GC: Call of Duty 4: Modern Warfare

Kriegsimpressionen aus Leipzig

Sind wir nicht alle ein wenig Grafik-Hure? Natürlich wollen wir auch innovatives Gameplay, ungewöhnliche Geschichten und glaubhafte Charaktere, aber wenn man so optisches und atmosphärisches Meisterwerk wie Call of Duty 4 erst einmal live erleben darf, vergisst man schnell all die guten Vorsätze und möchte nur noch den Controller in die Hand nehmen und zum x-ten Mal die Welt retten. So ging es mir zumindest bei der ersten Präsentation am Mittwoch, wo Infinity Ward Chef Grant Collier den Einstiegslevel präsentierte und zusammen mit einer amerikanischen Spezialeinheit auf einem estonischen Frachter landete.

In einer 15-minütigen Tour de Force präsentierte die amerikanische Entwickler-Legende einen packenden Kampf, der vor allem grafisch begeisterte. Nach einem kurzen Helikopterflug mit unserem Team taucht im Hintergrund ein gigantisches Container-Schiff aus den Wellenbergen auf, das scheinbar eine Atombombe transportiert. Gicht peitscht über das Deck und Blitze tauchen das Szenario in ein unwirkliches Licht. Vor allem die fantastische Beleuchtung und die perfekt eingesetzten Effekte brennen sich schon in den ersten Spielminuten in die Netzhaut ein. So verschwimmt die Umgebung, wenn man die Maschinenpistole ansetzt und kurze Feuerstöße abgibt.

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Der Infinity Ward-Präsident Grant Collier rechts mit seinem unbekannten Assistenten.

Dank perfektem Trefferfeedback und gelungenen Animationen sehen die ersten Abschüsse sehr befriedigend aus. Das Team erweist sich als echte Hilfe und unterstützt unseren Vorführer bei allen Feuergefechten. Auch die Gegner stellen sich sehr intelligent an, nutzen geschickt die Deckung und immer wieder auch die unangenehmen Fragmentgranaten. Inzwischen ist das Team in den Bauch der Maschine vorgestoßen, wo der Widerstand immer härter wird. Grundsätzlich sieht der Titel recht linear aus, doch Call of Duty 4 bietet wie sein Vorgänger alternative Wege, um die Action abwechslungsreicher zu gestalten. Diesbezüglich angesprochen weist Grant darauf hin, dass es seiner Meinung nach nur wenige Sandbox-Games gibt, die auch wirklich gut inszeniert wurden. Deshalb bieten sie weiterhin eine recht geradliniges Gameplay an.

Kriegsgebiet Leipzig

Die amerikanische Truppe hat mit der Hilfe von Collier inzwischen die Atomwaffe gefunden und dazu passend ein ausführliches Manifest, dass einen ersten Hinweis auf eine gewaltige Verschwörung liefert. Leider geht nach diesem Erfolg alles schief und eine dicke Bombe zerreißt die Schiffswand. Benommen flieht das Team vom sinkenden Schiff und kann sich im letzten Moment vom Frachter retten. Eingestreute Quick-Time-Events und gescriptete Zwischensequenzen machen dem Franchise alle Ehre. Doch ich muss meine Neugier auf abends verschieben, wenn wir von Activision per Hummer-Jeep zum Call of Duty-Event entführt werden.

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Der estonische Frachter, den es zu durchsuchen gilt.

Der restliche Tag tropft so vor sich hin und bietet nur wenige echte Highlights. Erschöpft und abgekämpft warte ich mit ca. 600 anderen Journalisten auf die Abholung durch die martialischen Geländefahrzeuge. Doch die Organisatoren haben sich wohl etwas verrechnet. Mit den fünf angemieteten Jeeps - jeder bietet Platz für 4-5 Personen - dauert die Abholung ewig. Also beschließen wir, in einem kleinen Gewaltmarsch das Flughafengelände in der Nähe der Messe aufzusuchen. Dort angekommen erwarten uns martialische Durchsagen, die das gewohnt schwülstige Military-Ambiente komplettieren. Vorbei an den hübsch verkleideten Security-Männern führt der erste Gang zu den Dutzenden Anspielstationen, wo sich die gesamte internationale Journallie um die LCD-Displays drängt.

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