Edna Bricht Aus - Test
Irre gut
„Von den Leuten, die Monkey Island gut finden.“ So steht es auf der Verpackung von Edna Bricht Aus geschrieben. Ist ja schon mal ein gutes Vorzeichen, wenn die Entwickler den Klassiker von LucasArts mögen. Und nicht nur das. Hinter diesen Worten stecken Taten. Sie haben nämlich ein Spiel entwickelt, das dem offensichtlichen Vorbild sehr, sehr nahe kommt.
Wenn man Edna Bricht Aus mit einem Wort umschreiben müsste, dann wäre das wohl „verrückt“. Das trifft gleich auf mehrere Bereiche des Point & Click-Adventures zu. Etwa die Geschichte. Das Innere einer Nervenheilanstalt dient als Schauplatz für das Spiel. Hauptfigur Edna wacht darin in einer Gummizelle auf. Ohne irgendwelche Erinnerungen. Und was macht man in einem solchen Fall zuerst? Natürlich ausbrechen! Denkt sich auch Edna und begibt sich auf eine skurrile Reise in die Freiheit und auf die Suche nach ihrer Vergangenheit.
Der Trip führt Euch dabei in bester Adventure-Manier an zahlreiche verschiedene Locations – zumeist innerhalb des Gebäudes. Und wie sollte es anders sein: Jede Menge Rätsel kreuzen Euren Weg nach draußen. Nicht immer ganz konventionelle Puzzles, wie man alsbald feststellt. Eine Aufgabe besteht beispielsweise darin, einen Wächter in einen Raum zu locken. Während Ihr durch das Fenster flieht, traut er sich aufgrund seiner Höhenangst nicht auf das Dach. Also schnell durch einen nahen Lüftungsschacht geklettert, wieder zurück in den Flur und die Tür versperrt. So einfach und simpel kann es sein.

Hier beginnt alles.
Es geht aber auch anders. Ein weiterer Aufpasser sitzt im Überwachungsraum und starrt auf seine Monitore. Er müsste zwar dringend mal zur Toilette, kann aber seinen Posten nicht verlassen. Zumindest so lange, bis Edna ihn dazu zwingt. Ein paar Gespräche über verschiedene Themen rund um Wasser zeigen allerdings keine Wirkung. Da muss schon eine andere Idee her. Und zwar folgende: Man betrachtet sich die Monitore etwas genauer und besucht anschließend mehrere Räume im Haus, um dort das Licht anzuschalten. Die dadurch erleuchteten Bildschirme stellen nun in dem dunklen Raum aufgrund ihrer Anordnung die Buchstaben „WC“ dar. Was wiederum den Wächter schwach werden lässt.
Es ist gewissermaßen eine Mischung aus offensichtlichen und eher abgedrehten Aufgaben. Wobei man teilweise schon wirklich verrückte Dinge anstellt. Eben ganz so wie damals in Monkey Island. Dabei geizt man übrigens auch nicht mit Anspielungen auf andere Filme, Serien oder Spiele. Ganz in einem sich selbst nicht wirklich ernst nehmenden Stile des Klassikers kann Edna zum Beispiel den Barkeeper nach einer Komplettlösung fragen. Oder einen Grog bestellen. Ein anderes Gespräch dreht sich derweil um einen durchgeknallten Typen, der Pirat werden wollte. Wer damit wohl gemeint ist...

Die Zeitung gibt nützliche Hinweise.
Generell lohnt es sich, ausführlich mit den diversen Insassen der Anstalt zu reden. Nicht nur, weil es oftmals nötig ist, um weiterzukommen und wichtige Hinweise zur Lösung von Rätseln zu erhalten. Stattdessen werden Euch die lustigen, fiesen, schrägen und mitunter gar etwas ekligen Dialoge bestens unterhalten. Edna Bricht Aus kratzt nicht nur in diesem Aspekt ganz lautstark am hohen Niveau der alten LucasArts-Titel.
Dank des gewählten Schauplatzes konnte man die Charaktere nämlich so verrückt gestalten, wie es nur irgendwie möglich war. Ednas imaginärer und sprechender Stoffhase Harvey (warum muss ich da nur immer ein wenig an Richard Kellys Donnie Darko denken?) ist da nur die Spitze des großen Absurditäten-Eisbergs. Oder, um es mit den auf dem Cover abgedruckten Worten zu sagen: „Alle Charaktere in diesem Spiel haben eine Schraube locker. Manche sogar zwei.“
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Kommentare (6) Latest comment vor 4 Jahren
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Kann mir da jemand weiterhelfen, bitte...
MFG Franzi
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