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Fire Emblem: Radiant Dawn

Der GameCube lebt!

Radiant Dawn ist der jüngste Ableger von Nintendos beliebter Strategie-Rollenspielreihe Fire Emblem und zugleich deren erste Ausgabe für Wii. Damit habe ich eigentlich fast alles gesagt, was man über das Spiel wissen muss, also macht's gut, bis demnächst!

Okay, im Ernst. Wenn man einen Titel im Prinzip in einem Satz abhandeln sollte, ist das wahrscheinlich nicht das beste Zeichen. Aber Ihr könnt es ja auch positiv betrachten: Wer die Vorgänger mochte, braucht im neuesten Teil keine Experimente zu befürchten und bekommt eben genau das, was er erwartet.

Unbedingt falsch ist es nicht, das so zu sehen, denn wirkliche Fehler begeht das Spiel wenige. Es führt die Geschichte von Path of Radiance fort, dem GameCube-Vorgänger, wodurch Ihr auf allerlei bekannte Charaktere und Gegner trefft. Ihr könnt freundlicherweise sogar Eure alten Helden quasi importieren, sofern Ihr auf einer GC-Memory-Card noch einen Speicherstand parat habt. Es setzt im Wesentlichen auf das altbekannte, aber grundsolide Gameplay, was natürlich keine schlechte Idee ist. Und es verwendet sogar die Grafik-Engine des letztens Teils - das allerdings ist ein Punkt, den man durchaus kritisch sehen kann.

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Höhen und Hindernisse spielen ein wichtige Rolle.

Die Änderungen lassen sich jedenfalls an einer Hand abzählen und liegen im Detail. Das Support-System etwa, bei dem sich zwei Charaktere im Kampf gegenseitig unterstützen können, haben die Entwickler überarbeitet. Wart Ihr in der Vergangenheit in Eurer Wahl eingeschränkt, dürft Ihr nun wirklich jeden Helden mit jedem anderen "paaren", um ihre Werte zu verbessern. Die netten, kleinen Unterhaltungen der Kampf-Duos wurden daher verändert, so dass jetzt überall Standardsätze fallen und echte Dialoge lediglich an vorbestimmten Stellen und in Zwischensequenzen auftauchen.

Etwas wichtiger geworden ist derweil die Bedeutung des Terrains, bei dem nun die Höhe Einfluss auf den Ausgang eines Angriffs nimmt: Attackiert Ihr einen Widersacher unter Euch, stehen die Chancen gut, dass Ihr einen stärkeren Treffer landet, als wenn Ihr unten stehen würdet. Ebenso erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr überhaupt trefft. Man kennt das ja aus zahlreichen anderen Genrevertretern.

Außerdem gibt es mehr Waffen, die Laguz-Rasse kann nun in ihrer humanoiden Form angreifen, die Beorc dürfen zwei Mal im Rang aufsteigen, aber jetzt verlieren wir uns wirklich in fast belanglosen Kleinigkeiten.

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Diese Kampfszenen kann man zum Glück ausschalten.

Damit will ich aber auf keinen Fall sagen, dass Fire Emblem: Radiant Dawn ein schlechtes Spiel ist, im Gegenteil: Die weiterhin enorme Spieltiefe beeindruckt, ebenso überzeugen die hoch taktischen Gefechte an sich, die unzähligen Variationsmöglichkeiten bei der Ausstattung der Charaktere, die durchaus abwechslungsreichen Schlachtfelder. Vor allem ist es Intelligent Systems gut gelungen, alles Wissenswerte über die Kämpfe schrittweise so zu vermitteln, dass sich auch Einsteiger zurecht finden.

Dennoch, und das ist vermutlich die größte, echte Schwäche des Titels, kann er stellenweise unverschämt hart sein. Insbesondere am Anfang, wenn Eure Helden wenig Lebensenergie haben, segnen sie im schlimmsten Fall bereits nach einem Treffer das Zeitliche. Und segnet einer das Zeitliche, bedeutet das unter Umständen "Game Over" für alle, ganz sicher aber das endgültige Aus für ihn.

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