Grand Theft Auto - vom Pixelbrei zur Popkultur
10 Jahre im Rückblick
Als 1997 ein auf den ersten Blick unscheinbares Spiel namens Grand Theft Auto für PlayStation und PC veröffentlicht wurde, ahnte noch niemand, dass dies der Auftakt einer spektakulären Erfolgsgeschichte sein würde. Zehn Jahre, acht Titel und etliche Millionen verkaufter Exemplare später ist GTA zu mehr als nur einer griffigen Abkürzung geworden und zweifellos eine der wichtigsten, aber auch umstrittensten Videospiel-Reihen aller Zeiten.
Sucht man die Gründe für den Erfolg, findet man sie nicht nur im "Sandbox"-Spielprinzip, das vor allem die 3D-GTAs etablierten und das seitdem unzählige Nachahmer gefunden hat, sondern auch in dem untrüglichen Gespür der Entwickler für Stil und Flair. Aus DMA Design, den Vätern des legendären Putzig-Puzzlers Lemmings, wurde somit fast logisch die Software-Schmiede Rockstar North - ein Studio des Publisher-Labels Rockstar Games, das mit seiner forschen Namenswahl die Richtung vorgab, auf die seine Titel nun unaufhaltsam zustrebten.
GTA ist Rock. Pop-Rock, um genau zu sein. Denn zum einen gelang spätestens mit GTA III der endgültige Durchbruch in Punkto Popularität, und zum anderen war und ist wohl keine andere Videospiel-Marke ein derartiger Spiegel unserer Popkultur. Die Serie zitiert, parodiert und ehrt Filme, Figuren und Zeitgeist. Sie bietet eigene Radiosender, Marken und Interessensgemeinschaften. GTA erschafft damit seinen eigenen Mikrokosmos, der in sich homogen ist und Querverweise am laufenden Band bietet. Diese Parallelwelt ist im Grunde eine satirische Überhöhung unserer echten Verhältnisse. Im GTA-Universum ist alles ein wenig skurriler, derber, rabiater - doch im Grunde kommt uns das sehr bekannt vor. Jede Stadt- mit einer einzigen Ausnahme: Anywhere City - hat ihr reales Pendant: Liberty City ist die GTA-Version von New York City, Vice City erinnert nicht zufällig an Miami und die Glücksritter-Hochburg Las Venturas stellt das virtuelle Las Vegas dar.
Wir nehmen Euch nun mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der Kultreihe.
Grand Theft Auto

- Entwickler: DMA Design
- Release: 1997
- Systeme: PC, PlayStation. Später Gameboy Color
- Erweiterungen: London, 1969 und London, 1961 (Add-On für die Erweiterung)
Es wirkte fast wie ein Anachronismus: Als die ganze Welt in schönen, neuen 3D-Welten versank, überraschten die schottischen Entwickler von DMA Design mit einem scheinbar simplen Spiel aus der Vogelperspektive, dessen Hauptfigur ein krimineller Draufgänger war. Aufgrund der pixeligen Darstellung waren Spielgebiet und Protagonist noch ein gutes Stück vom Identifikationsgrad späterer Episoden entfernt, die grundlegenden Spielprinzipien der Serie wurden aber in Grand Theft Auto zum Leben erweckt.
Mittels flexibler Fahrzeugwahl und einem kompromisslosen Abzugsfinger erledigte man verschiedene Unterwelt-Aufgaben und lieferte sich heiße Verfolgungsjagden mit den Gesetzeshütern. Schon im Urvater der Serie war es dem Spieler überlassen, was er erledigen möchte und wie er dies tut.

Um im Spiel voran zu kommen, musste eine bestimmte Punktzahl erreicht werden, die man sich sowohl durch das Erfüllen von Missionen als auch durch diverse Nebenbeschäftigungen erarbeiten konnte. Sogar die verschiedenen Radiosender späterer Episoden waren in rudimentärer Form in Grand Theft Auto enthalten. Dank seines frischen Spielprinzips erlangte der Titel schnell viele Anhänger, wurde aufgrund seiner brutalen Präsentation aber auch heftig kritisiert. Ein Umstand, der sich wie ein roter Faden durch die GTA-Geschichte zieht.
Es folgte mit Grand Theft Auto: London, 1969 eine Erweiterung, die das Spielprinzip in die englische Hauptstadt am Ende der Swinging Sixties katapultierte. Zusammen mit einem separaten, für die Erweiterung verfügbaren Add-On (London, 1961), ist diese Episode die einzige, die eine reale Stadt als Schauplatz eines GTA bietet. Viele markante Gebäude und Schauplätze wurden ins Spiel implementiert, so dass Ihr unter anderem an Big Ben und Tower Bridge vorbeikommt.
Nebenbei erwähnt: Das komplette Spiel kann man sich kostenlos auf der Rockstar Games-Seite runterladen.
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Kommentare (11) Latest comment vor 5 Jahren
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GTA IV dagegen hat gute Chancen. Das Szenario passt und auch Grafik und Sound.
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Also die Hauptmissionen hab ich schon alle gemacht in GTA3 und Vice City, aber alle Päckchen und Nebenmissionen nicht. Die sind zum großteil auch nicht so spannend. Die besten sind noch die Taximissionen.
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Fand alle Teile immer wieder gut ;)
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Aber ich weiß das auch nicht.
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Was ich aber dazusagen muss, hab mir vor kurzem erst Scarface: The World Is Yours gekauft und das Spiel ist schon auch sehr gut, wenn nicht besser.
Insgesamt haben die GTA-Spiele (vor allem VC) viel aus dem Scarface-Film (z.B. Motorsägenszene etc...) bzw. überhaupt diversen Filmen und TV-Serien viel Inspiration abgesaugt. Als ich den Film Scarface noch nicht kannte, hab ich denen viel zu viel Kreativität angerechnet, letztendlich aber ist es "gut geklaut" (das ist positiv gemeint).
Was aber Rock* wie kaum ein andere Entwickler versteht, ist die erfolgreiche Vermischung von Sandbox-Gameplay samt stylischer Umgegung, die richtige Musik (=Atmosphäre), absurde Handlung und Setting sowie genau die richtige Portion an persönlichem Touch (damit meine ich die eigentlich absurden Ideen, sich selbst beim Cruisen betrachten zu können, Stunts, Kleidung)... super!
Außerdem gibt's noch drei Dinge, die ich für essentiell halte:
1. Die Aufmachung von Vice City (Reiseführer, Landkarte, etc...) lässt einen vergessen, dass man ein Spiel spielt.
2. Auto-Load: Direkt vom Spielstart ohne Menü ins Geschehen zurück zu kehren... ist ein so kleines Detail, hat mir aber immer viel gegeben, ist einfach das kleine i-Tüpfelchen, das mir so gefällt.
3. Die Serie nimmt sich nicht zu ernst: Lovefist, PaulKent.com, Radio-DJs und all die großen und kleinen Gags in der Stadt... machen das Leben einfach schöner: Beispiel gefällig, im Filmstudio, die ein Set der Mondlandung darstellt und damit eine Hommage an die pop-kultigsten Verschwörungtheorien dieser Welt darstellt.
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über exakt dieses thema schreibe ich gerade eine hausarbeit. naja, jetzt habe ich auf jedenfall mehr material zum zitieren. dafür schonmal danke
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Die Vorgänger haben mich eher gelangweilt.