Final Fantasy III

Bezaubender Trip in die Vergangenheit

Liebes Square Enix,

die letzten Jahre hatten wir zwei so unsere Probleme, gingen unsere Meinungen in punkto Spielspaß und „notwendiger“ Weiterentwicklung doch ein Stück weit auseinander. Nehmen wir nur Final Fantasy XI. Das war unglaublich niedlich und in einigen Bereichen sogar wesentlich ansprechender als die hiesige Konkurrenz (Zwischensequenzen bei manchen Quests), so ganz fesselte mich der Ausflug ins Online-Dasein aber nicht vor den Bildschirm.

Selbiges muss ich leider auch über Final Fantasy X-2 sagen. Abgesehen von dem spaßigen und nett anzuschauenden Klamottenwechsel, konnte der Titel seinem emotionsschwangeren Ursprungsspiel kaum das Wasser reichen. Und von Final Fantasy XII, das ich keines Blickes mehr würdige, weil es sich so vehement seiner Wurzeln entledigte und nach mehr Freiheit und Modernität gierte, will ich erst gar nicht anfangen.

Aber das ist ja nun Schnee von Gestern. Schließlich versetzt Du mich seit zwei Wochen wieder ins Land der Träumereien. In das Damals, als Spiele noch einen unwiderstehlichen Charme versprühten, mit unverbrauchten Elementen lockten und keine Scheu bei Anspruch und Herausforderung zeigten.

Und weil Final Fantasy III all das und noch vieles mehr in sich vereint, möchte ich meinen Dank aussprechen.

Danke dafür, dass bereits durch das wunderschöne Renderintro die altbekannte Vorfreude entflammt und sich die Inszenierung so stimmungsvoll über die beiden kleinen Bildschirme erstreckt. Weiße Vögel fliegen über den oberen Screen, eine Gruppe Jugendlicher prescht auf Chocobos durch und Steppe und beobachtet ein Luftschiff am Horizont. Ein Wechsel zum unteren Screen zeigt eine Handvoll brenzliger Situationen im Leben der vier Waisen und ein Kampf entfacht. Plötzlich sind beide Sichtfelder von einem gewaltigen Behemoth belegt und die effektreichen Sequenzen liefern sich fortan einen raschen Schlagabtausch. Schlicht und ergreifend bezaubernd.

Danke dafür, dass dem nun mehr 17 Jahre alten NES-Titel (nur in Japan erschienen) ein frisches 3D-Antlitz verpasst wurde. An cineastischen Zwischensequenzen wurde zwar vorne und hinten gespart und oftmals beschränkt sich das Erlebnis auf den unteren Bildschirm, was relativ schade ist (auf dem oberen befindet sich die Übersichtskarte, die Darstellung der Charaktere, während man Einkäufe tätigt, etc). Im Vergleich zu den durch und durch quietschbunten DS-Rollenspielen der Marke Magical Starsign, fällt die knuddelige Kulisse jedoch einen Hauch dunkler aus und somit – für meinen Geschmack – wesentlich ansprechender.

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Wechselt man auf der Oberwelt in das Menü, rutscht die Karte nach oben.

Danke dafür, dass die Charaktere keine farblosen Gestalten sind, sondern ausgeprägte Persönlichkeiten, mit denen man sich identifizieren kann. Vielleicht nicht in jeglicher Hinsicht, aber zumindest ab und an. Zudem besitzen alle vier Protagonisten ihre eigenen Vorgeschichten und Ambitionen. Beispielsweise Refia, die ihr Dasein als Schmied fristen soll, sich aber mit ihrem harschen Schicksal nicht anfreunden kann und nach einigen missglückten Fluchtversuchen der Helden-Truppe beitritt. Oder auch Arc, ein schüchterner Jüngling und Bücherwurm, der während der Verlaufs immer mehr auftaut und seine Stärken an den Tag legt. Eben typische Teenager mit Ecken und Kanten.

Danke dafür, dass die lineare Story – wie bei jedem Final Fantasy - traurige und fröhliche Momente beschert. Zu Beginn mag der rote Faden um den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit etwas seicht und oberflächlich erscheinen, doch schon nach einigen, wenigen Stunden entwickeln sich die Geschehnisse zu einer interessanten, kleinen Erzählung, gespickt mit ein paar tiefgründigen Momenten. Nichts Welt bewegendes gemessen an heutigen Kalibern, aber immerhin. Sei es, wenn ein Konflikt zwischen Vater und Sohn entsteht und sich der Vater letztlich für seinen Spross opfert, eine Kristall-Hüterin für das Wohl des Landes stirbt oder die Machtgier einen an sich netten Menschen zu einem Ungeheuer verkommen lässt.

Nebenbei erwähnt: Wer wie ich ein absoluter Final Fantasy-Nerd ist, wird sich über ein ausführliches Wiedersehen (beziehungsweise das „erste Treffen“) mit Cid freuen, der einen sogar für einen gefährlichen Abenteuer-Trip begleitet.

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