GAMESCom ab 2009 in Köln

BIU gibt Details bekannt

Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU, sowie Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Köln Messe, haben soeben auf der Pressekonferenz der BIU die Stadt Köln als Austragungsort der neuen Messe "GAMESCom" verkündet.

Nach Angaben des BIU soll die Veranstaltung zur größten europäischen Leitmesse werden, allerdings müsse dazu auch Wachstum möglich sein.

Statt im August wird die Messe künftig im September (2009: 9. bis 13. September) abgehalten, was vor allem an Südeuropa liegt, da dort im August Urlaubszeit herrscht. Insofern möchte man die südeuropäischen Länder also stärker mit einbeziehen. Durch die Verlegung in den September hätte der Standort Leipzig auch keine Chance mehr gehabt, da Hotels und Flüge selbst in diesem Monat problematisch seien. Leipzig sei für einen Wechsel in den September bereit gewesen, allerdings rechnete der BIU dort mit weniger Besuchern als in Köln.

Wolters betont, dass es sich dabei um eine Entscheidung für Köln, aber nicht gegen Leipzig handle. Für den Wechsel sprachen unter anderem ein größeres Einzugsgebiet sowie die bessere Verkehrsanbindung, darüber hinaus hat man hohe Anforderungen an Gelände und Infrastruktur.

Die Kölner Messe sowie die Stadt freuen sich derweil natürlich über den Umzug und weisen darauf hin, dass es in Köln eine ideale, in der Nähe der City gelegene Location mit insgesamt 284.000 Quadratmeter Fläche für die Messe gibt. Zudem steht eine eigene Serviceagentur für Hottelbetten zur Verfügung, von denen insgesamt 80.000 Stück im näheren Umkreis vorhanden sind. In Bezug auf steigende Hotelpreise hat man laut Kuhrt bereits ausführlich mit dem Hotelverband gesprochen, um dies zu vermeiden.

Dem bisherigen Ausrichter Leipzig attestiert man zwar eine tolle Arbeit, allerdings sei eine weitere Internationalisierung dort nicht möglich gewesen. Außerdem bestand laut Kuhrt die Gefahr, dass die Leitmesse aus Deutschland abwandert, wenn man weiterhin in Leipzig geblieben wäre. Auf die Frage, ob mögliche rechtsradikale Aktivitäten in jüngster Vergangenheit ein Grund für den Wechsel seien, antwortete man mit einem klaren "Nein". Es habe nie solche Probleme mit Hinblick auf die Games Convention gegeben.

In Köln findet im November übrigens auch das Finale der World Cyber Games statt. Kölns Oberbürgermeister unterstützt daher nicht nur die World Cyber Games, sondern ebenso die GAMESCom so viel wie möglich.

Da der Fernsehsender RTL seine Unternehmenszentrale neben der Messe in Köln hat, wird man für die GAMESCom eng mit ihnen zusammenarbeiten. Generell möchte sich der BIU mit der GAMESCom eher auf die Fachbesucher konzentrieren, um hier ein Wachstum zu erreichen. Natürlich strebt man das aber ebenso bei den normalen Besuchern an.

Ob es im kommenden Jahr noch eine Games Convention geben wird, ist unklar. "Wir glauben, dass die Branchenmesse dort ist, wo die Branche ist", hieß es dazu auf der Pressekonferenz.

Geld soll für den Wechsel keines geflossen sein, stattdessen sprach man lediglich von "branchenüblichen Zuwendungen." In Bezug auf die Entwicklerkonferenz GCDC konnte man noch keine konkrete Antwort geben. Es ist möglich, dass es eine solche Konferenz in Köln gibt, ebenso gut könnte sie aber auch weiterhin in Leipzig stattfinden. Gleiches trifft auf die GC Family zu. Wie bei der GCDC wurde noch keine Entscheidung getroffen, Gespräche finden jedoch statt. Man möchte die GC Family aber gerne nicht mehr als Anhängsel betrachten, sondern fest integrieren.

Den Namen "GAMESCom" hat man übrigens nicht gewählt, weil er sich identisch zur Games Convention abkürzen lässt. Stattdessen ist die Kölner Messe bereits seit einigen Jahren im Besitz der Rechte daran. Wie unsere Recherche ergab, meldete man diese Marke im Jahr 2003 an, der Eintrag ins Register erfolgte 2004.

Aussagen zur Zahl der Teilnehmer an der GAMESCom sind aktuell noch nicht möglich, allerdings rechnet man damit, dass die komplette Karawane weiterzieht. Infos über neue Konzepte für die Messe sollen "zu gegebener Zeit" kommuniziert werden.

Der Vermutung, dass Electronic Arts einen wesentlichen Anteil am Umzug nach Köln hatte, wurde vom BIU widersprochen. Selbst EA habe nicht mehr als eine Stimme im Gremium zur Verfügung gehabt. Im Übrigen hätten sich sämtliche Mitgliedsunternehmen dafür ausgesprochen, die Reaktionen der Nichtmitglieder fielen größtenteils positiv aus.

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