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FIFA Street 3

Straßenkicker ohne Arbeit

Wenn das Beste an einem Spiel der ungewöhnliche, aber gleichzeitig doch mehr als passende Grafikstil ist, sollte man sich als Entwickler ein paar ernsthafte Gedanken machen. Das gilt vor allem für Electronic Arts' dritten Teil der FIFA Street-Reihe, wo bei aller Liebe für die Optik wohl scheinbar ein wesentlicher Aspekt vergessen wurde: Langfristig motivierende Inhalte.

Neben dem obligatorischen "Jetzt spielen" (Teams wählen und loslegen) bietet man nämlich gerade mal drei verschiedene Spielmodi an. Der umfangreichste davon hört auf den Namen "FIFA Street Challenge" und besteht aus neun verschiedenen Herausforderungen, die sich jeweils in mehrere weitere Aufgaben entfalten. Pro Herausforderung tretet Ihr immer gegen ein und das selbe Team an, was Euch nach erfolgreichem Abschluss künftig selbst zur Verfügung steht.

Für das "Duell" könnt Ihr indes mehrere Varianten und Siegbedingungen wählen - beispielsweise "Best of 3","Best of 5" oder ausschließlich Gamebreaker-Tore. Ganz anders funktioniert die "Bolzplatzwahl". Vor dem Start einer jeden Partie stellt das Spiel eine Truppe von mehreren Fußballern auf den Platz, von denen Ihr abwechselnd jeweils einen in Eure Mannschaft holt. Einzelspieler schauen dagegen in die Röhre, weil beide Modi nicht alleine mit KI-Gegnern funktionieren.

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Sieht aus wie Trinity in Matrix, nur ohne Brüste, Lack und Leder.

Während sich Eure Ziele in der "FIFA Street Challenge" trotz fordernder KI recht schnell wiederholen und dadurch bereits nach kurzer Zeit ein wenig zur Routine werden, sorgt der Multiplayer-Part für etwas mehr Spaß, da insgesamt acht Spieler die virtuellen Fußball-Arenen betreten dürfen. FIFA Street 3 richtet sich aus diesem Grund schon eher an diejenigen, die gerne mit Freunden vor einer Konsole oder via Internet zocken wollen.

Vor allem unverständlich: Im Vergleich zum Vorgänger hat man in Sachen Singleplayer-Motivation massiv abgebaut. Ein in FIFA Street 2 gut funktionierender "Absolute Street"-Modus, in dem Ihr einen eigenen Kicker erstellt, seine Fähigkeiten verbessert, diverse Turniere absolviert, neue Spieler kauft und sogar die Outfits verändert, fehlt hier einfach. Warum? Das wissen wahrscheinlich nur die Entwickler.

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In dieser Kulisse spielt man doch gerne eine Runde Fussball.

Immerhin stehen Euch mehr als 250 Kicker zur Verfügung, die sich in 18 Nationalmannschaften - neben Deutschland auch Italien, Griechenland, China oder Australien - sowie mehrere "spezielle" Teams aufteilen. Inwiefern speziell? Ganz einfach: In der Mannschaft "Kleine" spielen Akteure wie Philipp Lahm, während bei den "Veteranen" Jens Lehmann oder Alessandro Del Piero über den Platz marschieren. Darüber hinaus stehen noch die "Vollstrecker", "Trickser" und sonstige Teams zur Wahl.

Diese Aufteilung macht im Übrigen Sinn, da jeder Fußballer über eine Fähigkeit verfügt, die er besonders gut kann (zu erkennen an einem kleinen Symbol). Unter anderem gibt es Trickspezialisten, Scharfschützen oder Spielmacher. Die Entwickler haben sich hierfür selbstverständlich an den Vorbildern orientiert, wodurch etwa Wayne Rooney den Ball mit einem ordentlichen Bumms aufs Tor hämmert, indes treibt Ronaldinho die gegnerische Mannschaft eher mit seinen Dribbelkünsten zur Weißglut.

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