Wolfenstein - Lesertest
Wir in der Schweiz haben ja die ungeschnittene Original-Version und ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich doch so.. ähhm.. dezent von der in Deutschland veröffentlichten Version unterscheidet.
Die Grafik und die ganze Machart ist - wie Kollege Fränkel im PC-Test äusserst treffend geschrieben hat - „wolfensteinig" - da spielt es eigentlich keine Rolle, dass diese ein wenig antiquiert wirkt.
Dass id den okkulten Aspekt weiter vertieft hat, lag auf der Hand und dass es Ende der 30er tatsächlich Einheiten gab, die in ganz Süd-Europa nach Artefakten und sonstigen okkulten Dingens suchten, ist ja bekannt.
Was mir nach den ersten Spielminuten aufgefallen ist - die Waffen, so wenig Abwechslung es gibt, haben richtig Wumms. Die KAR98 werfe ich in anderen WW2-Shootern als allererstes gleich weg, weil sie sich anfühlt als würden nur Erbsen rausfallen. Bei Wolfenstein fühlt sie sich schwer und echt an, sogar bevor man den ersten Schuss abgefeuert hat. Und nach dem ersten Schuss - bei dem man förmlich den Rückstoss spürt - gibt man sie nicht mehr aus der Hand, weil sie zu einer Art Lebensversicherung wird. Und nach ein paar Upgrades, mit denen der Lauf stabilisiert und die Mechanik verstärkt wird, um stärkere Patronen verwenden zu können... ja dann... dann ist Feierabend für „se schörmens" aus Isenstadt!
Dass die Deutschen ein Klischee-„Denglish" sprechen, ist zu verschmerzen, deutsch wäre aber stimmiger rübergekommen - so wirkts wie in einem B-Movie aus den 70ern.
Ich denke nicht, dass man eine eindeutige Kaufempfehlung abgeben kann, da das Game zu ambivalent entwickelt wurde - man merkt förmlich dass id viele Ideen hatte, sie aber nur teilweise oder gar nicht umsetzen konnte, diese Unausgegorenheit merkt man beim Spielen. Aber für Wolfenstein-Veteranen ist das Spiel definitiv eine Probe wert.
7 / 10
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