basis-Technik ist immer nahezu die gleiche wie in dem Spiel, das wir vor zwei Jahren gespielt haben - und auf den ersten Blick hatten die Städte des Originals mehr Charakter und Details als die des Sequels. Es gibt sogar einige starke Meinungen, dass die Umgebungen außerhalb der Städte in Sachen Detailgrad und Inhalt bedeutend schwächer sind als im ersten Spiel. Alles was ich dazu sagen kann, ist, dass das Spiel immer eindrucksvoller wird, je weiter man spielt. Die Ankunft in Venedig ist ein neuer technischer Höhepunkt.

Wie ist es um die Performance bestellt? Zunächst sollten wir uns vermutlich besser noch einmal den gewaltigen Qualitätsunterschied zwischen den PS3- und Xbox-360-Versionen im ersten Teil ins Gedächtnis rufen. Während die Face-Off-Berichterstattung damals sehr kontrovers war, können wir mit den Analyse-Werkzeugen, die wir nun zur Verfügung haben, mittlerweile genau sehen, wie roh die PS3-Version geraten war.

Flashback: Assassin's Creed I lief schwach auf der PS3, mit mäßiger Bildrate und offensichtlichem Tearing bei jeder Drehung.

Viele betrachten Assassin’s Creed als eine einzige riesige Tech-Demo, die man grob zu einem beschränkten Spiel umgebaut hat. Und obwohl beide Spiele dazu neigten, ins Stottern zu geraten und zu tearen, war die PS3-Performance fast schon ein Witz: Die Framerate erreichte einen Tiefpunkt von 17 Bildern pro Sekunde. 37 Prozent des 60Hz-Outputs wiesen Tearing auf. Im Vergleich dazu tearten auf der 360 6 Prozent der Bilder, die niedrigste Bildrate lag bei 24FPS. Für PS3-Besitzer war Assassin’s Creed also eine Tech-Demo, die technisch zu wünschen übrig ließ. Nicht gut.

Die Forge-Technologie von Assassin’s Creed wurde seither auch für andere Spiele von Ubisoft genutzt und ich habe im Juli eine grobe Performance-Messung an jedem von ihnen vorgenommen. Das Urteil fiel eindeutig aus: Die Assassin’s-Creed-Engine ist. Was die fast schon mythische Plattform-Parität angeht war Prince of Persia einer der besten umgesetzten PS3-/Xbox-360-Titel des letzten Jahres.

Kommentare (16) Latest comment vor 2 Jahren

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  • OtaQ #1 vor 3 Jahren

    hmm... wo sind die PS3 Fanbois?

    ^^

    Ach ja... das dauert ja noch paar Jahre bis die PS3 erst richtig toll verstanden und genutzt wird... :P
  • Zerodyne #2 vor 3 Jahren

    manche entwickler kriegens halt nicht hin.
    oder sieht AC II besser aus als Uncharted 2?
  • lichtstein #3 vor 3 Jahren

    Eintrag gelöscht um 15:00:20 08-03-2012
  • ZaphodX #4 vor 3 Jahren

    Das ist mir so was von egal, ob ein Game auf der einen oder anderen Konsole besser aussehen könnte oder auch nicht.
    Ich habe ein System und werde mir auch kein zweites kaufen.
    Wenn das Gameplay gut ist und die Grafik nicht gerade ruckelt wie Sau, dann denke ich beim zocken nicht weiter über AA, Shader und andere Effekte nach.
    Multiplattformtitel sehen auf der PS3 meist schlechter aus. Na und?
    Dafür gibts richtig gutes Exklusivmaterial.
  • Zerodyne #5 vor 3 Jahren

    wen meintest du jetzt lichtstein
    QtaQ, mich oder Ubisoft? ^^

    seh ich übrigens wie Zaphod.
    Diese im Artikel erwähnten spürbaren Unterschiede sind praktisch nicht spürbar wenn man nicht grad vergleicht.
    Und mir fallen so Kleinigkeiten eh nicht auf, machen nicht die Welt aus.

    Die Exklusivtitel und andere Vorzüge bleiben Geschmackssache ;)
    Nur anhand solcher Vergleiche wird sich niemand zugunsten einer Konsole entscheiden...
    Editiert von Zerodyne um 25/11/09 @ 15:43
  • Kadaj #6 vor 3 Jahren

    Texturen sind ärmer auf PS3, dafür scheint was mit der Ausleuchtung der Box nicht zu stimmen? (siehe Lichter in der Stadt bei Nacht)
  • RushOliver #7 vor 3 Jahren

    Ihr scheint alle nicht den Sinn der Digitalfoundry zu verstehen. Hier geht es nicht um Bashing oder Munitionslieferung für kleine Fanboys, hier geht es einzig und alleine um die Technik die in den Titeln steckt. Die Unterschiede sind zum Teil mit den berühmten Korinthen zu vergleichen....oder als Peanuts zu bezeichnen. Reduziert aufs rein Technische gibt es aber nunmal Unterschiede und die werden hier angesprochen.

    Einbrüche in der Framerate sind allerdings tatsächlich spürbar, während Tearing selbst für ein geübtes Auge nicht immer sofort zu erkennen ist. Uncharted hatte aber z.B. Tearing aus der Hölle, während Uncharted2 das extrem verbessert hat......im Übrigen gibt es dazu ebenfalls einen Vergleich mit Erklärung in der Digitalfoundry.


    Ihr solltet euch also einmal davon lösen Fan eines Systems zu sein wenn ihr so einen Artikel durchlesen und vor allem begreifen wollt....
  • Zerodyne #8 vor 3 Jahren

    Also mir ging's nie darum...
    Tja, das Tearing ist mir auch in Uncharted 1 nicht aufgefallen ^^
  • m_coaster #9 vor 3 Jahren

    Tearing in Uncharted?! Also das verschieben der Bildzeile? Bist du Dir da sicher?
  • OtaQ #10 vor 3 Jahren

    An Uncharted 2 kommt in meinen Augen bislang nix ran...

    @ Zerodüne

    ...mein PS3 Fanboi Gebrabbel bezog sich auf die Burschen die vor ca. einem Jahr mit der unglaublichen Power der PS3 und der technischen Uber-Überlegenheit gegenüber der XBOX prahlten :D

  • Zerodyne #11 vor 3 Jahren

    Aso, ich krieg halt des Öfteren immer noch was von solchen mit.
  • RushOliver #12 vor 3 Jahren

    @m_coaster

    Der erste Teil von Uncharted hat massiv mit Tearing zu kämpfen und zwar so massiv das es fast nicht auszuhalten war. Nichts gegen den Titel selber, den habe ich 2x komplett durchgespielt und finde ihn heute noch wirklich klasse aber wie dort die Bilder zerrissen wurden war schon sehr störend.

    Uncharted2 hat in diesem Punkt zum Glück extrem zugelegt und die geringfügig höhere Latenz in der Steuerreaktion am Controller ist eher zu verschmerzen als dieses unsägliche zerreißen des Bildes aus dem ersten Teil.

    [link url=http://www.eurogamer.net/articles/digitalfoundry-tech-analysis-uncharted-article?page=3
    ]http://www.eurogamer.net/articles/digita...[/link]

    Schau dir dort mal das untere Vergleichsvideo einmal an und Du siehst im Originalausschnitt sofort was ich mene.......und genaus DAS kann man während des Spielens ganz locker wahrnehmen....... und genau daran habe ich mich beim ersten Teil von Uncharted massiv gestört.....was mich aber nicht davon abgehalten hat den erstklassigen Titel zu spielen.
  • Bongstar #13 vor 3 Jahren

    ich find ja mal echt interassant, dass das auffallen tearing total betrachterabhängig ist. mir ists in uncharted 1 auch nie aufgefallen. dafür aber auf den türmen in ac1 enrom.

    lönnt ihr dass auch mal für dragon age bringen? sobald in zwischensequenzen die kamera aus der gruppe rauszoomt und mal mehr von der gegend zeig fängt das spiel mega an zu ruckeln. wenn ich aber ingame größere areale betrachte rukelts nich... (auf der ps3)
  • S-Markt #14 vor 3 Jahren

    uncharted hatte leichtes tearing. uncharted 2 ist technisch bis auf ein par clippings perfect und schlägt ac um längen.

    den ganzen ac müll würde ich nicht mehr mit der kneifzange anfassen. und wenn die tearingkatastrophe bei ac2 geringer ausfällt, als bei ac1, dann kann ich dazu nur sagen. du kannst ein hundehäufchen mit pinienduft einsprühen, es bleibt immer ein hundehäufchen
  • ZaphodX #15 vor 3 Jahren

    Also die Tearings in Uncharted 1 die wie RushOliver sie bezeichnet "aus der Hölle" gewesen sein sollen, empfand ich als gerade noch annehmbar. Die sind in AC2 viel schlimmer. Vor allem in der Romagne ging mir das richtig auf den Zeiger. Seltsamer weise sind sie in Venedig nicht ganz so schlimm.

    Anyway, wichtiger als über kaum wahrnehmbare Grafikdetails zu sprechen, finde ich sollte man mal lieber kritisieren, dass man die Spielstände nicht auf einem externen Speicher kopieren darf. Was soll der Sche...???
  • Lorrn #16 vor 2 Jahren

    hey, die ps3 ist soooo gut, die könnt 20 gekoppelte 360 locker ausknocken, auf nichts anderem kann man besser grillen :-p
    ne quatsch, sie wird einfach nicht verstanden, man muss ja auch japanisch drauf programmieren, und jeder andere entwickler programmiert halt in englisch :-p das zu kompalieren dauert halt jahre ;)
    ps3 hat hier mal wieder voll verloren, da bin ich ja happy ne 360 zu haben