Jugendschutz: Nachgefragt beim Familienministerium
Die Folgen des 'Sofortprogamms'
Da die Pressemitteilung des Familienministeriums selbst nach mehrmaligem Durchlesen noch einige Fragen offen lässt, haben wir uns den Pressesprecher Jens Flosdorff geschnappt, um noch offene Punkte zu klären. Wir haben seine Aussagen deshalb noch einmal zusammengefasst und versucht, sie auch für Nicht-Juristen verständlich zu machen.
Schon die Bezeichnung „Sofortprogramm“ ist für viele irreführend. Dies bedeutet nicht, dass schon in den nächsten Wochen ohne Gesetzesänderung die geplanten Forderungen durchgesetzt werden können. Allein „um Zeit zu sparen und den Prozess zu beschleunigen“, wurde dieser erste Entwurf als Gesetzes-Vorlage auf den Weg gebracht, ohne die Ergebnisse der dazu passenden Studie vom Hans-Bredow-Institut abzuwarten. Mit der eigentlichen Gesetzesänderung ist nicht vor September zu rechnen und auch der genaue Wortlaut kann sich noch bedeutend von dem vorliegenden unterscheiden.
Weiterhin schließt der aktuelle Entwurf bewusst andere Trägermedien wie DVDs und Videos mit ein. Dies bedeutet, dass die Maßnahmen den kompletten Handel mit Unterhaltungsmedien nachhaltig verändern würden. Schließlich darf man laut diesem Ansatz 18er Titel in Zukunft weder bewerben noch öffentlich damit Handel treiben.
Allein die Forderung, die Schwelle für ein Verbot deutlich zu senken, ist vollkommen unmissverständlich. Sie bedeutet, dass in „Zukunft stärker zwischen Erwachsenen-Medien und solchen für Kinder/Jugendliche unterschieden wird“. So werden in Zukunft alle Spiele, Videos und DVDs, die sich intensiv mit Gewalt beschäftigen, verboten und wandern damit sogar in separate Bereiche. Außerdem hat Jens Flosdorff deutlich gemacht, dass „die Darstellung von Gewalt sich nicht allein auf Menschen bezieht“. Gerade im Zusammenhang mit der Belohnung von Gewaltanwendungen liegt damit eine höhere Einstufung von Rollenspielen und Action-Adventures in greifbarer Nähe, die bisher bewusst auf explizite Gewalt verzichteten.
Auf den ersten Blick einige harte Einschnitte, die aber zum Beispiel dem bayerischen Innenminster Günther Beckstein noch nicht weit genug gehen. So ist es nicht verwunderlich, dass er den Entwurf komplett ablehnt und auf die bayerische Gesetzesvorlage verweist, die den Handel und Vertrieb von so genannten „Gewaltspielen“ sogar unter Strafe stellt und damit auch keine Unterschiede zwischen Jugendlichen und Erwachsenen macht.
In der Branche wird vermutet, dass Familienministerin von der Leyen mit ihrem schon recht harschen Ansatz den bayerischen Vorstoß stoppen möchte. Doch unabhängig davon, welche Änderungen auf uns zukommen, gemütlicher wird es für Spieler in Deutschland ganz sicher nicht. Legt Euch schon mal ein paar braune Papiertüten zurecht, damit Euch niemand erkennt, wenn Ihr Eure Gewaltlust in der Killerspiele-Abteilung gleich neben den Hardcore-Pornos frönt.
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Kommentare (14) Latest comment vor 5 Jahren
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Aber bei uns in Bayern war des ja scho immer so das die Uhren anders gehen.
Wenn der Ministerpräsi wird dann sind wir hier echt im Arsch, das sag ich euch.
Das wird net lustig :-(.
Ich brauch dringend braune Papiertüten, weis jemand wo man die bekommt???
Also kaufen wir in Zukunft unsere Spiele im Ausland (Österreich ist ja nicht weit), macht ja nix, tanken tun wir
eh schon bei unseren Nachbarn soweit das möglich ist :-).
Ist zwar nicht gut für den Standort, aber wenn die Hohen Herrn das so wollen .... bitte.
Errinert mich an Zigaretten, der Absatz bei uns schrumpft ( die einnahmen aus der Tabaksteuer auch),
der Schmuggl wächst...
Natürlich boomt die Bubranche, wir brauchen viel Gefängnisse für Spieler und solche die es werden wollen.
Da heiste es dann am Flugplatz nicht mehr "haben Sie was zu Verzollen" sondern " haben sie Illegale Spiel im Gepäck"
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Jetzt drehen sie völlig am Rad.
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was ja in den grundzügen auch ein hack and slay ist :-)
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Wie zum Beispiel WoW...
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wie gesagt, für mich klingt das eigentlich ganz vernünftig und weit entfernt von einem totalen verbot (und einer damit einhergehenden zensur)
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rollenspiele??!! die schon seit jahren aufm papier gezockt werden und sich irgendwelche Nerds im wald treffen und mit schwertern bekämpfen.
bald kommen dann auch Brettspiele wie Civillication u.ä. dazu. da kann man auch krieg führen und so ein neues land erobern. gewalt wird also auch belohnt.
wenn mich ein spieler stresst kann ich ihm sogar über den tisch eine langen.
oh, gott! wie werden alles amok-läufer.
lasst die kinder kein mensch ärger dich nicht zocken.
fang den hut auf den index!
Kwitsch Kwatsch Trauben Matsch muss VERBOTEN werden!!!!
ach ja, verbietet doch gleich alles was spass macht!
man o man wo soll das enden????
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VERBOT VON »KILLERSPIELEN«
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Bürger Ihres Wahlkreises und wende mich heute an Sie, weil ich ein sehr wichtiges Anliegen habe. Seit einiger Zeit widmet sich die Politik verstärkt der Diskussion um ein Verbot der so genannten »Killerspiele«. Leider kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Politik sich hierbei mehr von populistischen Erwägungen denn von Sachkenntnis leiten lässt.
So ist aus der Politik bislang noch keine juristisch präzise Definition des Begriffs »Killerspiele« öffentlich geworden. Wenn »Killerspiele« Gewalt verherrlichende Spiele sein sollen, so sind diese bereits über § 131 StGB gesetzlich verboten. Leider scheint die Politik auch noch nicht wahrgenommen zu haben, dass es heute Spiele für alle Altersgruppen gibt. Die von den Medien oft als »Killerspiele« bezeichneten Ego-Shooter sind in der Regel mit einer Altersfreigabe »Keine Jugendfreigabe« als Spiele für Erwachsene ausgewiesen und dürfen an Kinder und Jugendliche nicht verkauft werden. Damit ist dem Jugendschutz ausreichend Rechnung getragen. Das Augenmerk sollte eher darauf liegen, sicher zu stellen, dass die bestehende Gesetzgebung eingehalten wird – das macht eine Verschärfung unnötig.
Ein pauschales Verbot von Spieleinhalten für Erwachsene stellt eine Bevormundung des mündigen Bürger dar und ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel. In einem demokratischen Land darf auch im Interesse des Jugendschutzes keine Zensur zum Nachteil von erwachsenen Bevölkerungskreisen geübt werden. Ich fordere Sie als Mandatsträger deshalb auf, sich politisch gegen ein Verbot von »Killerspielen« und für einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Unterhaltungsmedien zu engagieren.
Darüber hinaus fordere ich, dass Sie auch meine Interessen als Spieler vertreten: Ich übe ein ganz normales Hobby aus, ich habe ein Recht darauf, deswegen nicht diffamiert zu werden.
Mit freundlichem Gruß,
...........
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hab ich heute auch gelesen.
obwohl ich pc action fan bin. wollt ich nur ganz deutlich betonen ;)
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http://ww w.stern.de/politik/deutschland/...
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@DavidBoring
Keine Frage, Jugendschutz ist wichtig, doch ist der aktuelle denn wirklich zu lasch? Reicht die aktuelle Reglung (eine der härtesten der gesamten Welt) nicht aus?? Sind denn unsere Nachbarn so dumm oder übertreiben es unsere Politiker nicht maßlos?
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klar, die hysterie bei den politikern sehe ich auch, aber gerade deshalb finde ich den vorschlag von von der leyen auch ganz akzeptabel, da spieler hier nicht kriminalisiert werden.
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in der spieler gewaltätiger spiele das strafmaß mit kinderpornographi teilen.