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Frontlines: Fuel of War

Experiment Einzelspieler geglückt

Genau so habe ich mir einen gelungenen Battlefield-Einzelspieler immer vorgestellt: Packende, Adrenalin-schwangere Missionen in einer relativ offenen Welt, nette Zwischensequenzen, eine einigermaßen brauchbare Story und eine breite, abwechslungsreiche Waffenpalette sorgen trotz Multiplayer-Mechanik für spannende Kämpfe und Motivation bis zum Schluss. Während ein ähnliches Konzept für die Battlefield-Konsolen-Version kräftig in die Hose ging, ist es den Kaos Studios wirklich gelungen, die Mehrspieler-Faszination auch Offline erlebbar zu machen.

Besonders ärgerlich für die Battlefield-Entwickler von DICE: Das Entwicklerteam arbeitete schon an Battlefield 2 und hat die Firma nach der Fertigstellung wegen einiger Probleme recht unglücklich verlassen. Unter der Flagge der Kaos Studio, bewaffnet mit der Unreal Engine und THQ im Rücken, haben sie nun ein Konkurrenzprodukt auf die Beine gestellt, das sich anschickt, den ehemaligen Kollegen den Spaß zu verderben.

Zeitlich irgendwo zwischen den letzten beiden Battlefield-Teilen angesiedelt, bedient sich Frontlines bei der aktuellen Weltlage und dreht das Rad einfach ein paar Jahre nach vorne.

In sieben Stunden Kampagne, mit allen möglichen Drehungen und Wendungen, wird das Ende der Öl-Ära skizziert. Angesichts des drohenden Untergangs haben sich wieder die alten Blöcke gebildet und China macht mit Russland gemeinsame Sache.

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Detaillierte Umgebung, aber eingeschränkte Weitsicht

Der Westen möchte die letzten Ölfelder sichern, als es zu einem offenen Konflikt und damit zum dritten Weltkrieg kommt. Mittendrin Eure Einheit, die Stray Dogs, die gemeinsam mit einem Embedded Journalist die brutalen Kämpfe, das Ende der Zivilisation und den Angriff auf Moskau erlebt.

Die Kampagne beginnt aber recht zaghaft mit kleinen Grenzstreitigkeiten und Scharmützeln. In Zwischensequenzen wird Euch statt der Soldaten der Reporter näher gebracht. Ihr selbst seid austauschbar. Kanonenfutter, das an der Front verheizt wird und damit Euren Wiedereinstieg nach dem Ableben ermöglicht. Gemeinsam mit Euren namenlosen Kameraden stürmt Ihr auf die Frontlinie zu, die meistens hart umkämpft ist.

Um diese zu Euren Gunsten zu verschieben, müsst Ihr unterschiedliche Ziele erreichen, die an verschiedenen Stellen der Karte platziert wurden. Habt Ihr genug Raketenanlagen zerstört, geheime Daten heruntergeladen oder schlicht eine Stellung eingenommen, beginnt das ganze Spiel ein paar Hundert Meter weiter von vorne.

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Unser Reporter von der Front mit dem namenlosen Stray-Dogs-Helden.

Bei geschätzten 100 Aufgaben bleiben Wiederholungen nicht aus. Ihr sprengt, hackt und sichert Euch durch die ehemalige Sowjetunion, müsst ganz selten auch eine Stellung verteidigen und langweilt Euch trotzdem nicht. Denn neben den technologisch nicht gerade bahnbrechenden, aber gut inszenierten Zwischensequenzen gibt es auch in der Mission immer wieder beeindruckende geskriptete Ereignisse.

Dort zünden im Hintergrund Atombomben und jagen gewaltige Windböen über Euren Panzer, hier werden Satellitenschüsseln in Grund und Boden gebombt und markige Propagandasprüche über Euren Truppen ausgeschüttet. Die dramaturgische Brillanz eines Call of Duty 4 wird zwar selten erreicht, doch im Gegenzug bekommt Ihr jede Menge Freiheit und einen wirklich erfrischenden Spielmodus.

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