Final Fantasy Countdown: Final Fantasy III

Such dir ´nen Job!

Das war wirklich knapp! Um ein Haar wäre Final Fantasy III der Serienteil gewesen, der es nie wirklich in den Westen geschafft hätte. Nicht nur wurde Final Fantasy III in der Famicom-Version genau wie sein Vorgänger niemals lokalisiert, es wurde auch lange Jahre von der Square´schen Remake-Maschinerie schlichtweg ignoriert. Während die ersten beiden Teile immer und immer wieder neu aufgelegt wurden, blieb Teil 3 das schwarze Schaf. Erst 2006, 16 Jahre nach dem ursprünglichen Release, wurde das RPG auf Bestreben des damaligen Directors Hiromichi Tanaka überarbeitet und endlich auch in den Westen gebracht.

Es ist ein wahres Mysterium, warum gerade Final Fantasy III so lange vernachlässigt wurde. Immerhin ist es die Episode, in der nach den bescheidenen Anfängen von Teil 1 und den großen, nicht immer funktionierenden Innovationen von Teil 2 die Serie schließlich zu sich selbst fand. Hier erhielt Final Fantasy seine endgültige Basis und seine grundsätzliche Form, das Spiel stellt sozusagen eine Blaupause dar, an der sich – natürlich in ganz unterschiedlichem Ausmaß – alle späteren Teile grob orientiert haben. Tanaka selbst sagt: „Final Fantasy III ist eine Art Basis, auf der die kommenden Episoden dann aufgebaut haben. Das Kampfsystem, das Magiesystem, die Beschwörungsmonster... in Final Fantasy III haben viele der klassischen Elemente so mehr oder weniger ihre heutige Form angenommen.“

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Heute ist Hiromichi Tanaka für die Online-Titel Final Fantasy XI und Final Fantasy XIV zuständig.

Tatsächlich, die ersten Beschwörungszauber fanden sich in Final Fantasy III, auch die ersten Moogles tauchten hier auf. Und zu den klassischen Dungeons-&-Dragons-Klassen des Erstlings kamen nun unzählige weitere, weit originellere Klassen hinzu, die zum Experimentieren einluden. Überhaupt sind die Charakterklassen, hier als Jobs bezeichnet, der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Spiels. Im ersten Final Fantasy konntet ihr vor Spielbeginn eine Party zusammenstellen, dann waren die Funktionen der vier Helden festgelegt und konnten nicht mehr verändert werden. Von einem generellen Power-Up in der Mitte des Spiels einmal abgesehen.

Dagegen bietet Final Fantasy III eine für sein alter beeindruckende Flexibilität. Für jeden gewonnenen Kampf bekommt die Party Capacity-Points, mit denen die Helden ihren Job wechseln können. Und je länger sie einen Job ausüben, desto höher wird der Job-Level und desto weniger Punkte kostet der entsprechende Wechsel. Mit den Jobs kamen auch erstmals spezielle Fähigkeiten: Der Dieb kann stehlen, der Dragoon hat den beliebten Jump-Befehl und der Summoner holt prominent-monströse Unsterstützung in den Kampf.

Natürlich ist das Job-System in Final Fantasy III noch in einem sehr frühen, archaischen Stadium und weit entfernt von der Brillanz und Effektivität, die es in späteren Teilen auszeichnen sollte. Trotzdem waren die neuen Ideen für das Spiel und das Genre selbst ein großer Schritt nach vorne.

So progressiv Final Fantasy III in Sachen Spielsystem aber auch war, bei der Charakterisierung der Helden ruderten die Entwickler erst einmal wieder ein gutes Stück zurück. Anstatt mit vier ausdefinierten Helden mit Hintergrundgeschichte, Portrait und Namen auf die Suche nach den klassischen Kristallen zu gehen, erwarten euch nun wieder vier generische Helden, die ihr selbst benennt. „Aber Moment mal!“, mag so mancher jetzt ausrufen... „Was ist mit Luneth, Arc, Refia und Ingus? Das sind doch echte Charaktere mit allem drum und dran.“ Wohl war.

Kommentare (8) Latest comment vor 2 Jahren

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  • siro #1 vor 2 Jahren

    FF3 ist auf dem DS aber um einiges einfacher als das Original. Zwar haben die einzelnen Monster deutlich mehr Health als früher, jedoch gibt es maximal drei Monster pro Kampf anstatt der ursprünglichen neun.

    Meines Empfindens nach ist die DS-Version nicht sonderlich schwierig. Ausnahmen waren da aus meiner Sicht einmal ein Dungeon im Keller eines Hauses direkt im ersten Dorf in das man reist. Gegen die Skelette hält die Party kaum lang genug zum fliehen. Dann noch das finale Dungeon, da ich damals gut 3-4 Stunden bis zum Endkampf gebraucht habe, um dann leider drauf zu gehen (und das morgens um 2 Uhr). Das hat mich doch "leicht" in Rage versetzt. Da habe ich mich direkt entschieden, es nicht noch mal zu versuchen, nur um am nächsten morgen den nächsten Versuch zu starten. Da hab ich dann von 2 Charakteren die Klasse auf eine der später zugänglichen stärkeren gewechselt (z.B. Monk -> Ninja) und 45 Minuten später stand ich wieder beim Endgegner, der dann auch erfolgreich gemeistert wurde. Dabei habe ich dann festgestellt, dass mir beim ersten Versuch nur etwa 2000 von rund 110000 Schaden gefehlt haben... :)

    Langer Rede, kurzer Sinn: Die DS-Version ist wirklich wärmstens zu empfehlen. Gehört mit EBA und Etrian Odyssey zu meinen Top 3 Titeln auf dem Handheld. Der Vierte steht schon lange im Regal, aber irgendwie hat mich der von Anfang an nicht so angesprochen.
  • ThomasNickel #2 vor 2 Jahren

    Gemessen an "modernen" Rollenspielen (Etrian Odyssey ausgenommen ;) ) ist FF3DS schon ein ziemlicher Kracher finde ich, gerade eben durch die Sachen die du beschreibst - Kämpfe bei denen man kaum fliehen kann und lange Dungeons ohne Speichermöglichkeit... Wer natürlich seit 16Bit-Tagen dabei ist, der steckt das weg. Aber die meisten Neu-Rollenspieler werden ca nicht allzu glücklich mit. Zumindest ist es bei denen so die ich kenne.
  • Bongstar #3 vor 2 Jahren

    ach das einzige problem, dass ich da gerade auf dem ds sehe sind zu neige gehende akkus, weit entfernt von jeder steckdose.
    naja und das 2. problem das ich she, ist, dass ich keinen ds besitze.
    und ff9 hatte auch gern mal ne speicherarmestrecke. aber vor jedem boss ne speichermöglichkeit ;) da war dann das problem allerdings meine mutter, welche mich nach 1-2 stunden ohne speicher zwang auszuschalten und kein verständnis dafür hatte, das ich nicht speichern konnte :(
  • ThomasNickel #4 vor 2 Jahren

    Der DS-Version kann man ja allerdings eine Quicksave-Funktion zugute halten. Das kann man nur einmal laden, aber wenn man kurzfristig aufhören muss ist das die ideale Lösung.
  • CecilHarvey #5 vor 2 Jahren

    Schwer wars schon, aber ich habs durch, und es war richtig geil. Wenn ich nochmal Zeit hab zieh ich mirs nochma für Emulator, da ists ja auch übersetzt.
  • CardassiaPrime #6 vor 2 Jahren

    Wenn dieser Nasir Gebelli so wichtig bei den ersten drei FF-Spielen war, was macht er dann heute eigentlich? Ich hab den Namen noch nie gehört...
  • ThomasNickel #7 vor 2 Jahren

    Nach Final Fantasy III hat Nasir Gebelli noch an einem Square-Spiel gearbeitet: Secret of Mana. Danach ist er lange Zeit von der Bildfläche verschwunden. Offenbar hat er an seiner Arbeit für Square gut verdient (möglicherweise tut er das heute noch) und hat wohl die ein- oder andere Weltreise hinter sich. Inzwischen lebt er in Sacramento.
  • noxe101 #8 vor 2 Jahren

    FF3 ist wirklich übelst geil O.O
    Besonders toll finde ich, dass man nach dem letzten Endgegner einfach weiterspielen kann und. So kann man die restlichen Berufen ausprobieren, ohne nochmal alles von vorne spielen zu müssen^^
    Heftig find ich aber neben der nichtvorhandenen Möglichkeit in den Dungeons zu speichern, die nichtvorhandene Möglichkeit, die Reihenfolge der Angriffe zu beeinflussen. Wenn der Weißmagier dann einen Heilzauber auf die ganze Gruppe spricht, der Dragoon aber kurz vorher in die Lüfte springt und deswegen nichts vom Zauber abbekommt, dann könnt ich mich schon in den allerwertesten beißen^^
    Editiert von noxe101 um 01/02/10 @ 13:48