Final Fantasy XIII - Vorschau
Letzte Xbox-Fantasie
So schnell ging das noch nie... knapp drei Monate nach dem Release der japanischen Fassung steht die europäische Version eines großen Final-Fantasy-Titels in den Startlöchern. Bis Final Fantasy XII damals den Weg nach Europa fand, dauerte es seinerzeit immerhin fast ein ganzes Jahr. Wir haben die deutsch lokalisierte Version angespielt und die Xbox-360-Umsetzung in Augenschein genommen. Wie ist die Lokalisation gelungen? Kann die Umsetzung mit der PS3-Vorlage mithalten? Und ist in Zeiten von Dragon Age und Mass Effect 2 überhaupt noch Platz für das lineare „Final Fantasy XIII“?
Kurz und schmerzlos gesagt: Na klar! Auch wenn Dragon Age und Final Fantasy XIII beide zum Rollenspiel-Genre gehören, so sind sie doch so radikal verschieden wie zwei Spiele nur sein können. Wo Bioware auf maximale spielerische Freiheit setzt, treibt euch Square Enix atemlos durch hochgradig lineare, gleichzeitig aber auch unheimlich faszinierende Szenarien und Plot-Twists. Ihr habt es mit zwei völlig verschiedene Spiel-Ansätze zu tun, die sich einfach nicht vergleichen lassen. Keiner kann sagen, ob einer der bessere und einer der schlechtere ist, letzten Endes ist das eine reine Frage der persönlichen Vorlieben. Ich für meinen Teil bin allemal froh, die Wahl zwischen so vielen verschiedenen Arten von Rollenspiel zu haben.
Die Frage, die sich viele potenzielle Käufer bereits jetzt stellen, lautet: Welche Version sollte man denn nun anschaffen? Ich konnte die Xbox-360-Fassung spielen und darf bestätigen: Sie sieht richtig gut aus, die Unterschiede zum PS3-Original halten sich in engen Grenzen - soweit man das an den Demo-Stationen natürlich beurteilen kann. Letztendliche Klarheit wird es erst geben, wenn man beide Versionen an TV-Geräten des gleichen Typus mit den gleichen Anschlüssen gegenüberstellt. Aber ein paar technische Fakten stehen bereits jetzt fest.
Während die PS3-Fassung auf einer BluRay-Disc daherkommt, werden die Daten für die Xbox-Version leicht komprimiert auf drei DVDs verteilt. Aber keine Angst, wie schon bei den PSone-Episoden müsst ihr keine Wechselorgien befürchten. Zweimal im Verlauf des Spiels wird die Disc gewechselt, öfter nicht. Ein großer Unterschied zwischen beiden Versionen ist das Sound-Format: Der Soundtrack der PS3-Fassung liegt unkomprimiert vor und liefert auf High-End-Anlagen ein schöneres Klangbild. Aber unterm Strich ist keine Version der anderen soweit überlegen, dass man über den Kauf einer neuen Hardware nachdenken muss.
Wenn Final Fantasy XIII in Kürze hier erscheint, dann wird die Sprachausgabe übrigens nur auf Englisch vorliegen, es gibt weder den japanischen Originalton noch eine deutsche Tonspur. Das ist natürlich sehr schade, aber für Final-Fantasy-Fans auch nichts Neues. Die englischen Sprecher machen dafür ihren Job größtenteils sehr überzeugend. Square Enix liefert eine ordentliche Synchro ab, die vielleicht nicht ganz so exzellent ausfällt wie die von Final Fantasy XII oder Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs, aber in Anbetracht der kurzen Zeit doch eine absolut saubere Leistung darstellt. Vor allem weil die Lippenbewegungen der Figuren sauber an die gesprochenen Texte angepasst wurden. Die deutschen Untertitel sind gut geschrieben und werden den Figuren gerecht.
Aber trotz allem Akustik-Bombast, dem sehr interessanten Kampfsystem und unserem ersten Kontakt mit den englischen Sprechern konnte mich eine echte Kleinigkeit am meisten begeistern. Die Helden Lightning, Sazh und Snow wirken einfach ein kleines Quäntchen lebendiger und realer als alle anderen Spielehelden zuvor. Der Grund dafür sind ihre Augen: Square Enix war bei seinen Helden so detailverliebt, dass selbst ein leichtes Zucken der Augen und Veränderungen der Pupille dargestellt werden. Diese kleinen Details sind es, die das „virtuelle Schauspiel“ in Final Fantasy XIII so überzeugend machen.
Mehr über Final Fantasy XIII erfahrt ihr in dem ausführlichen Interview mit Produzent Yoshinori Kitase und Director Motomu Toriyama, das wir kürzlich in München führen durften – und natürlich im bald erscheinenden Test der fertigen PAL-Version.
Final Fantasy XIII erscheint am als reguläre und limitierte Auflage am 9. März für PlayStation 3 und Xbox360.
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Kommentare (20) Latest comment vor 2 Jahren
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find ich schön, erinnert mich nämlich stark an teil X, was eigentlich so mit der für mich beste war!
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Japanische mit deutschen oder englischen Untertiteln wäre mir lieber.
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Und natürlich stöhnen die innerlich über immer ein und dieselben Fragen. Aber das gehört eben zu ihrem Job, cool zu bleiben und professionelle Antworten zu geben. Glaub's mir, die werden plötzlich so locker, wenn du mit den richtigen Fragen kommst. ;) Hab das beim Nojiri gemerkt. Eigentlich hätte er sauer sein sollen, dass wir nicht über "sein" Baby Metal Gear Acid gesprochen haben (naja, teilweise, so 10 Minuten, danach war dazu eigentlich alles gesagt), stattdessen war er so begeistert davon, dass ich Meatl Gear Solid am Game Boy Color kannte, da er davon ebenfalls Producer war (und die Reaktion auf das Spiel meistens "Kenne ich gar nicht" ist). Die Diskussion ging dann weiter über Raiden, japanische Videospiele im Allgemeinen und deutsches Essen (lol). Wir hätten uns noch Stunden unterhalten können. Super Kerl. Sind natürlich nicht alle so, nicht jeder hat Lust auf so einen Smalltalk. Man sagt ja immer, dass die Japaner ihr Business erledigen wollen, und der Rest findet dann nach der Arbeitszeit statt.
Wenn man Japanisch kann, ist es in der Regel natürlich erlaubt, seine Fragen auf Japanisch zu stellen. Sind aber mehrere Redakteure gleichzeitig bei einem Termin (gibt's auch), ist das nicht so gern gesehen... Kann sogar passieren, dass man dich bittet Englisch zu sprechen, damit der Dolmetscher seine Arbeit machen kann und alle es verstehen, weil das der Sinn und Zweck von der, ich sage mal, Massenabfertigung ist.
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Oft ist es dann auch so, dass man die ein oder andere Kleinigkeit mit den Gästen direkt auf englisch klärt - es ist ja nicht so, dass die kein Englisch könnten, sie ziehen nur meist nen Übersetzer vor um das Risiko von Missverständnissen zu minimieren.
Und dann kommts eben immer auf die Interviewpartner an. Manche sind sehr steif und zurückhaltend, andere sind wieder echte Frohnaturen. Yoshiki Okamoto hat bei Interviews schon spontan High Five gegeben oder nen Zaubertrick ausgeführt, Tetsuya Mizuguchi hat komplett englisch geredet und zwischendurch auch mal auf seinem Laptop aktuelle Arbeiten gezeigt.
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